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Gesundheitslexikon: Magnesium

Ohne Magnesium ist Leben nicht möglich

Magnesium als chemisches Element genießt eine Ausnahmestellung aufgrund seiner Häufigkeit sowie seiner Beteiligung an bedeutenden Stoffwechselprozessen. Es ist das achthäufigste Element. Im menschlichen Körper beträgt der Gehalt durchschnittlich 25 Gramm, wobei mehr als 95 Prozent im Zellinneren vorkommen. Der Hauptanteil befindet sich in den Zellen der Knochen. Ein Drittel übt seine Funktion in den Zellen von Gewebe und der Muskultur aus. Vom verbleibenden Anteil befindet sich etwa ein Prozent im Blutplasma.

Knochen, Muskeln, Herz und Enzyme: Magnesium wird überall benötigt

Zahlreiche lebenswichtige Prozesse arbeiten unter Mitwirkung von Magnesium. Knochen und Zähne sind für ihre Festigkeit auf das Mineral angewiesen. Über 300 Proteine steuern als Enzyme verschiedene Vorgänge des Stoffwechsels und sind von Magnesium als Co-Faktor abhängig. Große Bedeutung hat es für die Eiweiß- und DNA-Synthese. Die Zellteilung sowie Vorgänge bei der Bildung und Reparatur des Erbmaterials laufen in dessen Gegenwart ab. Die Energiebereitstellung in den Zellen findet ohne Magnesium nicht statt. Durch dessen Anwesenheit werden Zellmembranen stabilisiert und das Gleichgewicht im Mineralhaushalt aufrechterhalten. Nervensignale werden unter Mitwirkung von Magnesium weitergeleitet, was im zentralen Nervensystem und für die Tätigkeit verschiedener Muskeln wichtig ist. Das Zusammenziehen und Erschlaffen der Muskeln in der Skelett-, Herz- und Gebärmuttermuskulatur wird durch diesen Mineralstoff reguliert. Er beeinflusst den Hormonhaushalt der Schilddrüse, Nebenschilddrüse und Nebennieren sowie die Ausschüttung von Adrenalin und die Blutzuckerregulation. Als natürlicher Gegenspieler von Kalzium ist es für den uneingeschränkten Ablauf der Erregungsleitung im Herzmuskel unentbehrlich. Defizite verursachen Herzrhythmusstörungen.

Wie wird Magnesium bereitgestellt?

Magnesium muss der Körper über die Nahrung aufnehmen. Ein Erwachsener braucht täglich etwa 300 bis 400 Milligramm. Bis zu 40 Prozent des Magnesiums aus der Nahrung werden im Darm aufgenommen, wobei das Parathormon und Vitamin D die Aufnahme unterstützen. Die Niere scheidet überschüssige Mengen aus und sorgt bei einem Absinken der vorhandenen Menge für eine erneute Aufnahme. Zu den magnesiumreichen Lebensmitteln zählen Bohnen, Mais, Spinat, Bananen, Erbsen, Haferflocken, Reis, Nüsse und Sonnenblumenkerne. Außerdem verfügt auch Mineralwasser über die entsprechenden Salze. Als Arznei oder Nahrungsergänzungsmittel sind sie ebenfalls erhältlich. Auf dem Markt gibt es eine große Auswahl an Präparaten, die das Mineral in unterschiedlicher Form und Verbindung anbieten. Damit verknüpft sind Unterschiede in der Bioverfügbarkeit, einem Maß für die Geschwindigkeit und den Anteil des Wirkstoffes, der resorbiert wird und damit dem Körper tatsächlich zur Verfügung steht.

Besser mehr als zu wenig?

Magnesium-Ionen lassen sich als Parameter im Blut bestimmen. Der Normalwert beträgt 0,7 bis 1,00 Millimol pro Liter. Es gibt Situationen, in denen der Bedarf steigt oder die aufgenommene Menge nicht ausreicht. Sportler verlieren Magnesium mit dem Schweiß, Diabetiker über den Urin. Bei der Einnahme von Abführmitteln geht dieser Mineralstoff verloren. Ein erhöhter Bedarf kann bei Herzerkrankungen, oralen Verhütungsmitteln und anderen Medikamenten (bestimmte Antibiotika, Zytostatika, Immunsuppressiva, Glucocorticoide) bestehen. Erste Anzeichen eines Mangels sind Wadenkrämpfe. Bei einem ausgeprägten Defizit leidet die Bewegungskoordination und Herzrasen, Nervosität sowie Müdigkeit können auftreten. Unterernährung, schwerer Alkoholismus und Störungen der Nierenfunktion werden ebenfalls häufig vom Magnesiummangel begleitet. Eine Überdosierung ist bei einer normalen Nierenfunktion nahezu unmöglich.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen. Die Einnahme von Vitaminpräparaten und Nahrungsergänzungsmitteln ist nicht immer sinnvoll und kann Ihnen bei falscher Dosierung oder Kombination sogar schaden. Lassen Sie sich daher von einem Arzt oder Apotheker beraten. Schwangere sollten mit ihrem Frauenarzt sprechen. Vitaminpräparate und Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine gesunde Ernährung oder Lebensweise.

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