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Gesundheitslexikon: Lithium

Was ist Lithium?

Bei Lithium handelt es sich um ein Leichtmetall, das neben seiner Verwendung in der Industrie (Glas, Keramik, Batterien etc.) vor allem als Psychopharmakon in der Medizin eine wichtige Rolle spielt. Bestimmte Lithiumsalze werden gegen Manien, Depressionen, bipolare Erkrankungen und Cluster-Kopfschmerzen eingesetzt. Allerdings ist der therapeutische Spielraum eng, was eine engmaschige Kontrolle des Spiegels notwendig macht.

Was ist Lithium?

Lithium wurde 1817 vom Schweden Johan August Arfwedson entdeckt. Nach einigen gescheiterten Experimenten auf dem medizinischen Feld entdeckte man die Wirksamkeit von Lithiumsalzen gegen bestimmte psychische Erkrankungen. Insbesondere bei der bipolaren Störung (früher: manische Depression mit häufigen Stimmungswechseln), bei Depressionen und bei Manien spielt Lithium eine wichtige Rolle als Stimmungsstabilisator, um Einbrüche und Rückfälle zu vermeiden. In geringen Mengen kommt Lithium natürlich im Organismus und in bestimmten Lebensmitteln wie Fleisch vor. Des Weiteren wurde festgestellt, dass eine ausreichend hohe Menge an Lithium im Trinkwasser die Selbstmord- und Kriminalitätsrate sinken sowie die Lebenserwartung steigen lässt. Das Leichtmetall ist in der Medizin somit unverzichtbar.

Personengruppen, für die Lithium relevant ist

In der Psychiatrie hat sich die Entdeckung des Lithiums als Stimmungsstabilisator als ein Segen erwiesen. Vielen Menschen mit psychischen Erkrankungen hat es ein normales Leben ermöglicht. Es spielt vor allem als Rückfallprophylaxe eine erhebliche Rolle, da es massive Stimmungsumbrüche, wie sie zum Beispiel bei der bipolaren Erkrankung vorkommen, unterdrücken kann. Doch auch Depressive, Maniker und Menschen mit Cluster-Kopfschmerzen profitieren von Lithium. Ist eine solche Erkrankung Fakt, lohnt sich ein Gespräch mit einem Facharzt, ob eine Lithiumtherapie möglicherweise sinnvoll ist.

Risiken und Nebenwirkungen

Bei allem Nutzen ist Lithium nicht ungefährlich. Der therapeutische Spielraum ist zwischen 0,6 mmol/l und 1,1 mmol/l sehr eng gefasst. Dies macht es notwendig, dass Patienten, die mit Lithium behandelt werden, regelmäßig Blutkontrollen unterzogen werden, damit der Spiegel nicht zu hoch steigt bzw. zu tief sinkt. Ein zu hoher Spiegel wirkt toxisch, bei einem zu geringen Spiegel steigt die Gefahr für einen seelischen Einbruch. Bei einem Spiegel über 1,1 mmol/l kommt es sehr schnell zu Übelkeit und Erbrechen, Herzrhythmusstörungen, Leukozytose, Zittern und Muskelsteifheit. Ab 3,0 mmol/l ist Lithium sogar tödlich. Die toxische Grenze variiert dabei von Person zu Person etwas. Zudem kann es bei der Lithiumtherapie zu Natriummangel und einer Elektrolyt-Störung kommen. Erwähnenswert ist auch, dass das Leichtmetall sich nierengiftig auswirken kann, weswegen eine regelmäßige Kontrolle der Nierenfunktion ebenfalls elementar ist. Den besten Anhaltspunkt über die Nierenfunktion gibt dabei der sog. Kreatinin-Wert. Im Idealfall sollten Patienten, die mit Lithium behandelt werden, vierteljährlich zur Blutkontrolle kommen. Außerdem handelt es sich um ein Spiegelmedikament, d.h., die Wirksamkeit ist nur dann gegeben, wenn es regelmäßig eingenommen wird. Von einem eigenmächtigen Ändern der Dosis ist deswegen dringend abzuraten. Wie viele Psychopharmaka wirkt sich Lithium übrigens bei zahlreichen Patienten auch negativ auf das Körpergewicht aus. Daher empfiehlt sich eine Ernährungsumstellung mit ausreichend Bewegung bei einer Lithiumtherapie, um eine erfolgreiche Gewichtskontrolle zu betreiben.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und Hinweise über Arzneimittel, hat jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt daher nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Da die Medizin sich ständig weiterentwickelt, sollten Sie immer die aktuelle Gebrauchsinformation zu Ihrem Arzneimittel sorgfältig durchlesen und Ihren Arzt oder Apotheker zurate ziehen.

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