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Gesundheitslexikon: Läuse (Kopfläuse, Filzläuse etc.)

Läuse: Wenn es auf dem Kopf kribbelt

Sie sind so alt wie die Menschheit selbst: Läuse, insbesondere Kopfläuse, tauchen immer wieder auf. Ein Lausbefall ist zwar ungefährlich, jedoch für Befallene äußerst unangenehm. Juckende Stellen, an denen sich zum Teil Pusteln bilden und die Ansteckungsgefahr machen die Krabbeltierchen zu unangenehmen Begleitern. Doch man kann ihnen erfolgreich zu Leibe rücken und eine Ausbreitung verhindern.

Ursachen

Von Kopfläusen sind insbesondere Kinder in Tagesstätten oder Schulen betroffen, da sie im wahrsten Sinne des Wortes oft die Köpfe zusammenstecken. Möglich ist es, dass anschließend ganze Familien von Lausbefall betroffen sind, indem zum Beispiel Kämme oder Mützen gemeinsam benutzt werden. Die Tierchen krallen sich vorzugsweise hinter den Ohren, an den Schläfen oder im Nacken fest, da in diesen Bereich die Haut dünner ist, was ihnen das Blutsaugen leichter macht. Anschließend legen sie Nissen ab, aus denen nach sieben bis zehn Tagen Nachwuchs schlüpft, der wiederum nach circa zehn Tagen geschlechtsreif wird. Filzläuse werden vor allem beim Geschlechtsverkehr und der gemeinsamen Nutzung von Bettwäsche, Unterwäsche oder Handtüchern übertragen. Kleiderläuse nisten sich gerne in warmer Kleidung ein, vor allem, wenn die Kleidung eng anliegend ist. Sie werden durch direkten Kontakt, durch Kleidung oder Bettwäsche verbreitet.

Symptome

Da sich Läuse generell vom Blut ihrer Wirte ernähren, entstehen Bisswunden. Die Spinnentiere sondern Speichel ab, um saugen zu können, was zu starkem Juckreiz führt. Betroffene kratzen sich demzufolge häufig, wodurch blutende, aufgekratzte Haut entsteht. Dies kann Infektionen und Ausschlägen zur Folge haben. Während Kopfläuse an juckenden, roten Stellen auf der Kopfhaut zu erkennen sind, sondern Filzläuse überdies Ausscheidungen ab, die rostrote Flecken in der Unterwäsche verursachen. Außerdem verfärben sich die Bissstellen blau-grau. Auch die Entstehung von Papeln ist möglich. Kleiderläuse verursachen juckende Papeln, Quaddeln und Kratzspuren.

Diagnose

Da Läuse nur wenige Millimeter groß werden, sind sie schwierig zu erkennen. Die Nissen gleichen Schuppen. Eine Diagnose erstellt am besten der Arzt, wenn die geschilderten Symptome auftauchen. Dieser kann auch die entsprechenden Gegenmittel verschreiben. Eltern sind verpflichtet Schulen oder Kindertagesstätten bei Lausbefall zu informieren.

Behandlung

Häufiges Waschen und herkömmliche Shampoos helfen bei Kopfläusen nicht. Hilfreich sind hingegen Shampoos oder Haarsprays mit Silikon. Nach der Therapie sollten die Haare gründlich gespült und mit einem Läusekamm ausgekämmt werden. Dies sollte im Rhythmus von etwa drei bis fünf Tagen dreimal wiederholt werden, um den Erfolg sicherzustellen und sämtliche Larven abzutöten. Wer von Filzläusen betroffen ist, sollte zunächst Flüssigseife und anschließend Medizinprodukte wie Extrakte aus Chrysanthemenblüten verwenden. Die bekanntesten Wirkstoffe sind Permethrin, Allethrin und Pyrethrum. Die Nissen werden dann mit einer Pinzette oder einem Nissenkamm entfernt. Kleiderläusen wird zu Leibe gerückt, indem Kleidung heiß gewaschen oder einige Tage luftdicht verpackt wird. Dann sterben die Sauger ab.

Vorbeugung

Grundsätzlich gilt, den Körperkontakt mit Betroffenen zu vermeiden und keine Kleidung, Bettwäsche, Handtücher oder Kämme auszutauschen. Wäsche sollte bei 60 Grad gewaschen werden, gebrauchte Kleidung sollten Sie vor dem Tragen ebenfalls waschen. Während bei Filzläusen eine ausreichende Körperhygiene hilft, ist dies bei Kopf- und Kleiderläusen nicht der Fall, da Dreck nicht die Ursache ist. Ist Lausbefall vorhanden, sollte die Umwelt informiert werden, um eine Ausbreitung zu vermeiden.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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