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Gesundheitslexikon: Lepra

Lepra gehört zu den ältesten Krankheiten der Menschheit

Die chronische Infektionskrankheit Lepra zählt zu den bekanntesten und ältesten Krankheiten in der Geschichte der Menschheit. Sie wird durch den Erreger Myobacterium leprae ausgelöst. Die Erkrankung, die auch unter Morbus Hansen oder Hansen-Krankheit bekannt ist, hat ihren Ursprung vermutlich in Ostafrika. Im Altertum galt sie als bedrohliche Epidemie, die sich bis in die frühe Neuzeit zog. Im 19. und 20. Jahrhundert war Lepra insbesondere in Entwicklungsländern, nicht zuletzt aufgrund von mangelnder Hygiene, vertreten. In Europa gilt die bakterielle Krankheit als ausgerottet. In anderen Teilen der Welt, beispielsweise in Brasilien oder Indien, ist sie bis heute verbreitet. Trotz großer Bemühungen hat man noch kein adäquates Impfmittel entwickeln können. Daher werden die Betroffenen zumeist in Quarantänelagern untergebracht, um eine Verbreitung zu verhindern. Dennoch ist Lepra heutzutage heilbar.

Ursachen

Lepra resultiert aus der Übertragung des säurefesten Stäbchenbakteriums, das dem Erreger von Tuberkulose ähnelt. Die Übertragung erfolgt durch eine Tröpfcheninfektion. Diese kommt durch einen körperlich engen Kontakt mit einem erkrankten Menschen zustande. Zumeist entsteht eine Infizierung durch sexuellen Kontakt. Des Weiteren kann die Übertragung von Lepra, das lediglich schwach ansteckend ist, durch mangelnde Hygiene, ein labiles Immunsystem und Unterernährung begünstigt werden. Aufgrund dieser Faktoren tritt die Krankheit eher in Entwicklungsländern auf. Die Inkubationszeit beträgt meist einige Monate, kann aber in wenigen Fällen bis zu 20 Jahre andauern.

Symptome

Die neurologische Erkrankung zeigt sich durch das Absterben von Nerven und Blutgefäßen. Zudem kann es zur Blutverdickung kommen. Hierdurch werden häufig weitere Nekrosen hervorgerufen. Die Erkrankten verlieren zumeist ihr Wärme- und Kälteempfinden. Auch ihr Schmerzgefühl wird desensibilisiert. Oft wird fälschlicherweise angenommen, dass Lepra für das Absterben der Extremitäten verantwortlich ist. Dem ist nicht so: Durch das mangelnde Schmerzempfinden registrieren die Betroffenen allerdings mögliche Verletzungen nicht. Die unbehandelten Wunden können sich entzünden – dadurch kommt es zum Abfallen der Körperteile.

Diagnose

Mithilfe der Schulmedizin ist es längst möglich, eine eindeutige Diagnose zu stellen. Durch histologische Untersuchungen, beispielsweise durch die Untersuchung von Gewebeproben, kann das Krankheitsbild ermittelt werden. Des Weiteren kann die Polymerasenkettenreaktion Aufschluss geben.

Behandlung

Obwohl es noch kein Impfmittel gegen Lepra gibt, existieren einige Therapieformen. Arzneiliche Wirkstoffe, beispielsweise Dapson oder Rifampicin, können zu einer Gesundung des Patienten beitragen. Auch eine Polychemotherapie kann den Heilungsverlauf begünstigen. Die individuellen Genesungschancen hängen allerdings vom Stadium der Erkrankung ab.

Vorbeugung

Da Lepra zu den geringfügig ansteckenden Krankheiten zählt, ist die Umgehung einer Ansteckung vergleichsweise unkompliziert. Durch das Einhalten hygienischer Standards kann die Ausbreitung verhindert werden. Des Weiteren kann eine ausgewogene Ernährung, die das Immunsystem stärkt, einer Erkrankung vorbeugen. Ein direkter sexueller Kontakt mit Erkrankten muss vermieden werden.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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