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Gesundheitslexikon: Leberzirrhose

Frau krümmt sich mit Bauchschmerzen.
Eine der Hauptursachen für eine Leberzirrhose ist Alkoholmissbrauch. © Getty Images/iStockphoto, itsmejust

Leberzirrhose: Ursachen, Symptome und Therapie der Schrumpfleber

Eine Leberzirrhose, auch Schrumpfleber genannt, entsteht nach langwieriger, chronischer Erkrankung der Leber. Dabei wird ihre ursprüngliche Gewebestruktur irreparabel zerstört und erhärtet. Meist bleibt die Leberzirrhose jahrelang unerkannt, was ihre Heilung unmöglich macht. Die Leber ist das größte Entgiftungsorgan des Menschen. Die Zerstörung der Zellen beeinträchtigt ihre Funktion, was in fortgeschrittenem Stadium zum Leberkoma und zum Tode führen kann.

Ursachen

Die Hauptursachen für die Entstehung von Leberzirrhose sind Alkoholmissbrauch, Hepatitis und vererbte Stoffwechselerkrankungen. Zudem kann die Einnahme bestimmter Medikamente die Leber nachhaltig schädigen und eine Zirrhose auslösen. In über der Hälfte der Fälle ist Alkoholmissbrauch verantwortlich für die Leberzirrhose. Nach Alkoholgenuss wird der Fettabbau verhindert. Das Fett lagert sich in der Leber ab und die sogenannte Fettleber entsteht. Über einen längeren Zeitraum werden die Leberzellen geschädigt, sterben ab und werden durch Bindegewebe ersetzt. Der tägliche Konsum von 40 Gramm Alkohol bei Männern und 20 Gramm Alkohol bei Frauen kann irreparable Schäden der Leber und eine Zirrhose verursachen. Zu etwa 30 Prozent der Ursachen zählt eine Hepatitiserkrankung. Die Viren der Hepatitistypen B und C entzünden das Lebergewebe, sodass die Zellen absterben oder verändert werden. Dabei entsteht entweder eine Zirrhose oder Leberkrebs. Weitere Ursachen für die Leberzirrhose können immun bedingte Entzündungen, die Einnahme von Chemikalien oder Infektionskrankheiten sein.

Symptome

Die Symptome zeigen sich erst bei fortgeschrittener Erkrankung. Der Betroffene fühlt sich abgeschlagen, müde und ist vermindert leistungsfähig. Daraus wird nicht zwangsläufig immer eine Leberzirrhose geschlossen. Erst Anzeichen wie starker Gewichtsverlust, verstärktes Schwitzen, Stimmungswechsel und Druckgefühl bis hin zu Schmerzen im Oberbauch können auf eine fortgeschrittene Lebererkrankung hinweisen. Zudem färbt sich die Haut des Patienten grau bis gelblich, wirkt fahl und juckt. Auch hormonelle Veränderungen, wie ein Verlust der Körperbehaarung, Potenzstörungen bzw. Menstruationsstörungen sind Symptome. Außerdem weisen eine Abzeichnung der Blutgefäße auf der Haut, dunkler Urin und heller Stuhl auf eine Erkrankung der Leber hin. Es sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden, um die Ursachen zu bekämpfen.

Diagnose

Hier besteht die Problematik, dass die Leberzirrhose meist erst viel zu spät entdeckt wird, da sich die Symptome erst in fortgeschrittenem Stadium zeigen. Eine Entdeckung geschieht eher durch Zufall während einer Ultraschall- oder Blutuntersuchung. Bei Verdacht tastet ein Internist den Bauch ab und fühlt, ob die Leber bereits verhärtet und verkleinert ist. Laboruntersuchungen des Blutbildes, eine spezielle Ultraschalluntersuchung (Elastografie), eine Leberpunktion (Gewebeprobe) oder Bauchspiegelung können ebenfalls Aufschluss über den Zustand des Entgiftungsorgans geben.

Behandlung/Therapie

Geschädigtes Lebergewebe kann weder medikamentös noch operativ repariert werden. Es hilft nur die Behandlung der Ursachen. Medikamente und Alkohol dürfen nicht mehr eingenommen werden. Die Blutwerte müssen ständig kontrolliert werden. Bei einer Leberzirrhose im Endstadium kann der Patient nur durch Transplantation einer Spenderleber vor dem Tod gerettet werden.

Prävention

Das Erkrankungsrisiko kann nur durch Vermeiden der Hauptursache verringert werden. Ein geringer Alkoholkonsum, Impfungen gegen Hepatitis, regelmäßige ärztliche Untersuchungen und eine gesunde Lebensweise können ebenfalls vorbeugen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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