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Gesundheitslexikon: Leishmaniose

Leishmaniose: Sandmücken übertragen Parasiten

Bei der Leishmaniose, auch Kala-Azar oder Orientbeule genannt, handelt es sich um eine Infektionskrankheit. Übertragen wird sie von der Sandmücke, ausgelöst durch Parasiten. Sowohl Mensch als auch Tier können betroffen sein. 

Ursachen

bt es nur sehr selten Leishmaniose-Fälle, im südlichen Europa kommt die Krankheit aber verbreitet vor. Betroffen sind klassische Urlaubsländer wie Italien, Spanien und die Türkei. Weitere Verbreitungsgebiete sind der Nahe Osten, der Norden und der Osten Afrikas, Indien und Südamerika.

Ursachen

In der Regel werden die einzelligen Parasiten, Leishmanien genannt, durch die Sandmücke übertragen. Das Insekt ist klein, beigefarben und in warmen Regionen zu Hause. Es hält sich bevorzugt in Bodennähe auf. Die Sandmücken tragen die Leishmanien von infizierten Wirten weiter. Die Erreger gelangen dann über Stiche in die menschliche Blutbahn. In seltenen Fällen werden Leishmanien auch über Bluttransfusionen oder Transplantationen übertragen. Zudem kann die werdende Mutter die Parasiten an ihr Ungeborenes weitergeben.

Die Inkubationszeit ist variabel und kann eine Woche, einige Monate oder mehrere Jahre betragen.

Symptome

Die kutane Leishmaniose, auch Haut-Leishmaniose genannt, ist die harmloseste Form der Erkrankung. Nach dem Stich der Sandmücke kommt es zu einer Schwellung und einer Rötung an der Einstichstelle. Später entwickelt sich ein Geschwür, das von einem Randwall umgeben ist, üblicherweise aber keine Beschwerden mit sich bringt. Betroffen sind das Gesicht, die Arme und die Beine, die Gewebedefekte heilen in der Regel von selbst ab. 

Die mukokutane Leishmaniose beginnt mit einem Hautgeschwür, befällt nach dem Abheilen aber die Schleimhäute. Besonders betroffen sind die Nasen- und Rachenschleimhaut, seltener die Schleimhäute im Bereich des Mundes, des Kehlkopfes oder der Genitalien. Unbehandelt kann die Krankheit Bindegewebe, Haut oder Knorpel zerstören – schwere Verstümmelungen sind die Folge.

Die viszerale Leishmaniose befällt die Eingeweide. Es kommt zu Lymphknotenschwellungen, Fieberschüben, Erbrechen, Durchfall oder Bauschmerzen. Auffällig ist die Dunkelfärbung der Schleimhäute, Handflächen und Fußsohlen, weshalb die Krankheit auch Schwarzfieber genannt wird. Besonders stark in Mitleidenschaft werden die Leber und die Milz gezogen.

Diagnose

Symptome, Krankengeschichte und der Hinweis auf eine vergangene Reise in ein Risikogebiet können einen Hinweis auf Leishmaniose liefern. Bei der Haut-Leishmaniose wird eine Biopsie veranlasst, bei der viszeralen Leishmaniose können eine Knochenmarkspunktion oder Proben aus Leber und Milz Aufschluss geben. Zudem kann eine Blutuntersuchung die gebildeten Antikörper aufzeigen.

Behandlung

Bei mildem Verlauf heilt die kutane Leishmaniose von selbst aus. Eventuell kann der Arzt ein Präparat aus Antimon, einem Schwermetall, das den Stoffwechsel der Parasiten hemmt, unter die Haut spritzen. Dasselbe Arzneimittel kommt bei einem schweren Verlauf oder bei der viszeralen Leishmaniose zur Anwendung, wird dann aber als Infusion verabreicht. Ein rasches Handeln ist wichtig, bei zu später Behandlung kann die Erkrankung tödlich enden.

Vorbeugung

Gegen Leishmaniose gibt es keine Schutzimpfung. Deshalb ist es von großer Wichtigkeit, sich ausreichend vor Insektenstichen zu schützen. Maßnahmen wie Mückenschutzmittel, Haut bedeckende Kleidung ab der Dämmerung sowie der Gebrauch von Moskitonetzen und Fliegengittern können Stichen vorbeugen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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