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Gesundheitslexikon: Lebertran

Lebertran – leicht verdaulich und gesund

Zur Herstellung von Lebertran wird die Leber verschiedener Arten von Fisch wie Dorsch, Kabeljau oder Schellfisch frisch verarbeitet. Die tranige Flüssigkeit hat eine gelb-braune Farbe und einen sehr gewöhnungsbedürftigen, fischigen Geschmack. Die im Lebertran enthaltenen Vitamine D, E und A sowie ungesättigte Fettsäuren machen ihn jedoch zu einer wertvollen Nahrungsergänzung.

Wertvolle Inhaltsstoffe von Lebertran

Vitamin D ist lebenswichtig, kann aber vom menschlichen Organismus nicht produziert werden. Es muss also mit der Nahrung oder über das Sonnenlicht aufgenommen werden. Geschieht das nicht, kommt es zu einem Vitamin-D-Mangel, der bei Kindern das Wachstum stört und schlimmstenfalls zu einer Erweichung der Knochen (Rachitis) führt.

Vitamin A ist auch als Retinol bekannt. Das fettlösliche Vitamin kommt nur in tierischen Produkten vor. Der Mensch benötigt es für das Wachstum und die Neubildung körpereigener Zellen. Vitamin A verhindert außerdem Beschädigungen an Zellen und fördert gutes Sehen. Auch mit Omega-3-Fettsäuren kann der Körper sich nicht selbst versorgen. Sie wirken Entzündungen entgegen und erleichtern den Blutfluss. Der Cholesterinspiegel wird durch sie günstig beeinflusst und Herz-Kreislauf-Krankheiten werden reduziert.

Vitamin E verhindert ein zu schnelles Altern der Haut und trägt zu einem gesunden, frischen Aussehen bei. Viele wichtige Antioxidantien sind in Vitamin E enthalten, die im menschlichen Körper die Aufgabe haben, freie Radikale abzufangen. Sie helfen aber auch bei der Wundheilung und reduzieren Narbenbildung auf der Haut.

Lebertran – seit Jahrtausenden angewandt

Schon in der Antike wurde Lebertran verwendet. Damals nutzten ihn die Mediziner, um Entzündungen zu hemmen. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde Lebertran dann richtig populär. Man schrieb ihm das Wachstum und die Abwehrkräfte unterstützende Eigenschaften zu und hielt ihn für ein Produkt, das den Stoffwechsel anregt.

Lebertran – die richtige Dosierung

Besonders nach dem Krieg wurde Lebertran als ein wesentlicher Baustein der Ernährung von Kindern angesehen. Zu dieser Zeit war es jedoch noch nicht möglich, den Vitamingehalt in Fischöl genau zu bestimmen. Daher war man auch nicht in der Lage, den Lebertran exakt zu dosieren. Dies birgt jedoch einige Gefahren, denn ein Zuviel an bestimmten Vitaminen kann zu einer Hypervitaminose führen. Als bekannt wurde, dass ein Teil der im Lebertran enthaltenen Vitamine in zu großen Mengen eingenommen geradezu Gift für den Körper sind und Verdauungsstörungen, Veränderungen an den Gefäßen und Kalkablagerungen an den Nieren verursachen, endete die Erfolgsgeschichte des Lebertrans vorübergehend. Wissenschaftler forderten damals dazu auf, die Gabe von Lebertran unter ärztliche Aufsicht zu stellen.

Lebertran tut viel Gutes

Trotz allem kann Lebertran als nützlich eingestuft werden. Er fördert den Muskel-Aufbau und die Zellerneuerung, senkt den Blutdruck sowie den Anteil an Blutfetten und unterstützt die Sehkraft. Zudem hat er vorbeugende Wirkung bezüglich Kinderkrankheiten, Osteoporose und Depressionen. Bei Gelenkerkrankungen wird er zum Einreiben verwendet. 100 Gramm Lebertran enthalten:

- Retinol (Vitamin A): 30000 μg

- Vitamin D: 330 μg

- Vitamin E: 20 mg

- Jod: 850 μg

- Phosphor: 1 mg

- 882 Kalorien

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen. Die Einnahme von Vitaminpräparaten und Nahrungsergänzungsmitteln ist nicht immer sinnvoll und kann Ihnen bei falscher Dosierung oder Kombination sogar schaden. Lassen Sie sich daher von einem Arzt oder Apotheker beraten. Schwangere sollten mit ihrem Frauenarzt sprechen. Vitaminpräparate und Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine gesunde Ernährung oder Lebensweise.

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