Gesundheitslexikon Gesundheitslexikon

Gesundheitslexikon: Mandelentzündung (Angina tonsillaris)

Mit dem Essigwickel gegen eine Mandelentzündung
Mit dem Essigwickel gegen eine Mandelentzündung Halsschmerzen behandeln 00:00:51
00:00 | 00:00:51

Was ist eine Mandelentzündung?

Eine Mandelentzündung (Angina tonsillaris, Tonsillitis) ist eine infektionsbedingte Entzündung der Gaumenmandeln. Sie kann durch Viren oder Bakterien hervorgerufen werden und beginnt meist mit hohem Fieber und starken Schluckbeschwerden. Die Angina tonsillaris ist sehr ansteckend. Am häufigsten sind Kinder unter neun Jahren betroffen. Bei richtiger Behandlung heilt die Erkrankung in der Regel folgenlos aus. Da eine Mandelentzündung auch ein Anzeichen für Scharlach, Diphterie und andere ernste Erkrankungen sein kann, gehört die Behandlung in ärztliche Hände.

Ursachen

Die Gaumenmandeln (Tonsilla palatina) sind Teil des Immunsystems. Sie dienen der Abwehr von Krankheitserregern, die über Mund und Nase in den Körper gelangen. Ihre exponierte Lage und zerklüftete Oberflächenbeschaffenheit machen die Gaumenmandeln anfällig für Infektionen. Ist die Immunabwehr durch Stress oder Erkältungen geschwächt, kann es passieren, dass sie sich entzünden. Eine bakterielle Angina tonsillaris wird meist von Streptokokken verursacht. Andere mögliche Erreger sind Staphylokokken, Pneumokokken und Haemophilus influenzae. Die Entzündung kann auch durch Viren (z. B. Adenoviren) ausgelöst werden. Übertragen werden die Erreger mittels Tröpfcheninfektion.

Aus einer schwelenden Entzündung oder häufig wiederkehrenden Infekten kann sich eine chronische Mandelentzündung entwickeln. Die Vertiefungen in der Mandeloberfläche (Krypten) werden dann dauerhaft von Krankheitserregern besiedelt. Diese Dauerentzündung belastet den Organismus stark und kann auf andere Organe ausstrahlen.

Symptome einer Mandelentzündung

Charakteristisch für eine akute Mandelentzündung sind plötzlich einsetzendes Fieber, Halsschmerzen und Schluckbeschwerden. Die Mandeln sind gerötet und der Rachen sichtbar entzündet. Weitere mögliche Symptome sind Kopfschmerzen, Ohrenschmerzen, starke Abgeschlagenheit, Mundgeruch, geschwollene und druckschmerzempfindliche Halslymphknoten. Bei einer bakteriellen Infektion können gelbliche Eiterstippchen auf den Mandeln erscheinen. Bei der chronischen Form treten häufig leichte Schluckbeschwerden, Mundgeruch und ein Kratzen im Hals auf. Die Lymphknoten am Hals können geschwollen sein, schmerzen in der Regel jedoch nicht.

Diagnose

Zunächst wird eine Spiegeluntersuchung von Mund- und Rachenraum durchgeführt und der Hals nach geschwollenen Lymphknoten abgetastet. Auch Ohren und Lunge werden meist untersucht. Ein Rachenabstrich und ein Streptokokken-Schnelltest können Aufschluss über den Erreger geben. Sehr wichtig ist, dass bei der Untersuchung andere Krankheiten ausgeschlossen werden. Beim Pfeifferschen Drüsenfieber sind beispielsweise Leber und Milz angeschwollen. Das kann der Arzt überprüfen, indem er den Unterbauch abtastet. Die typisch himbeerrote Zunge deutet auf Scharlach hin.

Besteht Verdacht auf eine chronische Mandelentzündung, wird der Arzt überprüfen, ob bereits andere Organe betroffen sind. Blutuntersuchungen im Labor können entsprechende Entzündungsparameter liefern und Aufschluss über den Erreger geben.

Behandlung

Eine durch Bakterien hervorgerufene Mandelentzündung wird sofort mit Antibiotika (meist Penicillin) behandelt, welches keinesfalls vorzeitig abgesetzt werden darf. Die Ansteckungsgefahr ist bereits 24 Stunden nach Beginn der Therapie vorbei. Gegen Fieber und Schmerzen helfen entsprechende Medikamente. Schluckbeschwerden können durch Lutschtabletten gelindert werden. Der Patient sollte viel trinken, Bettruhe halten und Zigarettenrauch vermeiden. Halswickel, Kamillen- oder Salbeitee können ebenfalls hilfreich sein. Liegt eine chronische Entzündung vor, werden die Mandeln meist operativ entfernt.

Vorbeugung

Gezielte Maßnahmen gegen eine akute Mandelentzündung gibt es leider nicht. Der beste Schutz ist ein starkes Immunsystem.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

Die 6 besten Lebensmittel für die Augen
Die 6 besten Lebensmittel für die Augen Für einen guten Durchblick 00:01:30
00:00 | 00:01:30

Wenn Sie sich für weitere Beiträge aus den Bereichen Wohlfühlen, Gesundheit, Fitness und Abnehmen interessieren, sind Sie hier genau richtig. Klicken Sie sich einfach durch unsere Video-Playlist, viel Spaß dabei!

Anzeige