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Gesundheitslexikon: Kur

Kur – Unterstützung bei Gesundheitsvorsorge und Gesunderhaltung

Eine Kur ist eine zeitlich begrenzte Maßnahme, die vorbeugend oder zur Unterstützung der Genesung nach Erkrankungen durchgeführt werden kann. Die Bezeichnung leitet sich ab aus dem lateinischen Wort ,cura‘ und bedeutet ,Fürsorge‘. Eine Kur kann ambulant oder stationär in einer dafür zugelassenen Kureinrichtung stattfinden. Unter bestimmten Voraussetzungen wird ein Großteil der Kosten von den Krankenkassen oder der ,Deutschen Rentenversicherung‘ übernommen.

Arten von Kuren

Geht es um die Wiederherstellung der Arbeitskraft von Beschäftigten z. B. nach einer schweren Erkrankung, so spricht man von einer ,Rehabilitation‘ oder ,Reha-Kur‘. Diese wird in der Regel von der ,Deutschen Rentenversicherung‘ bewilligt und getragen. Wann und wo die Kur stattfinden kann und über welchen Zeitraum sie gehen soll, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Dies sind u. a. die Art der Erkrankung und die freien Kapazitäten in den Kurkliniken. In der Regel wird vom Kostenträger zunächst geprüft, ob ambulante Maßnahmen möglich sind, bevor ein stationärer Kuraufenthalt genehmigt wird. Eine besondere Form der Rehabilitation ist die sogenannte ,Anschlussheilbehandlung‘, bei der Patienten im direkten Anschluss an eine Erkrankung in eine Reha-Maßnahme gehen können. Dies kann z. B. nach einer Tumorerkrankung der Fall sein. Ein Beispiel für Kuren, die der Gesundheitsvorsorge dienen, ist die ,Mutter/Vater-Kind-Kur‘. Sie dient der Unterstützung von Eltern, die unter gesundheitlichen Beeinträchtigungen oder einer starken Überlastung durch ihre Elternrolle leiden. Kinder können an der Kurmaßnahme ebenfalls teilnehmen, wobei der Schwerpunkt jedoch auf der Behandlung des Elternteils liegt. Steht die Gesundheit des Kindes im Vordergrund, gibt es hierfür spezielle Kinderkuren. In der Regel wird eine Mutter/Vater-Kind-Kur stationär über eine Dauer von drei Wochen durchgeführt. Der zuständige Kostenträger ist die Krankenkasse. Unabhängig von den vom Gesundheitssystem getragenen Maßnahmen kann auch jede private Gesundheitsvorsorge eine Kur darstellen, z. B. eine Fastenkur im Rahmen eines Aktivurlaubs.

Voraussetzungen für eine Kur

Ein Kuraufenthalt ist nicht gleichbedeutend mit einem Krankenhausaufenthalt, auch wenn die Kureinrichtung im Allgemeinen als ,Kurklinik‘ bezeichnet wird. Deshalb ist es wichtig, dass Ihr Gesundheitszustand eine aktive Teilnahme an den therapeutischen Maßnahmen vor Ort zulässt. In der Regel werden Sie dies mit Ihrem Arzt gemeinsam entscheiden. Die Bewilligung einer Maßnahme durch die Renten- oder Krankenversicherung ist darüber hinaus auch davon abhängig, ob Sie bereits alle therapeutischen Maßnahmen vor Ort ausgeschöpft haben. Parallel prüfen die Kostenträger, ob und wann Sie schon einmal eine Kurmaßnahme in Anspruch genommen haben. Grundsätzlich sind ambulante Vorsorgekuren alle drei Jahre und stationäre Kuren alle vier Jahre möglich.

Hinweise zur Auswahl einer Kureinrichtung

Sie sollten sich bereits vor Antragstellung über infrage kommende Einrichtungen informieren. Sowohl die Kostenträger als auch die Kliniken selbst bieten umfangreiches Informationsmaterial zu Leistungen und Einrichtungen an. Im Fall einer Rehabilitationsmaßnahme steht Ihnen ein explizites Wahlrecht nach Paragraf 9 des Sozialgesetzbuches zu. In der Regel sind die meisten Kliniken gerne bereit, Ihre Fragen im Vorfeld zu beantworten und Ihnen bei der Ausübung Ihres Reha-Wahlrechtes zu helfen.

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