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Gesundheitslexikon: Konsolidierung

Konsolidierung in der Medizin - ein Begriff für Heilung und Krankheit

Das Wort Konsolidierung stammt vom lateinischen Verb ‚consolidare‘ mit der Bedeutung ‚festmachen‘ oder ‚stärken‘ ab. In Anlehnung daran ist die Konsolidierung im medizinischen Sinn das Festwerden von Wunden oder die Stabilisierung von Erkrankungen. In der Lungenmedizin bezieht sich der Ausdruck auf eine krankhafte Gewebeverstärkung der Alveolen.

Konsolidierung von Knochenbrüchen

Am häufigsten bezieht sich die Medizin mit dem Begriff Konsolidierung auf die Heilung von Knochenbrüchen und Wunden. Bei heilenden Frakturen wird das beschädigte Gewebe Stück für Stück wieder fest. Zunächst bildet sich im Frakturspalt ein sogenannter Kallus, der den Spalt überbrückt. In der Granulationsphase bilden sich im Bereich der Fraktur körnchenartige Gewebestrukturen, die in der Phase der Kallushärtung in Form einer Konsolidierung wieder festwerden. Diese Neuverfestigung von Gewebe kennzeichnet neben der Frakturheilung auch die allgemeine Wundheilung.

Konsolidierungsphasen der Wundheilung

Bei der Wundheilung unterscheidet die Medizin zwischen Reinigungsphase, Granulationsphase und Differenzierungsphase. In der Granulationsphase entsteht unter der Beteiligung von Fibroblasten und Makrophagen sogenanntes Granulationsgewebe, das die Defekte füllt und sich Stück für Stück festigt. Bis zum zehnten Tag der Wundheilung reifen kollagene Fasern aus und lassen die Wunde kontrahieren. Auch im Rahmen von chronisch fortschreitenden Erkrankungen wird der Ausdruck der Konsolidierung benutzt. In diesem Zusammenhang bezieht sich Konsolidierung in der Regel auf das Aufhalten des Fortschritts der jeweiligen Krankheit.

Konsolidierung von chronischen Krankheiten

Chronisch fortschreitende Erkrankungen können in der Regel nicht geheilt werden. Die Verzögerung des Fortschreitens steht im Mittelpunkt der Therapie-Bestrebungen. Bei chronisch progressiven Erkrankungen festigt sich im Rahmen einer Konsolidierung statt Gewebearten der Zustand des Patienten. In diesem Zusammenhang kann auch von einer Stabilisierung des Patienten die Rede sein.

Konsolidierung in der Lungenmedizin

In pneumologischer Verwendung ist der Begriff der Konsolidierung nicht mit Heilungserfolgen, sondern mit Gewebeansammlung in den Alveolen der Lunge assoziiert. Bei dem Gewebe handelt es sich meist um entzündliche oder nicht-entzündliche Absonderungen aus dem Gefäßsystem. Wenn sich diese in den Lungenbläschen sammeln, verdrängen sie die Luft. Ihre Funktion des Gasaustauschs können die Alveolen durch die Gewebeablagerungen nicht mehr erfüllen. In der Bildgebung manifestieren sich Konsolidierungen der Alveolen in Form von hellen Strukturen. Die konsolidierten Bereiche sind für Röntgenstrahlen kaum durchlässig. Dies wiederum macht den Bezug zur eigentlichen Wortbedeutung der Konsolidierung klar – die betroffenen Areale der Lunge sind fester oder stärker als das übrige Gewebe. Konsolidierungen der Lunge sind ein verbreitetes Phänomen im Rahmen von Lungenentzündungen oder interstitiellen Erkrankungen. Mitunter am häufigsten zeigen sich Konsolidierungen nach Fibrosen. Dabei handelt es sich um krankhafte Vermehrungen von Strukturen des Bindegewebes.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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