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Gesundheitslexikon: Lactose (Laktose)

Lactose – langfristiger Energielieferant, aber nicht für alle

Lactose oder auch Milchzucker ist ein in der Milch enthaltener Mehrfachzucker. Grundsätzlich ist Lactose ein nützlicher Energielieferant. Er hat den Vorteil, Energie über einen längeren Zeitraum abzugeben. Dies bedeutet, dass Milchkonsum den Effekt haben kann, dass Hunger sich relativ lange nicht mehr bei ihnen bemerkbar macht. Mehr und mehr Menschen haben beim Konsum von Milchzucker allerdings Verdauungsbeschwerden – sie leiden in vielen Fällen an Lactoseintoleranz. Diese tritt dann auf, wenn im Körper das Enzym Lactase fehlt, welches die Lactose zur Verdauung in Einfachzucker zerlegen sollte.

Langfristiger Energielieferant

Der Mehrfachzucker oder Disaccarid-Lactose wurde bereits im Jahr 1641 aus Milch isoliert. Es handelt sich um einen komplex aufgebauten Zucker, der nur langsam verdaut werden kann. Das hat damit zu tun, dass er zunächst im Einfachzucker zerlegt werden muss, um dem Körper tatsächlich als Energielieferant von Nutzen zu sein. Um das zu erreichen, ist das Enzym Lactat notwendig.

Reine Lactose hat einen süßlichen Geschmack und wird aus Kuhmilch gewonnen. In einem Liter Milch sind bis zu 45 Gramm Lactose enthalten. Besonders wichtig ist Milchzucker für die Ernährung von jungen Säugern. Lactose liefert nicht nur Energie für den Körper, sondern hat auch noch weitere Vorteile.

Positive Nebeneffekte nutzen

Haben Sie das gewusst? Einen Nebeneffekt der Verdauung von Lactose können sie als Hausmittel gegen Verstopfung nützen: Wenn die Bakterien im Darm Milchzucker abbauen, entsteht Milchsäure als Nebenprodukt. Diese bewirkt im Verdauungstrakt den Anstieg des Stuhlvolumens, was eine zügige Verdauung mit sich bringt. Durch denselben Effekt wirkt sich Milchzucker auch auf die Aufnahme von Calcium aus: Der durch Milchsäure entstehende niedrige pH-Wert im Darm, wirkt sich günstig auf die Löslichkeit dieses wichtigen Mineralstoffes aus.

Lactoseintoleranz und andere Beschwerden

Lactose ist also grundsätzlich ein nützlicher Energielieferant. Gegenwärtig dringt jedoch mehr und mehr das Problem der Lactoseintoleranz ins Blickfeld. Von Lactoseintoleranz spricht man, wenn das Enzym Lactat im Körper nicht gebildet wird. Lactat ist für die Spaltung von Milchzucker in Einfachzucker verantwortlich. Fehlt das Lactat, können bei Betroffenen Verdauungsprobleme bis hin zu schweren Magenkrämpfen auftreten.

In Europa betrifft dieses Problem allerdings nur relativ wenige Menschen: In Deutschland können nur 15 Prozent der Bevölkerung keine Lactose verdauen. Viel schlimmer geht es Asiaten und Afroamerikanern, bei welchen eine genetisch bedingte Laktoseintoleranz über 85 Prozent der Bevölkerung betrifft. Ursache dieser Intoleranz ist, dass betroffene Menschen kein körpereigenes Lactat produzieren.

Bewusst Lactose vermeiden

Sollten Sie an Lactoseintoleranz leiden, brauchen Sie jedoch nicht vollständig auf Milchprodukte zu verzichten. Sauermilchprodukte und viele Hartkäsesorten haben einen sehr geringen Lactoseanteil und können meist bedenkenlos konsumiert werden. Außerdem bringen mehr und mehr Molkereien lactosefreie Milchprodukte auf den Markt. Diese unterscheiden sich in Qualität und Geschmack kaum von herkömmlichen Milchprodukten.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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