Gesundheitslexikon Gesundheitslexikon

Gesundheitslexikon: Leukozytoklastische Vaskulitis

Leukozytoklastische Vaskulitis - das müssen Sie wissen

Der Begriff leukozytoklastische Vaskulitis beschreibt eine Entzündung der kleineren Blutgefäße an der Haut. Sie betrifft insbesondere die mikroskopisch kleinen Venen, welche das Blut aus den feinen Kapillaren der Haut ableiten. Bei dieser Erkrankung dringen weiße Blutkörperchen (Leukozyten) aus dem Blut in die Gefäßwände ein und bewirken deren Zerstörung.

Ursachen

Häufigster Grund für die leukozytoklastische Vaskulitis ist eine Überreaktion des körpereigenen Immunsystems auf Medikamente oder Bestandteile von Krankheitserregern. Dabei bildet das Abwehrsystem bestimmte Antikörper, welche sich an die Fremdstoffe koppeln und zur Bildung sogenannter Immunkomplexe führen. Lagern sich diese Komplexe an den Wänden kleiner Blutgefäße ab, kommt es zur Immunkomplex-Vaskulitis.

Darüber hinaus gibt es Formen der leukozytoklastische Vaskulitis, bei denen noch weitere Teilursachen eine Rolle spielen. Hierzu zählen beispielsweise die kryoglobulinämische Vaskulitis oder die leukozytoklastische Vaskulitis bei Kollagenosen wie dem Sjögren-Syndrom.

Symptome

Charakteristische Krankheitszeichen der leukozytoklastische Vaskulitis sind viele kleine Einblutungen in die Haut. Diese zeigen sich zunächst als intensiv rote, etwa ein bis drei Millimeter große Punkte an den Unterschenkeln. Die Flecken verfärben sich innerhalb weniger Tage blau-rot, während gleichzeitig an den Unterschenkeln und zum Teil auch an den Oberschenkeln weitere intensiv rote Einblutungen entstehen. In der Regel verursachen diese Hautveränderungen keine Beschwerden. Nur in wenigen Fällen brennen oder jucken sie leicht.

Bei stärker ausgeprägten Entzündungsreaktionen entwickeln sich die Flecken zu dunkelroten Knötchen mit mehreren Millimetern Durchmesser weiter. Besonders schwere Verlaufsformen führen zu einem Absterben der obersten Hautschicht im Zentrum der Knötchen und zu nässenden oberflächlichen Hautdefekten. Im Extremfall sind Nekrosen in der bindegewebigen Lederhaut möglich. Hierbei sind schwarze Knötchen sichtbar, die sich nach wenigen Tagen ablösen und kleine schmerzhafte Wunden hinterlassen.

Meist beschränkt sich die leukozytoklastische Vaskulitis auf die Haut. Gelegentlich können jedoch auch andere Organsysteme betroffen sein. So macht sich die Beteiligung des Magen-Darm-Traktes durch wiederkehrende Bauchschmerzen und mitunter auch durch leichte Darmblutungen bemerkbar. Sind kleine Blutgefäße im Gelenkbereich entzündet, führt dies zu Gelenkschmerzen und zum Anschwellen umgebender Weichteile.

Diagnose

Aufschluss über das Vorliegen einer leukozytoklastische Vaskulitis geben verschiedene Untersuchungen Ihrer Haut, Ihres Blutes und Ihres Urins. Zur Sicherstellung der Diagnose werden Ihnen unter örtlicher Betäubung zwei Hautproben entnommen. Eine davon wird mikroskopisch auf feingewebliche Anzeichen einer Gefäßentzündung untersucht, während die zweite dazu dient, mithilfe des direkten Immunfluoreszenz-Verfahrens abgelagerte Immunkomplexe an Ihren Gefäßwänden nachzuweisen.

Bei schubweiser Wiederkehr oder einem chronischen Verlauf der Erkrankung können außerdem bildgebende Methoden wie eine Röntgen-Untersuchung der Lunge oder eine Sonografie der Bauchorgane sinnvoll sein, um den zugrunde liegenden Auslöser zu finden.

Behandlung

Abhängig von der jeweiligen Ursache heilt die Gefäßentzündung häufig von selbst ab. Zur Linderung der Beschwerden kann Kortison zur Anwendung kommen. Eine Kompressionstherapie verhindert nicht nur das Ablagern weiterer Immunkomplexe an den Gefäßwänden, sie beschleunigt auch das Abheilen bestehender Entzündungsherde. Wurde die Erkrankung durch eine bakterielle Infektion ausgelöst, verordnet der Arzt ein Antibiotikum. Ist eine chronische Erkrankung wie eine Blutkrankheit oder eine Kollagenose der Grund für die leukozytoklastische Vaskulitis, wird ein entsprechender Spezialist hinzugezogen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

Anzeige