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Gesundheitslexikon: L-Carnitin

L-Carnitin: wichtiger Bestandteil des Energiestoffwechsels

L-Carnitin ist eine chemische Verbindung, die aus den beiden Aminosäuren Lysin und Methionin besteht. Es unterstützt im Körper verschiedene biochemische Prozesse. Ohne die Substanz könnten zum Beispiel langkettige Fettsäuren nicht zur Energiegewinnung verwertet werden.

Carnitin im menschlichen Körper

Der Körper verfügt über 20 bis 25 Gramm L-Carnitin. Die größten Mengen finden sich in Geweben, die einen hohen Fettstoffwechsel aufweisen. So sind in der Skelettmuskulatur und in der Muskulatur des Herzens rund 98 Prozent des gesamten Carnitins gespeichert. Der Großteil des Stoffes liegt in freier und somit aktiver Wirkform vor. Ungefähr 20 Prozent des Carnitins sind in veresterter Form als Acylcarnitin vorhanden.

Der menschliche Körper kann das L-Carnitin selbst bilden. Dafür benötigt er essenzielle Kofaktoren wie Vitamin B6, Niacin, Eisen und Vitamin C. Die Substanz kann jedoch auch mit der Nahrung zugeführt werden. L-Carnitin befindet sich vor allem in rotem Fleisch. Der Gehalt in Schaf- und Lammfleisch ist besonders hoch. Geflügelfleisch enthält deutlich weniger Carnitin. Obst und Gemüse sowie andere vegetarische Lebensmittel sind recht carnitinarm. Bei Mischkost werden täglich zwischen 100 und 300 Milligramm L-Carnitin aufgenommen. Bei Ovo-Lacto-Vegetariern reduziert sich diese Menge auf 15 bis 25 Prozent. Veganer nehmen nur noch drei bis zehn Prozent dieser Menge auf. Die Resorption des L-Carnitins ist aber nicht nur vom Carnitingehalt abhängig, sondern auch von der Zusammensetzung der Nahrung und von der Beschaffenheit der Darmflora.

Carnitinhaltige Nahrungsergänzung als Fettreduzierer

L-Carnitin ist vor allem bei Sportlern bekannt und beliebt. Sie nutzen die Eiweißverbindung zur schnelleren Fettverbrennung und zur Leistungssteigerung. So soll L-Carnitin die Regenerationszeit nach starken Belastungen verkürzen. Die Substanz kommt außerdem zum Einsatz, um innerhalb einer recht kurzen Zeitspanne möglichst viel Muskelmasse aufzubauen und zugleich überschüssiges Körperfett abzubauen. Ob L-Carnitin wirklich seinem Ruf als Fettreduzierer gerecht wird, ist hingegen noch umstritten. Während Wissenschaftler des ‚Institutes für Lebensmittelwissenschaft und Ernährungswissenschaft’ der Universität Hannover keine zusätzliche fettverbrennende Wirkung feststellen konnten, wiesen Forscher der Universität Leipzig nach, dass durch zusätzliches L-Carnitin der Abbau von langkettigen Fettsäuren auch bei Menschen ohne Mangel an L-Carnitin gesteigert werden kann. Demnach wäre der Einsatz von L-Carnitin bei Übergewicht durchaus sinnvoll.

Kardiovaskuläre Prävention mit Carnitin

In mehreren Tierversuchen zeigte sich, dass eine Behandlung mit L-Carnitin Schädigungen des Herzmuskels, die aufgrund einer mangelnden Durchblutung entstanden sind, lindern kann. Auch beim Menschen konnte die Prognose nach einem Herzinfarkt durch die Gabe von L-Carnitin verbessert werden. So zeigte sich in einer Studie eine um zehn Prozent niedrigere Mortalität innerhalb eines Jahres. Allerdings konnten diese Ergebnisse nicht in allen folgenden klinischen Studien repliziert werden.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen. Die Einnahme von Vitaminpräparaten und Nahrungsergänzungsmitteln ist nicht immer sinnvoll und kann Ihnen bei falscher Dosierung oder Kombination sogar schaden. Lassen Sie sich daher von einem Arzt oder Apotheker beraten. Schwangere sollten mit ihrem Frauenarzt sprechen. Vitaminpräparate und Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine gesunde Ernährung oder Lebensweise.

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