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Gesundheitslexikon: Kreatinin

Häufig bleiben Nierenprobleme lang unerkannt - der Kreatinin-Wert kann Aufschluss geben.
Wie gut funktionieren Ihre Nieren? Der Kreatinin-Wert kann Aufschluss geben. © underdogstudios - Fotolia

Kreatinin: Gradmesser für die Filterfähigkeit der Nieren

Die Nieren sind lebenswichtige Organe, sie leisten eine enorm wichtige Filterfunktion für den Körper. Über eine Million Körperchen in jeder Niere vollbringen diese Leistung. Erkranken die Nieren bzw. sind sie nicht mehr ausreichend funktionstüchtig, kann im Ernstfall sogar eine regelmäßige Dialyse oder gar eine Nierentransplantation drohen. Ein sehr wichtiger Gradmesser für die Funktionsfähigkeit der Nieren ist der sogenannte Kreatinin-Wert, der mittels einer Blut- und Urinprobe bestimmt wird.

Was ist Kreatinin?

Kreatinin ist ein Abbaustoff des Kreatins, das den Energiespeicher der Skelettmuskulatur bildet. Kreatinin wird über den Urin ausgeschieden. Ist der Wert erhöht, liegt der Verdacht auf eine mehr oder minder ausgeprägte Niereninsuffizienz nahe. Allerdings zeigt der Kreatinin-Wert eine nachlassende Nierenfunktion erst dann an, wenn diese ihre Leistung schon zu 50 Prozent eingestellt hat. Als Früherkennung ist dieser Messwert deswegen nicht geeignet. Jedoch zeigt er an, ob sich die Nierenleistung verbessert oder verschlechtert. Neben anderen Werten informiert der Kreatinin-Wert den Arzt deswegen darüber, wie es um die Funktionsfähigkeit dieses lebenswichtigen Organs bestellt ist. Bei Männern liegt ein Wert bis 1,3 mg/dl, bei Frauen bis 1,1 ml/dl im Normbereich. Ist das Kreatinin erhöht, muss Ursachenforschung betrieben werden. Allerdings sagt der Kreatinin-Wert nicht aus, wie sehr die Nieren schon geschädigt sind.

Ursachen für einen erhöhten Kreatinin-Wert

Eine Ursache für einen erhöhten Kreatinin-Wert kann beispielsweise in der Einnahme bestimmter Medikamente wie zum Beispiel Lithiumsalzen begründet sein. Viele Analgetika (Schmerzmittel) sind potenziell nierengiftig. Manche Nierenspezialisten gehen sogar davon aus, dass 25 Prozent aller Dialyse-Patienten aufgrund von Analgetika-Missbrauch eine Nierenfunktionsstörung aufweisen. Auch scheinbar harmlose und gängige Schmerzmittel, die rezeptfrei erhältlich sind, sollten deswegen nur streng nach Packungsanweisung eingenommen werden. Ein dauerhaft erhöhter Blutdruck und ein unkontrollierter Diabetes mellitus greifen mit der Zeit die Nieren ebenfalls an, so dass diese ihre Funktion einschränken oder ganz aufgeben können. Deswegen ist es umso wichtiger, den Blutdruck und die Zuckerwerte regelmäßig zu kontrollieren. Auch Flüssigkeitsmangel kann ein Nierenversagen verursachen. Neben angeborenen Schäden, Verkalkungen der Blutgefäße und Entzündungen der Niere sind dies einige der Hauptursachen für erhöhte Kreatinin-Werte, die wiederum Nierenfunktionsstörungen anzeigen.

Behandlung eines erhöhten Kreatinin-Wertes

Da der Kreatinin-Wert ein wichtiger Indikator für die Funktionsleistung der Nieren ist, muss eine Therapie bei den Ursachen ansetzen. Dies bedeutet konkret: eine ausreichende Trinkmenge, ein Einstellen der Blutdruckwerte auf ein Optimum, eine engmaschige Kontrolle der Blutzuckerwerte und möglichst Verzicht auf Analgetika und andere krankheitsverursachende Medikamente wie beispielsweise Lithiumsalze. Liegen andere Ursachen vor, verschreibt der Arzt eventuell Medikamente, die die Funktionstüchtigkeit der Nieren wieder verbessern sollen. Im Ernstfall droht eine regelmäßige Dialyse, die Giftstoffe aus dem Körper schwemmt und so die Leistung der Nieren teilweise übernimmt. Manche Dialyse-Patienten kommen auch für eine Organtransplantation infrage. Was die geeigneten Maßnahmen sind, muss der Nierenspezialist (Nephrologe) anordnen. Auch wenn sich die Nieren erholen sollten, was sich in einem verbesserten Kreatinin-Wert widerspiegelt, bleibt weiterhin eine regelmäßige Blut- und Urinkontrolle notwendig.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und Hinweise über Kreatinin, hat jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt daher nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.

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