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Gesundheitslexikon: Läsion

Läsion: Beeinträchtigungen des Körpergewebes

Das lateinische Wort ‚laesio‘ bedeutet wörtlich übersetzt ‚Verletzung‘. Angelehnt an diese Wortbedeutung bezeichnet die Medizin sämtliche Arten der Verletzung, Schädigung oder pathologischen Veränderung in Körpergeweben als Läsion. Abzugrenzen sind Läsionen von der Läsur, die einem geringfügigen Schaden entspricht.

Ursachen und Arten von Läsionen

Als Hauptursache von Läsionen gelten Traumen chemischer oder physikalischer Natur. Bei physikalischen Traumata kann es sich zum Beispiel um Verbrennungen handeln. Ein Beispiel für chemische Traumata sind Verätzungen. Auch physikalische Traumen im Rahmen eines Unfalls werden zuweilen als Läsionen bezeichnet, so zum Beispiel die Bruchstelle von Knochen oder Verwundungen der Organe. Auch Erkrankungen rufen Läsionen hervor. Neben Entzündungen gilt das zum Beispiel für Hauterkrankungen. Bläschen, Blasen, Krusten, Papeln und Knötchen, aber auch Geschwüre werden in diesem Zusammenhang als Läsionen bezeichnet. Abhängig von der jeweiligen Erscheinungsform im Einzelfall ist so zum Beispiel von vesikulösen oder bullösen, verkrusteten oder verkrustenden, nodulären, papulären oder ulzerierten Läsionen die Rede, die auf unterschiedliche Erkrankungen verweisen. Nicht alle Läsionen müssen mit einer tatsächlichen Beeinträchtigung der Funktion einhergehen. Ein Sonderfall ergibt sich mit der Functio laesa, einer Läsion, die die Funktion des betroffenen Gewebes, Organs oder Körperteils beeinträchtigt. Diese Art der Läsion ist für Entzündungen und Frakturen des Knochens charakteristisch.

Läsionen in der Bildgebung

Die medizinische Bildgebung oder Radiologie ermöglicht Ärzten einen Blick ins Körperinnere und stellt die Gewebestrukturen des Körpers dar. Allen bildgebenden Verfahren liegt eine Messung von physikalischen Größen des Körpers zugrunde. Die Bildgebungen schicken zu diesem Zweck Signale in die Gewebe und messen die Reaktion. Die Informationen werden ortsaufgelöst und als Objektabbild in Helligkeitswerten oder Farbcodierungen dargestellt. In der Bildgebung ist medizinisch immer dann von Läsionen die Rede, wenn ein verändertes Signalverhalten in einzelnen Bezirken der Gewebe vorliegt. Als Ursache für ein verändert radiologisches Signalverhalten können Entzündungen, Parasiten, Tumore, Verletzungen oder Degenerationen sein. Signaländerungen von radiologischen Läsionen entsprechen entweder einer Verminderung oder einer Verstärkung des Signals. Signalverminderungen werden durch die Vorsilbe hypo- gekennzeichnet. Signalverstärkungen tragen die Vorsilbe hyper-. Die Magnetresonanztomografie nutzt in diesem Zusammenhang das Begriffspaar hypointens und hyperintens zur näheren Charakterisierung von Läsionen. Innerhalb der Nuklearmedizin wird zum selben Zweck das Begriffspaar kalt und heiß verwendet. In Röntgenuntersuchungen ist abhängig von den materiellen Eigenschaften des dargestellten Gewebes von hypodenser Aufhellung und hyperdenser Verschattung die Rede. In der Ultraschalluntersuchung findet dagegen der Ausdruck reduzierter oder erhöhter Echogenität Verwendung, um Läsionen zu charakterisieren.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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