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Gesundheitslexikon: Krankengeld

Was ist Krankengeld?

Das Krankengeld gehört zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenkasse. Die Krankenversicherung zahlt nicht nur für die Behandlungskosten während einer Krankheit, sondern sie leistet auch Ersatz für Einkommen, das wegen der Erkrankung wegfällt. Der Anspruch auf Krankengeld ist gesetzlich geregelt. Die Versicherten sollen bei einer längeren Krankheit finanziell abgesichert sein.

Wer hat Anspruch auf Krankengeld?

Wer bei einer Krankenkasse versichert und nach Ende der Lohnfortzahlung weiterhin krank ist, erhält Krankengeld. In den ersten sechs Wochen der Erkrankung zahlt in der Regel der Arbeitgeber den Lohn bzw. das Gehalt weiter. Ist jemand danach noch arbeitsunfähig, erhält er von seiner Krankenkasse Krankengeld. Einen Anspruch auf die Zahlung von Krankengeld haben Arbeitnehmer, die pflichtversichert sind und freiwillig Versicherte. Keinen Anspruch haben Familienversicherte, Studenten und Praktikanten. Denn sie haben kein regelmäßiges Einkommen, das durch das Krankengeld ersetzt werden müsste.

Wie wird das Krankengeld berechnet und wie hoch ist die Leistung?

Die Grundlage für die Höhe des Krankengeldes ist das regelmäßige Einkommen, das der Versicherte vor der Krankheit erhalten hat. Auch Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld werden dabei berücksichtigt. Bekommt ein Arbeitnehmer zusätzlich zum Gehalt Zahlungen, die immer wieder unterschiedlich sind, wie Leistungsprämien oder Akkordlohn, dann zählt die durchschnittliche Höhe während der letzten drei Monate. Siebzig Prozent des errechneten Bruttoeinkommens ergeben die Höhe des Krankengelds. Dieses darf dabei nicht höher sein als neunzig Prozent des letzten Nettogehalts.

Während der Erkrankte Krankengeld bezieht, braucht er keine Krankenkassenbeiträge zu bezahlen. Die Beiträge zur Pflegeversicherung, Arbeitslosenversicherung und Rentenversicherung werden weiterhin überwiesen. Sie werden direkt vom Krankengeld abgezogen, bevor es ausgezahlt wird.

Wie beantragt man Krankengeld?

Das ist eine Frage, die Ihnen Kopfzerbrechen machen kann, wenn Sie länger krank sind. Doch Sie brauchen keinen Antrag zu stellen, um Krankengeld zu erhalten. Üblicherweise wird Ihre Krankenkasse von sich aus mit Ihnen Kontakt aufnehmen und Sie über die weitere Abwicklung informieren.

Vor Ablauf der Zeit von sechs Wochen, in denen Ihr Arbeitgeber das Gehalt weiterzahlt, schickt die Krankenkasse Unterlagen für die Verdienstbescheinigung direkt an Ihren Arbeitgeber. Der macht alle notwendigen Angaben zur Berechnung des Krankengeldes und schickt das ausgefüllte Formular an die Krankenkasse zurück.

Der früher notwendigen Auszahlschein für das Krankengeld wurde Anfang 2016 abgeschafft. Jetzt wird dazu die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung verwendet.

Wie lange wird Krankengeld bezahlt?

Innerhalb von drei Jahren wird auf Grund derselben Krankheit höchstens 78 Wochen lang Krankengeld bezahlt. Zu diesen 78 Wochen zählt auch die sechswöchige Lohnfortzahlung. Die Krankenkasse zahlt also 72 Wochen lang. Wenn jemand mindestens sechs Monate lang nicht mehr wegen der ursprünglichen Erkrankung arbeitsunfähig war, beginnt danach die Frist von drei Jahren neu.

Was ist Kinderkrankengeld?

Für jedes gesetzlich versicherte Kind, das jünger als zwölf Jahre ist, können Eltern für maximal zehn Arbeitstage pro Jahr Kinderpflege-Krankengeld bekommen, wenn keine andere Person im Haushalt das kranke Kind betreuen kann. Für Alleinerziehende gilt ein Zeitraum von 20 Arbeitstagen für jedes Kind. Der gesamte Anspruch (für alle Kinder) beträgt 25 bzw. 50 Arbeitstage pro Jahr.

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