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Gesundheitslexikon: Laparoskopie (Bauchspiegelung)

Was ist eine Laparoskopie?

Eine Laparoskopie, auch Bauchspiegelung genannt, dient der Diagnostik von Veränderungen der Organe im Bauchraum. Dazu wird ein Endoskop, hier auch Laparoskop genannt, durch einen minimalen Schnitt in der Bauchdecke in die Bauchhöhle und anschließend in das zu untersuchende Organ eingeführt. Eine Laparoskopie kann außer zur Diagnostik auch zu operativen Zwecken durchgeführt werden.

Wann wird eine Laparoskopie durchgeführt?

Eine Laparoskopie wird durchgeführt, wenn eine Verdachtsdiagnose, die die Organe des Bauchraumes betrifft, bestätigt werden soll. So können die weiblichen Geschlechtsorgane auf Sterilität, Eileiterverschluss oder Gebärmutterentzündungen untersucht werden. Weitere Organe, deren Untersuchung per Bauchspiegelung erfolgen kann, sind Magen und Darm, Leber, Blase und Galle sowie Milz und Bauchfell. Am Ende des Laparoskops befindet sich eine lupenähnliche optische Vorkehrung, mit deren Hilfe der Arzt sich ein genaues Bild der Organe machen kann.

Durchführung einer diagnostischen Bauchspiegelung

Noch vor der Laparoskopie wird der Arzt einen Zugang legen und die Vitalfunktionen dauerhaft überwachen. Anschließend wird eine Vollnarkose eingeleitet. Über eine kleine Öffnung in der Bauchdecke wird zunächst Kohlendioxid in den Bauchraum gegeben, damit dieser sich weitet. Durch einen kleinen Schnitt wird nun das spezielle Endoskop eingeführt und mithilfe einer Kamera und einem Bildschirm zum zu untersuchenden Organ geleitet. Häufig verschafft sich der Arzt zusätzlich ein allgemeines Bild über alle Organe im Bauchraum. Auf diese Weise können Veränderungen wie Entzündungen oder Eiter entdeckt werden. Wenn nötig, kann während der Laparoskopie auch eine Biopsie, also eine Gewebeentnahme zur labordiagnostischen Untersuchung, erfolgen. Nach Abschluss der Bauchspiegelung wird der Schnitt vernäht. Der gesamte Eingriff dauert grob etwa eine halbe Stunde.

Die operative Bauchspiegelung

Bei der operativen Bauchspiegelung kann der Arzt sich zunächst einen Überblick über den Zustand des Organs verschaffen und direkt operieren. Nach Einführen des Laparoskops werden weitere Schnitte in Organnähe getätigt, durch die der behandelnde Arzt die nötige Operation durchführen kann. Je nach Eingriff kann die operative Laparoskopie bis zu zwei Stunden dauern.

Krankenhausaufenthalt nach einer Bauchspiegelung

Bei kleinen Eingriffen erfolgt die Bauchspiegelung ambulant. Patienten werden in diesem Fall noch wenige Stunden zur Überwachung im Krankenhaus behalten. Aufwändigere Bauchspiegelungen, insbesondere die operative Laparoskopie, haben meist einen etwa eintägigen Krankenhausaufenthalt zur Folge. Es wird empfohlen, dass Patienten sich relativ zeitnah nach dem Eingriff bewegen, um die postoperativen Risiken möglichst gering zu halten. Bei Schmerzen, Fieber oder Unwohlsein sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden.

Mögliche Komplikationen

Eine Laparoskopie ist ein Eingriff, der einen erfahrenen Arzt erfordert. Dafür ist sie jedoch minimalinvasiv. Das heißt, dass nur ein kleiner Schnitt nötig ist, um in den Körper zu gelangen. Obwohl Komplikationen eher selten sind, kann es unter Umständen zu Verletzungen der Organe, Wundheilungsstörungen oder Narbenbildung kommen. Auch typische Operationskomplikationen wie Infektionen, Thrombosen, Embolien und postoperative Blutungen sind nicht auszuschließen. Wichtig ist hier eine gründliche Anamnese, bei der eventuelle Risikofaktoren abgeklärt werden.

Unterschied von Laparoskopie und Laparotomie

Während bei einer Laparoskopie lediglich ein kleiner Schnitt durchgeführt wird, durch den der Arzt ein Laparoskop einführen kann, kommt es bei der Laparotomie zu einem vergleichsweise großen Bauchdeckenschnitt. Hier sind die Narben deutlich größer als bei einer Laparoskopie und auch die Operationsrisiken sowie die Dauer des Krankenhausaufenthaltes steigen bei diesem Eingriff.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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