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Gesundheitslexikon: LSD

LSD: Zwischen Wahn und Realität

Mit der Absicht, ein wirksames 'Kreislaufstimulans' herzustellen, extrahierte der deutsche Chemiker Albert Hofmann im Jahre 1938 'Lysergsäurediethylamid' aus dem 'Mutterkorn'. Zufriedenstellende Ergebnisse blieben zunächst aus, so dass sich Hofmann fünf Jahre später zu weiteren Tests entschied. Im Anschluss an einen Selbstversuch mit LSD machte er sich mit dem Fahrrad auf den Weg nach Hause. Die Rückfahrt wurde für den Wissenschaftler, der unwissentlich das zehnfache der wirksamen Dosis des 'Halluzinogens' eingenommen hatte, zum wortwörtlichen Horror-'Trip'. Heute erinnert der inoffizielle Feiertag 'Bicycle Day' an Hofmanns Entdeckung der halluzinogenen Wirkung von LSD. Die Gefahren, die von der Droge ausgehen, werden angesichts des Kultstatus, den sie vor allem während der späten 60er Jahren erlangte, allzu häufig übersehen.

Was ist LSD?

'Lysergsäurediethylamid' zählt zu den bekanntesten bewusstseinsverändernden Drogen. Der noch heute aus dem Mutterkorn extrahierte Wirkstoff wird von Konsumenten unter anderem auch als 'Trip' oder 'Pappe' bezeichnet. Letzterer Begriff leitet sich von der Darreichungsform mittels LSD-getränkter und zur Dosierung perforierter Löschpapier-Bögen ab. Unter den 'Hippies' in den USA der 60er Jahre besaß LSD einen wahren Kultstatus: Der Begriff 'Bewusstseinserweiterung' war in aller Munde, und die gemeinschaftliche Einnahme der Droge wurde in Form ausgelassener 'Happenings' mit Musik zelebriert. Als Partydroge kam LSD im Zuge der Techno-Bewegung der 80er Jahre wieder in Mode. Zuweilen wird sie mit 'Ecstasy' zu so genannten 'Candy Flips' kombiniert, um besonders starke Wahrnehmungsveränderungen zu erzielen.

Wirkung

Die Wirkung von LSD kann bereits nach zehn Minuten, manchmal aber auch erst nach drei Stunden einsetzen und hält zwischen fünf und zwölf Stunden an. Zu unterscheiden sind psychologische und körperliche Reaktionen auf die Einnahme. Im Rahmen eines 'Trips' wollen die Konsumenten positive psychologische Wirkungen erzielen. Hierzu gehören Halluzinationen optischer, aber auch akkustischer und sensorischer Natur, eine intensive und zugleich verfremdete Wahrnehmung der Umgebung, eine starke Euphorie sowie das Gefühl, in den Besitz tiefgreifender Erkenntnisse und Wahrheiten gelangt zu sein. Vergessen wird dabei oft die Gefahr, einen Horrortrip mit Gefühlen der Angst und Panik zu erleben: Die veränderte Wahrnehmung und der damit einhergehende Kontrollverlust wird in diesem Fall als höchst bedrohlich empfunden. Auch so genannte 'Flashbacks' – ein Wiedererleben des Trips ohne nochmalige LSD-Einnahme – sind möglich. Körperlich äußert sich die Wirkung von LSD unter anderem durch erweiterte Pupillen, einen trockenen Mund, starkes Schwitzen, Appetitlosigkeit sowie eine steigende oder absinkende Körpertemperatur. Der Puls beschleunigt sich und der Blutdruck steigt.

Gefahren

LSD erzeugt kein Suchtverhalten, so dass es häufig beim Ausprobieren bleibt; doch auch die Gefahren eines einmaligen Konsums sind zahlreich. Neben den bereits angesprochenen 'Horrortrips' oder 'Flashbacks' ist vor allem die Gefahr einer 'Psychose' zu berücksichtigen. Im 'Diagnosekatalog ICD-10' wird in diesem Zusammenhang die Ziffer 'F16' (Psychische und Verhaltensstörungen durch Halluzinogene) verwendet. Ebenfalls nicht zu unterschätzen ist die Unfallgefahr unter LSD-Einwirkung. Allmachts- und Unverwundbarkeitsgefühle in Kombination mit der veränderten Wahrnehmung der Umgebung führten in der Vergangenheit bereits zu Todesfällen. Ebenfalls tödliche Auswirkungen kann die gleichzeitige Einnahme von LSD mit bestimmten Medikamenten haben. Zu nennen sind hier vor allem Antidepressiva mit 'MAO-Hemmern' sowie Präparate gegen 'Morbus Parkinson'.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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