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Gesundheitslexikon: LDL-Cholesterin (Low Density Lipoprotein)

LDL-Cholesterin: Risiko für Gefäße, Herz und Gehirn

Lipoproteine sind Eiweißfettverbindungen, die Cholesterin im Blut transportieren können. Das sogenannte ‚böse‘ Low Density Lipoprotein verfügt über eine niedrige Dichte. Es holt Cholesterin in der Leber ab, bildet mit ihm den LDL-Cholesterin-Komplex und transportiert es zu den Zellen. Das ‚gute‘ HDL-Cholesterin geht den umgekehrten Transportweg von den Zellen zur Leber.

Arterioskleroserisiko

Erhöhte LDL-Cholesterin-Werte im Blut gelten als gesteigertes Risiko für die Entstehung von Arteriosklerose. Bei dieser Erkrankung entstehen zunächst Mikrorisse in den Innenwänden der Arterien. Die genaue Ursache dieses Vorgangs ist noch nicht bekannt, es gibt aber begünstigende Risikofaktoren. Dazu gehören Bluthochdruck, Rauchen und Diabetes. Vermehrtes Cholesterin im Blut kann sich zusammen mit anderen Blutbestandteilen in den Rissen festsetzen und sich in die Gefäßwände einlagern. Es entstehen Ansammlungen von Fetten, Eiweißverbindungen und Zellen, die Plaques genannt werden. Sie können sich verfestigen und verkalken, ragen in das Gefäßinnere hinein und behindern den Blutfluss. Ab einer Durchflussbehinderung von 90 Prozent kommt es zu Durchblutungsstörungen vor allem am Herzen (Angina pectoris), im Gehirn und in den Beinen (periphere arterielle Verschlusskrankheit). Ein vollständiger Verschluss kann schwerwiegende Folgen wie einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall haben.

Cholesterinwerte im Blut

Die Höhe des Cholesterinspiegels im Blut ist ein wichtiger Indikator für das Arterioskleroserisiko, muss aber im Zusammenhang mit den anderen Risikofaktoren gesehen werden. Der gesamte Cholesterinwert sollte 200 Milligramm pro Deziliter (mg/dl) Blut nicht überschreiten. Wichtiger ist aber der isolierte Wert des LDL-Cholesterins in Verbindung mit der gesamten Gefährdungslage des Herzkreislaufsystems. Je mehr Gefahrenwerte vorliegen, desto geringer sollte der Gehalt des LDL-Cholesterins im Blut sein. Die Obergrenze liegt bei 160 mg/dl, wenn kein oder höchstens ein anderer Risikofaktor vorhanden ist, und sinkt bei zwei bis drei Risikofaktoren auf 130 mg/dl. Bei Menschen, die schon mal einen Herzinfarkt hatten oder an Diabetes leiden, besteht ein hohes Gefährdungspotenzial. Sie sollten den Wert von 100 mg/dl nicht überschreiten. Kommt noch eine Fettstoffwechselstörung hinzu, sinkt der Grenzwert auf 70 mg/dl. Die Werte unterliegen starken tageszeitlichen und saisonalen Schwankungen. Sie sollten deshalb immer im Zusammenhang mit anderen Blutparametern und über einen längeren Zeitraum beurteilt werden.

Ursachen und Therapie

Erhöhte Werte von LDL-Cholesterin im Blut treten häufig bei Menschen mit familiärer Disposition auf. Bei dieser Fettstoffwechselstörung ist grundsätzlich die Aufnahmefähigkeit der Low Density Lipoproteine für Cholesterin reduziert. Es kann nicht in ausreichender Zahl gebunden werden und verbleibt vermehrt im Blut. Diese Disposition macht sich häufig erst bemerkbar, wenn andere Faktoren wie Übergewicht, ungesunde Ernährung und Bewegungsmangel hinzukommen. Daraus ergeben sich wichtige Therapieaspekte, die in der Umstellung der Ernährung und der Lebensgewohnheiten bestehen. Fett- und eiweißreiche Kost mit viel Fleisch sollte gemieden werden. Bewährt hat sich die sogenannte mediterrane Vollkost mit hochwertigen Pflanzenölen und viel Gemüse und Obst. Regelmäßige Bewegung und Gewichtsreduzierung können die Verbesserung der Stoffwechsellage unterstützen. Eine medikamentöse Therapie wird dann erforderlich, wenn diese Maßnahmen erfolglos bleiben. Es gibt verschiedene Wirkstoffe, die entweder den Cholesterin- oder Fettwert im Blut senken oder die Aufnahme von Cholesterin reduzieren.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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