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Gesundheitslexikon: Leberkrebs (Leberzellkarzinom, Hepatozelluläres Karzinom)

Leberkrebs macht sich oft erst spät bemerkbar

Leberkrebs oder auch Leberzellkarzinom, bezeichnet eine maligne Entartung des Organs. Dabei kommt es zu einer irreversiblen Zerstörung des Leberläppchenaufbaus und der Gefäßarchitektur. Infolgedessen verliert die Leber nach und nach ihre Funktionen.

Ursachen

Ursache Nummer eins ist nach wie vor der Alkoholabusus. Dieser führt oft nach wenigen Dekaden zu einem Hepatozellulären Karzinom, wie der Leberkrebs auch genannt wird.

Des Weiteren spielt die chronische Hepatitis eine wichtige Rolle bei der Entartung der Leberzellen. Dabei ist es jedoch irrelevant, ob diese Leberentzündung durch Viren, Gallenstau, Medikamente oder eine Stoffwechselstörung hervorgerufen wird.

Da alle einpaarigen Bauchorgane wie Magen, Dünn- und Dickdarm sowie Bauchspeicheldrüse und Gallenblase durch die Pfortader mit der Leber verbunden sind, kommt es bei Krebsarten dieser Bauchorgane häufig zu Metastasen in der Leber. Die Tochterzellen, beispielsweise eines Dickdarmtumors, werden über das Pfortadersystem in die Leber transportiert und können sich dort als Leberkrebs weiter vermehren.

Symptome

Zu Beginn der Krankheit werden selten Symptome bemerkt. Erst im weiteren Verlauf kommt es bei vielen Betroffenen zur sogenannten B-Symptomatik mit unklarem Fieber, massivem Gewichtsverlust und Nachtschweiß. Aufgrund des Funktionsverlustes der entarteten Leberzellen schränkt sich die Arbeit der Leber mit der Zeit ein und es kommt zu sogenannten Hepatozeichen. Dies ist ein Ausdruck für klinische Symptome wie Gelbfärbung der Skleren, Aszites und Juckreiz. Nimmt der Tumor später an Größe zu, so verspüren Patienten häufig ein unangenehmes Druck- und Völlegefühl im rechten Oberbauch unabhängig von der Nahrungsaufnahme und leiden unter Appetitlosigkeit.

Diagnose

Wenn Sie oben genannte Symptome bei sich bemerken, bedeutet das nicht, dass Sie zwangsläufig an einem Hepatozellulären Karzinom erkrankt sind. Diese Symptome zeigen sich beispielsweise auch bei einem Pfortaderstau oder einer Leberzirrhose. Deshalb ist die Konsultation eines Arztes unabdingbar. Dieser wird mittels Anamnese und Sonographie erste richtungsweisende Abklärungen tätigen. Zur sicheren Diagnosestellung ist eine endoskopische Untersuchung und die Biopsie obligat. Stellt sich heraus, dass es sich tatsächlich um ein Leberkarzinom handelt, so folgen weitere Untersuchungen, um Größe, Ausbreitung und Herkunft des Tumors zu bestimmen.

Behandlung

Ein Leberzellkarzinom muss in jedem Fall behandelt werden. Hierbei stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, denn die Medizin hat in den letzten Jahren weitreichende Fortschritte in der Forschung erzielen können.

Ist der Tumor noch klein oder nah an einem Blutgefäß, so kann man diesen mittels Medikamenten-Injektion in das Pfortadersystem absterben lassen. Auch die Radiotherapie, bei der die entarteten Zellen bestrahlt werden, ist im Gegensatz zu einer Operation eine relativ wenig invasive Therapiemaßnahme.

Reichen diese Methoden nicht aus, so stehen verschiedenste Zytostatika zur Verfügung. Diese Chemotherapien können kurativ, also heilend, oder auch palliativ, eher lebenserleichternd, eingesetzt werden.

In einigen Fällen müssen die Leberzellen jedoch entfernt und durch neue ersetzt werden. Dieses Organspendeverfahren ist jedoch sehr langwierig und nur in wenigen Fällen auch langfristig erfolgreich.

Unabhängig von dem gewählten Therapieverfahren ist es absolut vonnöten, die Ursachen, welche zur Leberschädigung geführt haben, zu beseitigen oder zumindest zu minimieren und weitere Belastungen für die Leber zu vermeiden. Das bedeutet: absolute Alkoholkarenz, leichte und eiweißarme Kost und der Verzicht auf schädigende Substanzen wie Medikamente oder Nikotin.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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