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Gesundheitslexikon: Loperamid

Loperamid: schneller Helfer bei Durchfall

Bei dem einen kann es eine verdorbene Muschel gewesen sein, bei dem anderen rächt sich das ungewaschene Stück Obst: Durchfall kann jeden treffen. Die Krankheit ist nicht zu unterschätzen und für den Betroffenen sehr unangenehm. Dann muss mit Medikamenten schnell gegengesteuert werden, um ein Flüssigkeitsmangel im Körper zu vermeiden.

Was ist Loperamid?

Bei Loperamid handelt es sich um einen Arzneistoff, der in Medikamenten enthalten ist, welche zu den sogenannten Peristaltikhemmern gehören. Das Mittel wirkt also auf die natürlichen Bewegungen des Darmes und schränkt diese stark ein. Loperamid ist daher in Medikamenten enthalten, mit denen eine Durchfallerkrankung behandelt werden soll. Das Mittel darf ab dem zwölften Lebensjahr eingenommen werden. Die WHO hat Loperamid vor einigen Jahren auf die ‚Liste der unentbehrlichen Arzneistoffe‘ gesetzt. Loperamid zählt zu den Opioiden, wirkt aber ganz begrenzt nur auf den Darm. Bei sachgemäßer Einnahme sind keine Nebenwirkungen zu erwarten, die das Nervensystem betreffen, so wie es sonst bei Opioiden üblich ist.

Wie wirkt Loperamid auf den Körper?

Durch den gesamten Magen-Darm-Trakt ziehen sich unzählig viele Nerven. Das Nervengeflecht, welches speziell in und um den Darm herum angesiedelt ist, nennt man Plexus myentericus. Diese feinen Nervenzellen sind in der gesamten Darmwand zu finden, denn sie regeln die Bewegung des Darmes. Durch die von außen nicht steuerbare Bewegung wird der Speisebrei im Rahmen der Verdauung verwertet und durch die verschiedenen Darmabschnitte geschoben. Für die stetige Fortbewegung innerhalb des Darmes sorgt eben dieser Plexus myentericus. Loperamid wirkt nun nach der Einnahme genau auf diese feinen Nervenzellen der Darmaußenwand. Es beruhigt die Rezeptoren der Zellen und sorgt damit für eine Glättung und Entspannung der Außenwände. Dies führt dazu, dass der Darminhalt länger dort verweilen kann und nicht weiter spontan ausgeschieden wird. Darum wird Loperamid gegen Durchfälle eingesetzt. Zudem wurde beobachtet, dass Loperamid für eine erhöhte Spannung des Afterschließmuskels sorgt. Dies empfinden Menschen, die unter akuten Durchfällen gelitten haben, ebenfalls als positiv.

Bei welchen Beschwerden kann Loperamid eingesetzt werden, gibt es eine Verschreibungspflicht?

Generell wird Loperamid bei akuten Durchfallerkrankungen eingesetzt. Präparate, die diesen Wirkstoff enthalten, sind apothekenpflichtig, nicht aber verschreibungspflichtig.

Was sollten Sie bei der Einnahme von Loperamid beachten?

Im Allgemeinen werden Präparate, welche Loperamid enthalten, gut vertragen. Wichtig ist allerdings zu beachten, dass dieser Arzneistoff nicht eingesetzt werden sollte, wenn es sich um infektiöse Durchfallerkrankungen handelt. In dem Fall sollte eine gründliche Entleerung des Darmes vorgezogen werden, um den Erreger auszuscheiden. Loperamid jedoch hemmt die Peristaltik, womit sich die Verweildauer der Speisereste im Darm erhöht. Bei infektiösen Bestandteilen wäre dies nicht förderlich, weil sonst ungebremst weiterhin Giftstoffe in den Körper abgegeben werden könnten.

Ferner wird bei akuten Colitis-ulcerosa- und Colitis-pseudomembranosa-Schüben von einer Einnahme abgesehen. Patienten, die parallel mit einem Breitspektrum-Antibiotikum behandelt werden, dürfen den Arzneistoff Loperamid ebenfalls nicht einnehmen.

Auch bei Menschen, bei denen generell die Peristaltik nicht gehemmt werden darf, beispielsweise nach einer Operation oder wenn mögliche Folgeerkrankungen zu erwarten wären, sollten von den Präparaten ebenfalls Abstand nehmen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und Hinweise über Arzneimittel, hat jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt daher nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Da die Medizin sich ständig weiterentwickelt, sollten Sie immer die aktuelle Gebrauchsinformation zu Ihrem Arzneimittel sorgfältig durchlesen und Ihren Arzt oder Apotheker zurate ziehen.

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