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Gesundheitslexikon: Lymphdrüsenkrebs (Morbus Hodgkin, Hodgkin-Krankheit)

Lymphdrüsenkrebs: Ursachen, Symptome und Behandlung von Morbus Hodgkin

Bei einer bösartigen Erkrankung des Lymphsystems sprechen Mediziner von Morbus Hodgkin, benannt nach dem Erstbeschreiber Sir Thomas Hodgkin. Die im Körper verteilten Lymphknoten filtern im gesunden Zustand die Gewebsflüssigkeit (Lymphe) und bilden damit einen wichtigen Teil des Immunsystems. Beim Lymphdrüsenkrebs entarten die Lymphzellen und sind stark vergrößert. Diese Zellen werden als maligne Lymphome bezeichnet und enthalten neben anderen Entzündungszellen die für die Krankheit typischen Sternberg-Reed-Zellen. Laut 'Apothekenschau' sind in Deutschland jährlich etwa zwei bis drei aus 100.000 Menschen von Morbus Hodgkin betroffen. Vielfach erkranken Menschen um den 20. oder um den 60. Geburtstag, häufiger Männer als Frauen. Die Heilungschancen für Lymphdrüsenkrebs stehen gut, sind allerdings vom Stadium der Diagnose abhängig. Frühzeitig erkannt können mehr als 90 Prozent aller Erkrankungen geheilt werden. Unbehandelt endet die Erkrankung tödlich.

Ursachen

Die genaue Ursache für die Hodgkin-Krankheit ist nicht bekannt. Allerdings gehen Mediziner davon aus, dass bestimmte Risikofaktoren eine Erkrankung begünstigen können. So kann die genetische Veranlagung das Risiko einer Erkrankung ebenso erhöhen wie eine Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus (Auslöser des Pfeifferschen Drüsenfiebers). Eventuell kann auch eine Immunschwäche, ausgelöst vom HI-Virus, die Entstehung von Lymphdrüsenkrebs begünstigen.

Symptome

Charakteristisch für die Hodgkin-Krankheit sind geschwollene Lymphknoten, die nicht schmerzen. Derartige Schwellungen werden bei mehr als 90 Prozent aller Patienten zum Zeitpunkt der Diagnose festgestellt. Insbesondere der Halsbereich ist betroffen, zum Teil auch die Achselhöhlen und der Leistenbereich. Zudem können die Lymphknoten im Brust- und/oder Bauchraum vergrößert sein. Als B-Symptome berichten Patienten von Fieber über 38 °C, starkes nächtliches Schwitzen und einen Gewichtsverlust von mehr als zehn Prozent in einem Zeitraum von sechs Monaten. Für den Mediziner ist die Erfassung dieser B-Symptome von großer Wichtigkeit, denn diese sind Teil der Bewertung des Tumorstadiums. Rund ein Drittel aller Betroffenen klagt zudem über unspezifische Allgemeinbeschwerden wie Schwächegefühl, Müdigkeit oder starkem Juckreiz am ganzen Körper. Wenn Leber oder Milz ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen werden, kommt es zu einer Vergrößerung der Organe.

Diagnose

Die Krankengeschichte und eine körperliche Untersuchung können auf Lymphdrüsenkrebs hindeuten. Zur sicheren Diagnose entnimmt der Arzt einen geschwollenen Lymphknoten und lässt das Gewebe mikroskopisch untersuchen. Zeigt der Befund eine Erkrankung, so folgen weiterführende Untersuchungen, die das Stadium und den Subtyp von Morbus Hodgkin bestimmen.

Behandlung/Therapie

Die Therapie ist sehr komplex und hängt stets vom Stadium der Erkrankung ab. In Betracht kommen mehrere Behandlungsmethoden. Im Rahmen einer Chemotherapie etwa werden Zytostatika verabreicht, welche die bösartigen Zellen abtöten sollen. Die Strahlenbehandlung zielt wiederum darauf ab, die Tumorzellen durch Bestrahlung zu zerstören. Beide Behandlungsformen sind leider nicht frei von Nebenwirkungen, da neben dem bösartigen auch das gesunde Gewebe angegriffen wird. Übelkeit, Erbrechen, Haarausfall, Schleimhautentzündungen oder Infektionen können die Folge sein. Zudem steigt das Risiko für Zweitkrebserkrankungen oder Organe können geschädigt werden. Bei Rückfällen, bei denen eine weitere Strahlen- oder Chemotherapie aussichtslos erscheint, werden häufig Blutstammzellen transplantiert. Dem Patienten werden dabei eigene Blutstammzellen entnommen und einer hoch dosierten Chemotherapie ausgesetzt. Anschließend werden diese zurückübertragen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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