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Gesundheitslexikon: Magengeschwür

Magengeschwür

Das Magen- bzw. Zwölffingerdarmgeschwür gehört zu den häufigsten Magen-Darm-Erkrankungen in Deutschland. Es handelt sich dabei zumeist um eine Entzündung der Magenschleimhaut. Diese schützt die sensiblen Wände von Magen und Zwölffingerdarm vor der ätzenden Salzsäure, die im Magen für die Verdauung von Nahrung produziert wird. Bei Verletzungen der Schleimhaut oder einer Überproduktion von Salzsäure wird die Schleimschicht vermehrt zersetzt und es bildet sich nach und nach ein Geschwür. Die Beschwerden ähneln zunächst denen eines gereizten Magens. Da die Entstehung außerdem schleichend vonstattengeht, werden Magen- bzw. Zwölffingerdarmgeschwüre häufig erst spät entdeckt.

Ursachen

Die Hauptursache für ein Magengeschwür ist eine Magenschleimhautentzündung (Gastritis), welche in den meisten Fällen durch das Bakterium Helicobacter pylori hervorgerufen wird. Dabei besiedelt es die Schleimzellen der Magenwand und beschädigt so die schützende Schleimhaut. Dadurch entwickelt sich eine chronische Gastritis, die zu einem Geschwür heranwachsen kann. Ein weiterer Grund für ein Magengeschwür kann eine langfristige Einnahme von Medikamenten, wie etwa Aspirin oder Diclofenac, sein. Zudem können verstärkter Stress, Alkoholkonsum und Zigarettenrauchen zur Entstehung eines Geschwürs beitragen.

Symptome

Anzeichen für ein Magengeschwür können Übelkeit, Brechreiz oder Erbrechen, Völlegefühl, stechende Schmerzen im Oberbauch bzw. in der Magengrube sowie mangelnder Appetit sein. Bei einem Zwölffingerdarmgeschwür können die Symptome bei der Aufnahme von Nahrung abklingen. Bei einem Magengeschwür hingegen kann nach dem Essen, bei der Verdauung, der Schmerz verstärkt werden. Etwa bei einem Drittel der Betroffenen verläuft ein Geschwür ohne Symptome und erst, wenn Komplikationen auftreten, gehen Sie zum Arzt. Diese Komplikationen können sich durch Blutungen äußern, die im Stuhl oder in Erbrochenem ersichtlich werden. Im schlimmsten Fall kommt es zu einem Magendurchbruch, der mit starken Schmerzen und Entzündungen im Bauchraum einhergeht.

Diagnose

Die Beschwerden sollten umgehend von einem Arzt abgeklärt werden. Dazu wird er eine Magenspiegelung vornehmen und eventuell Gewebeproben mittels Biopsie entnehmen. Mit dieser Untersuchung kann festgestellt werden, ob es sich um eine Besiedlung durch Helicobacter pylori handelt. Ist diese Ursache nicht bestätigt und können weitere Risikofaktoren, wie Rauchen, Medikamenten- oder Alkoholkonsum, ausgeschlossen werden, müssen weitere Untersuchungen angestellt werden, um die Ursache zu finden.

Behandlung/Therapie

Wurde das Geschwür durch Helicobacter pylori ausgelöst, wird der Patient mit Antibiotika sowie Säureblockern behandelt. Diese Therapiemaßnahme ist in 90 Prozent der Fälle erfolgreich und der Krankheitserreger kann abgetötet werden. Hat das Magengeschwür eine andere Ursache, helfen in der Regel zunächst Säureblocker und ein Vermeiden der Risikofaktoren. Nach einem bis zwei Monaten sollten die Beschwerden abklingen. Sollte das Geschwür jedoch bereits in fortgeschrittenem Stadium mit Blutungen oder ein Magendurchbruch erfolgen, bleibt nur noch ein chirurgischer Eingriff.

Vorbeugung

Eine Infektion mit Helicobacter pylori erfolgt bereits im Kindesalter und ist daher nicht wirklich zu vermeiden. Dennoch sollte das Trinken von unreinem Wasser, etwa auf Reisen, vermieden werden. Weiterhin können Hygienemaßnahmen, wie häufiges Händewaschen, eine Ansteckung verhindern. Vermeiden Sie Risikofaktoren, wie Rauchen, Alkohol und Stress! Nehmen Sie Medikamente wie Diclofenac oder Aspirin niemals auf nüchternen Magen ein und verwenden Sie diese nur, wenn es nötig ist. Trinken Sie dazu grundsätzlich viel Wasser.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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