Gesundheitslexikon Gesundheitslexikon

Gesundheitslexikon: Kohlensäurebad

Kohlensäurebad – sprudelnde Entspannung für Körper und Seele

Als Kohlensäurebad bezeichnet man eine Anwendung aus dem Bereich der Badetherapie (‚Balneotherapie‘), welche die gesundheitsfördernde Wirkung von in Wasser gelöstem Kohlendioxid nutzt. Hierbei ist es wichtig, dass ausreichend Kohlendioxid im Wasser enthalten ist. In natürlichen Heilquellen liegt der Gehalt oft deutlich über einem Gramm pro Liter. Kohlendioxid wird im Wasser zu Kohlensäure und kann anschließend über die Haut aufgenommen werden. Kohlensäurebäder kommen häufig im Rahmen von Kuraufenthalten zur Anwendung. Ihnen wird eine durchblutungsfördernde und entspannende Wirkung auf den gesamten Organismus zugeschrieben.

Wann ein Kohlensäurebad helfen kann

Kohlensäurebäder sind vor allem für ihre durchblutungsfördernde und blutdrucksenkende Wirkung bekannt. Darüber hinaus können sie einen harmonisierenden und stabilisierenden Einfluss auf die Psyche haben. Über die Wirkung des Kohlendioxids auf die Gefäße und das Blut kann es zu einer erhöhten Fließfähigkeit (‚Viskosität‘) des Blutes und einer verbesserten Sauerstoffversorgung der Organe kommen. Bei der Linderung von Schmerzen sowie Erschöpfungszuständen kann ein Kohlensäurebad ebenfalls helfen. Darüber hinaus wird Kohlendioxid eine desinfizierende Wirkung zugeschrieben. Somit können Kohlensäurebäder für Patienten mit Durchblutungsstörungen oder einer Neigung zu Bluthochdruck eine wirkungsvolle Therapiemaßnahme darstellen. Für Patienten mit chronischen Wunden oder einer Venenschwäche haben sie sich ebenfalls als hilfreich erwiesen.

Ablauf eines Kohlensäurebades

Ein Kohlensäurebad kann als Voll- oder Teilbad ausgeführt werden. Im Rahmen therapeutischer Anwendungen dauert ein Bad in der Regel 20 bis 25 Minuten. Beim Baden auftretende Hautrötungen können ein typisches Zeichen für die erwünschte intensivere Durchblutung sein. Die meisten Kohlensäure-Bläschen schweben direkt über der Wasseroberfläche. Daher sollte sich das Gesicht während des Badens nicht zu nah an der Wasserlinie befinden, damit Sie keine größeren Mengen Kohlendioxid einatmen. Ein erhöhtes Einatmen von Kohlendioxid kann zu Kreislaufproblemen führen. Daneben ist eine ruhige Haltung empfehlenswert, damit das Kohlendioxid gut über die Haut aufgenommen werden kann. Nach dem Baden sollten Sie eine Ruhezeit von 20 bis 30 Minuten einhalten, damit der Körper die Wirkung des Bades optimal verarbeiten kann.

Was man beachten sollte

Für die Anwendung selbst sollten Sie beachten, dass die auf der Haut wirkenden Kohlensäure-Bläschen das Temperaturempfinden des Körpers verändern können. Das Wasser kann so um einige Grad wärmer erscheinen, als es ist. Daher sollte die Temperatur des verwendeten Wassers nicht über 34 Grad liegen. Auch das Einatmen des Kohlendioxids sollten Sie vermeiden. Daneben gibt es Erkrankungen, bei denen Kohlensäurebäder grundsätzlich nicht geeignet sind. Bei Patienten mit einer Herzschwäche oder Herzklappenfehlern sollten die Bäder nicht eingesetzt werden, da diese vor allem über ihre gefäßerweiternde und blutdrucksenkende Wirkung zu unerwünschten Nebenwirkungen führen können. Bestehen fieberhafte Erkrankungen oder Lungenkrankheiten, können diese eine Anwendung ebenfalls ausschließen. Auch eine akute Venenthrombose, bei der sich ein Blutgerinnsel in einer tiefen Becken- oder Beinvene gebildet hat, zählt zu den Ausschlusskriterien für die Anwendung eines Kohlensäurebades.

Anzeige