Gesundheitslexikon Gesundheitslexikon

Gesundheitslexikon: Kohlenmonoxidvergiftung (Kohlenstoffmonoxidintoxikation)

Kohlenmonoxidvergiftung: das müssen Sie wissen

Bei der Kohlenmonoxidvergiftung handelt es sich um eine Intoxikation, die Sie sich durch das Einatmen von Kohlenmonoxid zuziehen können. Diese klassische Form der Rauchgasvergiftung kann unbemerkt erfolgen und innerhalb eines kurzen Zeitraumes zum Tod führen.

Ursachen

Kohlenmonoxid bildet sich bei Verbrennungsprozessen ohne ausreichende Zufuhr von Sauerstoff. Zu den häufigsten Auslösern für die Kohlenstoffmonoxidintoxikation zählen defekte Öfen und Schornsteine, Schwelbrände in geschlossenen Räumen sowie Suizidversuche mit Autoabgasen.

Da Kohlenmonoxid weder riecht noch schmeckt, wird es unbemerkt über die Lungen aufgenommen. Von dort aus gelangt es ins Blut, wo es sich statt des Sauerstoffs an das Hämoglobin bindet. Dadurch kommt es zu einer Sauerstoffunterversorgung von Organen und Geweben, die schnell gefährliche Ausmaße annehmen kann.

Symptome

Typische Anzeichen der Kohlenmonoxidvergiftung sind Kopfschmerzen, Übelkeit und Kurzatmigkeit. Einige Betroffene fühlen sich schlapp, andere spüren ihr Herz rascher pumpen. Eine schwere Kohlenstoffmonoxidvergiftung führt manchmal zur rosigen Verfärbung der Haut, wodurch der Patient auf den ersten Blick gesund aussieht. Durch fortschreitendes Einatmen des Gases kommt es zur Bewusstlosigkeit und letztendlich zum Tod. Sind mehr als siebzig Prozent des Hämoglobins mit Kohlenmonoxid besetzt, stirbt der Betroffene innerhalb weniger Minuten.

Diagnose

Die Diagnose wird aus dem Zusammenhang zwischen den Auffindebedingungen, dem Erscheinungsbild des Patienten und der Symptomatik heraus gestellt. Im Blut lässt sich Kohlenmonoxid durch die Bestimmung von Carboxyhämoglobin nachweisen.

Behandlung

Eine Kohlenstoffmonoxidintoxikation erfordert eine sofortige Beseitigung des giftigen Gases aus dem Blut. Hierzu erhält der Patient eine künstliche Beatmung mit 100-prozentigem Sauerstoff. Im einfachsten Fall kommt hierbei eine Atemmaske zur Anwendung. Manchmal muss der Betroffene aber auch intubiert werden. Das ist spätestens nach Eintritt der Bewusstlosigkeit unumgänglich. Eine sehr effektive und schnell wirkende Methode ist der Aufenthalt in einer Überdruckkammer. Diese ist jedoch nicht überall verfügbar.

Während der Behandlung müssen die Patienten kontinuierlich überwacht werden, damit die Mediziner bei Herz-Kreislauf-Komplikationen sofort einschreiten können. Um den Entgiftungsstatus zu klären, erfolgt eine regelmäßige Kontrolle der Blutwerte. Bei einer Übersäuerung des Blutes wird außerdem Bikarbonat (Soda) mittels Infusion gegeben.

Zur Nachbehandlung einer Kohlenmonoxidvergiftung kann eine Rehabilitation erforderlich sein, die insbesondere auf die Bekämpfung von Folgeschäden ausgerichtet ist. War ein Suizidversuch der Auslöser für die Intoxikation, widmet sich darüber hinaus ein Psychiater dem Patienten.

Vorbeugung

Einer Kohlenstoffmonoxidintoxikation können Sie bereits mit wenigen Sicherheitsmaßnahmen vorbeugen. Da mangelhafte Verbrennungsöfen die häufigste Ursache der Vergiftung sind, empfiehlt sich eine regelmäßige Wartung durch einen Fachmann. In Betrieben warnen Messungen der MAK-Werte (maximale Arbeitsplatz-Konzentration) frühzeitig vor einer drohenden Gefährdung. In Berufen, in denen eine Dauerexposition nicht vermeidbar ist, z. B. bei Feuerwehr oder Straßenbau, ist gegebenenfalls das Tragen von Atemschutzmasken notwendig.

Da sich auch bei optimaler Prävention eventuelle Funktionsstörungen an Geräten nie völlig ausschließen lassen, ist die Installation von CO-Meldern ratsam, welche die Kohlenmonoxidkonzentration in der Umgebungsluft permanent überwachen und Sie rechtzeitig vor Erreichen bedrohlicher Werte alarmieren. Wenn Sie einen Ofen, eine Heizungsanlage oder eine Gastherme in Ihrem Haus oder Ihrer Wohnung haben, sollten Sie auf diese kleinen Helfer keinesfalls verzichten.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

Anzeige