Gesundheitslexikon Gesundheitslexikon

Gesundheitslexikon: Lecithin

Lecithin – vielseitiger Vitalstoff

Lecithine sind eine Gruppe von sogenannten Phospholipiden, die sich aus Glycerin, Phosphorsäure, Cholin und Fettsäuren zusammensetzen. Sie sind nicht nur Bestandteil der Zellmembranen, sondern spielen auch eine Rolle im Stoffwechsel, bei der Energieversorgung und bei der Zellatmung.

Was ist Lecithin?

Das Lecithin ist eine fettähnliche Substanz, die auch unter dem Namen Phosphatidylcholin bekannt ist. Erstmalig erwähnt wurde sie bereits im Jahr 1811 von dem französischen Apotheker Louis-Nicolas Vauquelin. Erst 1925 konnte Lecithin jedoch aus rohem Pflanzenöl isoliert werden. Das erste Lecithin-Präparat brachte der Arzt Buer 1935 auf den Markt.

Wo kommt die Substanz im Körper vor?

Phospholipide wie das Lecithin sind wichtige Bestandteile von Zellwänden und kommen somit in Tieren, Menschen, Pflanzen und Algen sowie in vielen Mikroorganismen vor. Im menschlichen Körper findet sich die größte Konzentration an Lecithinen im Gehirn, in der Leber, in Lunge und Herz und im Muskelgewebe. Auch im Blutplasma finden sich die Phospholipide.

Die Wirkung von Lecithin im menschlichen Körper

Lecithine übernehmen im Körper sowohl strukturbildende als auch funktionelle Aufgaben. Fast alle Zellen beinhalten in ihrer Zellmembran eine Doppelschicht aus Lipiden. Für die Bildung dieser Biomembranen und auch für die Bildung von Zellorganellen benötigt der Körper Lecithine. Lecithine sind ferner am Fettstoffwechsel bezeichnet. Sie emulgieren wasserunlösliche Fette und unterstützen so die Fettverdauung. Lecithine ermöglichen den Transport von Cholesterin durch das Blutgefäßsystem. Sie schützen die Gefäße somit vor Ablagerungen und beugen Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor.

Phospholipide wie das Lecithin sind außerdem Bestandteil der Nervenzellmembran. Dadurch nehmen sie Einfluss auf die Funktionsfähigkeit der Neuronen. Bei einem Mangel an Lecithin nimmt die Leitungsfähigkeit der Neuronen ab. Infolge kommt es zu einem Nachlassen der kognitiven Leistung, zu einer verringerten Reaktionsgeschwindigkeit und zu einem schwindenden Erinnerungsvermögen. Studien zeigen, dass sich bei einigen Patienten durch Lecithin die Signalübertragung zwischen den einzelnen Gehirnzellen verbessert. Es wird deshalb vermutet, dass die Phospholipide degenerativen Erkrankungen wie Alzheimer oder Demenzen vorbeugen können.

In welchen Lebensmitteln kommt Lecithin vor?

Lecithin für Nahrungsergänzungsmittel und für die Industrie wird vorwiegend aus Sojabohnen gewonnen. Die Sojabohne hat einen Lecithin-Gehalt von zwei Prozent. Die Bohnen für die Lecithin-Produktion stammen hauptsächlich aus den USA, Argentinien und Brasilien. Neben Soja werden in geringen Mengen Raps und Sonnenblumen als Rohstoffquellen genutzt. Eigelb hat mit rund 10 Prozent den höchsten Lecithingehalt. Aufgrund der eingeschränkten Verfügbarkeit reicht dies aber zur solitären Produktion von Lecithin nicht aus. Phospholipide aus Eiern werden vor allem in der Pharmazie, in der Kosmetikindustrie und in der Medizin genutzt.

Lecithin kann normalerweise in ausreichender Menge mit der Nahrung aufgenommen werden. Es steckt in Eiern, Hülsenfrüchten, Nüssen, Fisch, Weizenkeimen und Hefe. Bei starker psychischer oder körperlicher Belastung kann eine zusätzliche Zufuhr in Form von Nahrungsergänzungsmitteln sinnvoll sein.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen. Die Einnahme von Vitaminpräparaten und Nahrungsergänzungsmitteln ist nicht immer sinnvoll und kann Ihnen bei falscher Dosierung oder Kombination sogar schaden. Lassen Sie sich daher von einem Arzt oder Apotheker beraten. Schwangere sollten mit ihrem Frauenarzt sprechen. Vitaminpräparate und Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine gesunde Ernährung oder Lebensweise.

Anzeige