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Gesundheitslexikon: Magen-Darm-Infekt (Gastroenteritis, Magen-Darm-Grippe, Magen-Darm-Entzündung)

Magen-Darm-Infekt: Was sind die Symptome und was hilft?

Die Gastroenteritis, auch als Magen-Darm-Infekt, Magen-Darm-Grippe oder Magen-Darm-Entzündung bezeichnet, wird in den meisten Fällen durch Viren ausgelöst. Die Symptome wie Übelkeit, Durchfall oder Erbrechen klingen bei gesunden Erwachsenen in der Regel unbehandelt nach wenigen Tagen ab. Vorsicht ist aber bei kleinen Kindern oder alten Menschen geboten, bei großem Flüssigkeitsverlust droht nämlich die Gefahr der Dehydration.

Ursache

Die Ursachen für einen Magen-Darm-Infekt sind vielfältig. In den meisten Fällen sind Viren für die Erkrankung verantwortlich. Manchmal können aber auch Parasiten oder Bakterien die Auslöser sein. Die Inkubationszeit, die Dauer und Intensität der Erkrankung hängt vom jeweiligen Erreger ab.

Rotaviren sind häufig für die Gastroenteritis bei Kindern verantwortlich. Laut ‚Netdoktor’ werden mehr als zwei Drittel aller ansteckenden Durchfallerkrankungen bei Babys und Kleinkindern von den Viren ausgelöst. Dank der Antikörperbildung in jungen Jahren sind Infektionen im Erwachsenenalter selten. Bei Erwachsenen besonders verbreitet sind hingegen Magen-Darm-Infekte, die von Noroviren ausgelöst werden. Die hoch ansteckenden Viren werden als Tröpfcheninfektion übertragen und können ganze Familien ans Bett fesseln. In Krankenhäusern isoliert man betroffene Patienten in der Regel. Bei den Bakterien sind die Salmonellen die bekanntesten Auslöser einer Gastroenteritis.

Symptome

Die Erreger der Magen-Darm-Grippe rufen eine Entzündung der Schleimhäute im Magen-Darm-Trakt aus, was Erbrechen und Durchfall zur Folge hat. Zusätzlich treten Bauchschmerzen, Bauchkrämpfe, Übelkeit oder Kopf- und Gliederschmerzen auf. In manchen Fällen berichten Patienten zudem von Fieber.

Diagnose

Anhand der Anamnese und der Symptome kann der Hausarzt den Magen-Darm-Infekt schnell erkennen. Es folgt eine körperliche Untersuchung, im Zuge derer der Mediziner insbesondere auf Zeichen von Flüssigkeitsmangel achtet. Typische Zeichen sind etwa trockene Schleimhäute, stehende Hautfalten oder eingesunkene Augen.

Behandlung

Bei einer Gastroenteritis ist die Einnahme von Medikamenten meist nicht notwendig. Die Beschwerden klingen nach rund zwei bis sechs Tagen wieder ab. Zur Beschleunigung der Genesung sollte der Körper viel Ruhe und vor allem ausreichend Flüssigkeit bekommen. Ungesüßter Tee und Wasser sind die beste Wahl, Fruchtsäfte oder Limonade belasten den Magen-Darm-Trakt nur zusätzlich. Ebenfalls wichtig ist die Nahrungsaufnahme. Leicht verdauliche Lebensmittel wie Suppenbrühe, Brot, geriebene Karotten oder Äpfel, Hafer- und Grießbrei oder auch Salzstangen tun dem Darm gut und führen verloren gegangene Elektrolyte zu. Diese können auch in Form von Elektrolytpulver eingenommen werden, was vor allem bei Risikogruppen sinnvoll sein kann.

Diverse Hausmittel wie Heilerde, die Giftstoffe im Darm bindet, oder eine Messerspitze Muskatnuss helfen dem Körper, gegen den Durchfall anzukommen. Pfefferminz- oder Ingwertees sind bekannte Mittel gegen Erbrechen und Übelkeit.

Vorbeugung

Der Magen-Darm-Entzündung lässt sich nur bedingt vorbeugen. Wer allerdings den Kontakt mit erkrankten Personen meidet und auf gründliches und regelmäßiges Händewaschen achtet, dezimiert das Risiko. Da vor allem das Erbrochene und der Kot hoch infektiös sind, sollte die Toilette möglichst nach jeder Benutzung sorgfältig gereinigt und desinfiziert werden.

Die Ständige Impfkommission des Robert-Koch-Institutes hat für Säuglinge eine Empfehlung für die Immunisierung gegen Rotaviren ausgesprochen. Diese erfolgt als Schluckimpfung ab der sechsten Lebenswoche.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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