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Gesundheitslexikon: Kurzzeitpflege

Kurzzeitpflege – vorübergehende Betreuung von Pflegebedürftigen

Viele Pflegebedürftige werden von ihren Angehörigen zu Hause gepflegt. Wenn ein pflegebedürftiger Mensch dabei für kurze Zeit in einer stationären Einrichtung untergebracht werden muss, weil vorübergehend die Pflegebedürftigkeit stark erhöht ist oder der Kranke zu Hause nicht mehr ausreichend versorgt werden kann, kann die Kurzzeitpflege in Anspruch genommen werden. Auch gibt es manchmal Situationen, in denen zum Beispiel wegen eigener Erkrankung oder Urlaub die Pflegeleistung von den Angehörigen nicht erbracht werden kann. Zur Überbrückung für diese Zeiten gibt es die Verhinderungspflege. Bei diesen Leistungen werden die Kosten für einen Pflegedienst oder die Unterbringung in einer stationären Pflegeeinrichtung von der Pflegeversicherung übernommen.

Kombinationsmöglichkeiten von Pflegearten

Die Leistungen aus der Kurzzeitpflege und der Verhinderungspflege (auch Ersatzpflege genannt) können miteinander kombiniert werden. Wenn Sie zum Beispiel die Verhinderungspflege im laufenden Jahr noch nicht in voller Höhe ausgeschöpft haben, können Sie den noch nicht verbrauchten Betrag auch für die Kurzzeitpflege nutzen. Beide Leistungen können für jeweils vier Wochen pro Jahr in Anspruch genommen werden. Kombiniert ist so eine Leistungsdauer von bis zu acht Wochen möglich. Damit kann die Kurzzeitpflege in einer stationären Pflegeeinrichtung für maximal acht Wochen in Anspruch genommen werden. Je nachdem wie hier der Betrag aus der Verhinderungspflege für die Kurzzeitpflege verwendet wird, verkürzt sich der Anspruch auf Verhinderungspflege im betreffenden Jahr.

Das Pflegegeld wird während der Kurzzeitpflege für einen Zeitraum von bis zu vier Wochen im Jahr zur Hälfte weitergezahlt. Die stationären Einrichtungen zur Kurzzeitpflege müssen von der Pflegekasse zugelassen sein, wenn für diese Zeit Leistungen gezahlt werden sollen. Eine Ausnahme gibt es für Menschen mit Behinderung, die pflegebedürftig sind. Sie können auch in einer nicht zugelassenen Einrichtung die Kurzzeitpflege in Anspruch nehmen. Dies sind dann in der Regel Einrichtungen, die auf die Hilfe für behinderte Menschen ausgerichtet sind.

Voraussetzungen für die Kurzzeitpflege

Wenn der Pflegebedürftige noch auf die geplante dauerhafte Unterbringung in einer stationären Pflegeeinrichtung wartet oder zeitweise nicht ausreichend zu Hause gepflegt werden kann, haben Sie die Möglichkeit für die Übergangszeit Kurzzeitpflege zu beantragen. Die Kurzzeitpflege wird in der Regel stationär durchgeführt. Im Gegensatz zur Verhinderungspflege ist es nicht notwendig, dass vorher zu Hause gepflegt wurde. Voraussetzung ist nur, dass eine Pflegestufe festgestellt wurde. Auch mit der Pflegestufe null für Demenzkranke können Sie Kurzzeitpflege beantragen.

Im Unterschied dazu kann Verhinderungspflege nur dann genehmigt werden, wenn der Pflegebedürftige bereits vorher zu Hause gepflegt wurde. Hier geht es darum, für die Pflege zu Hause für einen Überbrückungszeitraum Ersatz zu finden. Eine Aufnahme in einer stationären Einrichtung muss nicht unbedingt erfolgen, die Pflege kann auch durch Privatpersonen oder einen ambulanten Pflegedienst erfolgen.

Der Antrag auf Kurzzeitpflege

Die Kurzzeitpflege wird bei der Pflegekasse des Pflegebedürftigen beantragt. Der Antrag kann kurzfristig, wenn nötig sogar rückwirkend, gestellt werden. Die Pflegeversicherung übernimmt nach der Genehmigung die Kosten für die pflegebedingten Aufwendungen und die medizinische Behandlung. Die Unterkunft und die Verpflegung zahlt der Pflegebedürftige selbst. Ein Vergleich der Tagessätze von unterschiedlichen Pflegeeinrichtungen ist deshalb sinnvoll.

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