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Gesundheitslexikon: Lungenfibrose

Bei Lungenfibrosen sind die Auslöser oft unbekannt

Unter dem Begriff Lungenfibrose werden viele Erkrankungen der Lunge zusammengefasst. Sie alle kennzeichnet, dass es nach Entzündungsvorgängen zu einem Umbau im Lungenbindegewebe einschließlich der Membranen der Lungenbläschen (Alveolen) kommt. Zunächst vermehrt sich das Bindegewebe um die Alveolen und die dort verlaufenden kleinen Blutgefäße (Kapillaren) krankhaft, um im weiteren Verlauf zu verhärten und zu vernarben. Die Folgen sind, dass die Diffusion an den Kapillarwänden und der Gasaustausch behindert werden und die Lunge zunehmend an Dehnfähigkeit verliert.

Ursachen

In vielen Fällen ist die Ursache für die Erkrankung nicht bekannt. Man spricht dann von einer idiopathischen Lungenfibrose. Verschiedene Arten von Giftstoffen (Noxen) können die krankhaften Veränderungen des Lungengerüstes hervorrufen. Häufig sind dies Krankheiten, die durch die berufsbedingte Einatmung von Stäuben, Gasen und Aerosolen wie Haarspray entstehen. Die bekanntesten Staublungen sind die Asbestose und die Silikose.

Auch Allergene wie Bakterien, Pilzsporen, Staub von Vogelkot oder Chemikalien können für die auslösenden Entzündungsreaktionen verantwortlich sein. Betroffen sind dann meist die Wände der Lungenbläschen, weshalb man dann von einer Alveolitis spricht.

Weitere Ursachen, die zu einer Lungenfibrose führen können, sind chronische bakterielle, virale und durch Pilzsporen ausgelöste Infektionen. Sie treten gehäuft bei Menschen mit einer geschwächten Immunabwehr auf. Zahlreiche Medikamente können genauso wie Bestrahlungen bei Lungen- oder Brustkrebs die fibrosierenden Vorgänge in Gang setzen. Systemische Erkrankungen, die allgemein zu einem Umbau des Bindegewebes führen, können auch das Lungengerüst betreffen. Dazu gehören die Sklerodermie, die Sarkoidose und die rheumatoide Arthritis.

Symptome

Lungenfibrosen sind oft über Jahre völlig symptomlos. Die eingeschränkte Ausdehnungsfähigkeit der Lunge ruft zunächst eine belastungsabhängige Atemnot (Dyspnoe) hervor, die meistens mit einer erhöhten Atemfrequenz (Tachypnoe) als Kompensationsmechanismus einhergeht. Weitere Kennzeichen sind trockener Husten, gelegentliche Fieberschübe und allmählicher Gewichtsverlust.

Im fortgeschrittenen Stadium tritt die Atemnot auch in Ruhe auf (Ruhedyspnoe). Der verringerte Sauerstoffgehalt im Blut wird vor allem an den Lippen und den Finger- und Fußnägeln sichtbar als Blauverfärbung (Zyanose), bewirkt aber auch Beeinträchtigungen der Leistungsfähigkeit. Ganz typische Merkmale, die in späteren Stadien auftreten, sind die sogenannten ‚Trommelschlegelfinger’ und ‚Uhrglasnägel’.

Diagnose

In der Anamnese versucht der Arzt, die verursachenden Faktoren aufzudecken. Er beleuchtet besonders die berufliche Situation des Patienten. In der klinischen Untersuchung können beim Abhören das typische Knisterrasseln am Ende der Einatmung und beim Abklopfen der Zwerchfellhochstand festgestellt werden.

Röntgenuntersuchungen können Auskunft über das Ausmaß und die Schwere einer Lungenfibrose geben, während mit Lungenfunktionstests die Leistungsfähigkeit der Lunge festgestellt werden kann. Blutgas- und Blutuntersuchungen liefern Informationen über die Sauerstoffsättigung und damit indirekt über das Leistungspotenzial.

Behandlung

Wenn möglich, stehen die Therapie der Grunderkrankung und die Vermeidung der verursachenden Faktoren einer Lungenfibrose im Vordergrund. Medikamentös kommen je nach Krankheitsgeschehen Kortisonpräparate bei entzündlichen Prozessen, Immunsuppressiva bei Autoimmunreaktionen, der Wirkstoff ‚Perfinedon‘ zur Hemmung der Vernarbung und Bronchienerweiternde Mittel zum Einsatz. Die Physiotherapie unterstützt die Therapie durch spezielle Techniken der Atemtherapie zur Thoraxmobilisation und zur Verbesserung der Einatmung. Im fortgeschrittenen Stadium kann die Gabe von Sauerstoff notwendig werden, im Extremfall sogar eine Lungentransplantation.

Vorbeugung

Das wirksamste Mittel, um einer Lungenfibrose vorzubeugen, ist die Vermeidung der ursächlichen Faktoren. Das kann auch den Wechsel des Arbeitsplatzes bedeuten, um bestimmten Giftstoffen nicht mehr ausgesetzt zu sein. Allergiker sollten zusätzliche Maßnahmen zur Unterdrückung der Empfindlichkeit in Angriff nehmen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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