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Gesundheitslexikon: Leinsamen

Leinsamen: Medizin im Miniaturformat

Lein kommt weltweit vor und wird in vielen Ländern der Erde angebaut. Die himmelblauen Blüten der etwa ein Meter hohen Pflanzen produzieren Kapseln, ähnlich dem Mohn, in dem sich die glänzenden, beigefarbenen bis braunen Samen befinden. Ihr Gewächs wurde in älteren Schriften auch als Flachs beschrieben und gehört zu den ältesten Kulturpflanzen auf der Welt. Archäologische Funde weisen auf den Gebrauch der Pflanze vor bereits etwa 7.000 Jahren hin. Vor allem für die Herstellung von Textilien wurde Lein schon vor 5.000 Jahren kultiviert. Im antiken Griechenland schätze man es außerdem als Heilpflanze.

In Lein steckt einiges drin

Die Samenschalen sind reich an Proteinen, Ballaststoffen und enthalten wertvolle Öle, die reich an Omega-3-Fettsäuren sind. Das aus dem Lein gewonnene Leinöl ist ein hochwertiges Speiseöl, mit einem Gehalt von mehr als 90 Prozent mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Die wichtigsten Wirkstoffe des Leins setzen sich aus verschiedenen Zuckern, wie Galactose,  Xylose und Galacturonsäure, zusammen und bilden Schleim- bzw. Quellstoffe, die vor allem der Verdauung zugute kommen. Weiterhin enthalten sind die Vitamine B1, B2, B6 und E sowie Nicotin-, Fol- und Pantothensäure.

Verwendung und Nutzen von Lein

Die Quellstoffe der Leinsamen regen die Darmaktivität an. Somit sind Leinsamen ein hervorragendes Mittel gegen Verstopfung. Forscher beschäftigen sich derzeit mit der eingehenden Untersuchung der Leinsamen. Wahrscheinlich helfen die darin enthaltenen Wirkstoffe Krebsarten, wie Darm-, Brust- und Prostatakrebs, vorzubeugen. Speziell die Linolensäure spielt eine wichtige Rolle und hat gesundheitsfördernde Eigenschaften. Interessanterweise entwickeln sich die Effekte erst nach einigen Tagen. Die Wirkstoffe wirken besser, wenn die Samen vorher geschrotet werden. Das Wichtigste bei einer Behandlung mit Leinsamen ist eine hohe Wasseraufnahme, sonst kann es zu einem Darmverschluss kommen. Neben der hervorragenden verdauungsfördernden Wirkung kann der Leinsamenschleim bei der Behandlung von Magengeschwüren förderlich sein. Morgens und jeweils vor den Mahlzeiten eingenommen, schützt er die Magenschleimhaut. Leinsamen sollte geröstet zu sich genommen werden, da sonst eine Aufnahme der wichtigen Bestandteile durch den Körper ausbleibt. Nach dem Auspressen des wertvollen Leinöls bleibt der sogenannte Leinkucher übrig. Umschläge und  Warmpackungen mit diesem Brei können gegen Gallenblasenkoliken oder Lebererkrankungen helfen. Die darin enthaltenen wasserlöslichen Lignane haben zudem eine antioxidative Wirkung und werden, medizinisch aufbereitet, zur Behandlung von Brustkrebs verwendet.


Wichtige Hinweise

Beachten Sie bitte, dass Leinsamen die Wirkungsweise von Medikamenten beeinträchtigen können. Daher ist es ratsam, die Samen erst einige Stunden vor oder nach der Einnahme Ihres Medikaments einzunehmen. Trinken Sie zu den Samen unbedingt stets viel Wasser! Vorsicht: Leinsamen nicht bei einem Darmverschluss anwenden. Schwangere sollten auf den Verzehr von Leinöl verzichten, da eine Frühgeburt eingeleitet werden könnte. Eine Behandlung mit Leinsamen hingegen ist eher unproblematisch, sollte allerdings mit dem Frauenarzt vorher abgesprochen werden.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und ersetzt daher keine Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Heilpflanzen können in falscher Anwendung oder Dosierung schwerwiegende Nebenwirkungen zur Folge haben. Lassen Sie sich deshalb in der Apotheke oder vom Arzt beraten.

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