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Gesundheitslexikon: Krise (psychische Krise)

Psychische Krise: Ursachen, Symptome, Behandlung

Das griechische Wort Krise kommt in der wörtlichen Übersetzung der Bedeutung von Zuspitzung gleich. Bei psychologischen oder psychischen Krisen handelt es sich um einen schmerzhaften Seelenzustand oder einen inneren Konflikt, ausgelöst durch sich zuspitzende Ereignisse. Jede psychische Krise steht mit Hindernissen in Zusammenhang, die sich nicht ohne Weiteres beseitigen lassen.

Ursachen

Auf dem Weg zu unseren Lebenszielen, aber auch im Alltag, sehen wir uns ständig mit Hindernissen konfrontiert. Die Überwindung solcher Hindernisse ist für jede Zielverfolgung relevant. Wenn wir die Hindernisse nicht durch die gewohnten Methoden der Problemlösung überwinden können, geraten wir leicht in eine psychische Krise. Zu den mitunter häufigsten Auslösern für psychische Krisen zählen Situationen wie Tod, Unfall oder Krankheit. Eine weitere Ursache können auch alle anderen Geschehnisse sein, die die Routine aufbrechen und uns dazu verleiten, unsere bislang festen Meinungen zu Dingen infrage zu stellen.

Symptome

Die psychische Krise verläuft phasenweise und zeichnet sich am Anfang vor allem durch Vermeidungsversuche des Unwohlseins aus. Durch das Ankämpfen halten wir den persönlichen Krisenkonflikt fest. Anders ist uns das Kämpfen nämlich nicht möglich. Damit vertiefen wir uns in der ersten Phase immer tiefer in den persönlichen Konflikt und erkennen in der zweiten Phase unser Unwohlsein an. Wir bemerken, dass uns bekannte Problemlösungsstrategien an dieser Stelle nicht weiterhelfen. Die dritte Phase wird als Lösungsphase bezeichnet. Entweder zieht sich der Betroffene in dieser Phase zurück und verändert seine Erwartungen, um nicht mehr enttäuscht werden zu können, oder die Person mobilisiert all ihre Kräfte, um ihre Situation zu ändern. Krisen wohnt ein hohes Potenzial für Kreativität inne. Sie können uns neue Lösungsstrategien entwickeln oder alte wiederentdecken lassen. Wenn alle Auflösungsversuche aber nach hinten losgehen, treten wir in die vierte Phase der psychischen Krise ein und empfinden absolute Hilflosigkeit. In einem solchen Fall kann der Patient kurz vor dem Zusammenbruch seiner gesamten Persönlichkeit stehen.

Diagnose

Die Diagnose einer psychischen Krise wird vom Psychologen oder Psychotherapeuten im direkten Gespräch gestellt. Entscheidende Kriterien sind der innere Konflikt, die Hilflosigkeit und die Infragestellung des eigenen Lebens oder der zuvor entwickelten Meinungen. Die Schwere einer psychischen Krise entscheidet darüber, ob der Patient eine Behandlung benötigt.

Behandlung

Aus vielen Krisen können wir uns selbst befreien. Eine Vielzahl von Krisensituationen wird außerdem mithilfe von Freunden und Familienangehörigen bewältigt. Da psychologische Krisen und Krisensituationen unbewältigt auf Dauer den Stresspegel erhöhen, können sie allerdings viele Folgeerkrankungen auslösen, zum Beispiel eine posttraumatische Belastungsstörung. Aus diesem Grund ist bei schweren Krisen eine Krisenintervention gefordert. Sobald der Patient keinen Ausweg aus seiner Krisensituation sieht, ist meist die Inanspruchnahme von professioneller Hilfe angezeigt. Diese professionelle Hilfe stellt dem Betroffenen vor allem neue Wege des Umgangs vor und hilft ihm mit der Eröffnung dieser Wege bei der Krisenbewältigung. In manchen Fällen reichen Gespräche zur Bewältigung einer psychischen Krise aus. Häufig wird aber auch auf eine Auseinandersetzung und Verarbeitung der Krise durch künstlerische Tätigkeiten gesetzt, so im Rahmen von Schreibtherapien, Kunsttherapien oder Musiktherapien.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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