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Gesundheitslexikon: Kümmel

Kümmel – aromatisches Naturheilmittel

Bei Kümmel handelt es sich um eine zweijährige, krautige Pflanze, deren Früchte gern als Gewürz bei Hausmannskost verwendet werden. Die Kümmelpflanze, botanisch Carum carvi, kann über einen Meter hochwachsen, hat gefiederte Blätter und prägt Dolden aus, an denen sich weiße bis rosafarbene Blüten bilden. Die kleinen, sichelförmigen, braunen und aromatisch duftenden Kümmelfrüchte wurden schon in Mesopotamien zum Verfeinern von Speisen verwendet. Sie verleihen deftigen Gerichten nicht nur das charakteristische Kümmelaroma, sondern haben auch in der Naturmedizin einen festen Platz.

Vorkommen

Kümmel kommt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum sowie Klein- und Vorderasien. Heute ist er in ganz Europa bis hin nach Sibirien angesiedelt. Die Pflanze gedeiht auf Wiesen und kann im Gebirge in Höhen bis zu 2.000 Meter vorkommen. Um den Bedarf für die Verwendung als Gewürz und Heilpflanze zu decken, wird Kümmel in Ost- und Südosteuropa, Ägypten und Holland angebaut. Die Pflanze ist einfach zu kultivieren und eignet sich daher auch für die Zucht im privaten Kräutergarten.

Verwendung und Wirkung als Heilpflanze

Kümmel enthält, je nach Standort und Zuchtart, etwa fünf Prozent ätherische Öle, die sich hauptsächlich aus Carvon, nämlich zu 50 Prozent, und Limonen (30 Prozent) zusammensetzen. Zudem hat die Pflanze einen hohen Gehalt an Vitamin C. Weiterhin enthalten sind Fettsäuren, Gerbstoffe und eine Reihe sekundäre Pflanzenstoffe. Verwendet werden kann die gesamte Pflanze. Hauptsächlich jedoch kommen die Kümmelfrüchte und das daraus gewonnene Kümmelöl zum Einsatz. Dem Kümmel werden verdauungsfördernde Eigenschaften zugeschrieben. Durch Zerreiben der Früchte mit dem Mörser werden die Aromen und ätherischen Öle freigesetzt. In Nahrungsmitteln verwendet können die Wirkstoffe Blähungen, Völlegefühl und Krämpfe im Magen-Darm-Trakt lindern. Das Gewürz macht somit Speisen nicht nur schmackhafter, sondern durch seine Wirkstoffe ebenso bekömmlich. Auch ein nervöser Magen kann sich durch die Einnahme von Kümmel, etwa in Form von Tee, beruhigen. Kümmel hat antibakterielle Eigenschaften. Seine Inhaltsstoffe werden daher in verschiedenen Produkten zur Mundhygiene, etwa in Mundwasser oder Zahncremes, zugesetzt. Durch das Kauen von Kümmel kann beispielsweise üblem Mundgeruch entgegengewirkt werden. Auch Schmerzen an empfindlichen Zähnen können so gelindert werden. Stillende Mütter können Kümmeltee zubereiten, um die Milchproduktion zu stimulieren. In der Frauenheilkunde hat sich Kümmel traditionell bei Menstruationskrämpfen im Unterleib oder selbst bei der Geburt bewährt. Kümmel wird außerdem als Tinktur oder in Form von Pulver angeboten.

Das müssen Sie beachten

Kaufen Sie Kümmel nur in Fachgeschäften und versuchen Sie nicht, ihn selbst zu sammeln. Seine Früchte sehen den Schierlingsfrüchten zum Verwechseln ähnlich. Diese sind allerdings giftig. Kümmel ist grundsätzlich ungiftig, kann jedoch die Haut und die Schleimhäute reizen. Somit kann es zu allergischen Reaktionen kommen. Gerade bei Säuglingen und kleinen Kindern ist daher Vorsicht geboten. Asthmatiker und Menschen mit Atemwegsproblemen sollten auf die Einnahme von Kümmel unbedingt verzichten. Das Inhalieren der ätherischen Öle kann zu Asthmaanfällen führen. Eine Einnahme von Kümmel in Form von Kümmelwein oder in Kräuterlikören kann in größeren Mengen die Leber schädigen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und ersetzt daher keine Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Heilpflanzen können in falscher Anwendung oder Dosierung schwerwiegende Nebenwirkungen zur Folge haben. Lassen Sie sich deshalb in der Apotheke oder vom Arzt beraten.

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