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Gesundheitslexikon: Koffein

Der Muntermacher Koffein

Das Stimulant Koffein ist aus dem Leben vieler Menschen nicht mehr wegzudenken. Der Muntermacher ist in Getränken wie Kaffee, Tee und Energydrinks enthalten und wird in vielen Ländern regelmäßig konsumiert. Aber was genau geschieht im Körper beim Kaffeekonsum – wie entfaltet Koffein seine belebende Wirkung?

Worin Koffein enthalten ist

Koffein ist vor allem in Kaffee enthalten – der wohl weltweit meistverbreiteten psychoaktiven Substanz. Der meist als Heißgetränk konsumierte Kaffee wird aus gerösteten und gemahlenen Bohnen der Kaffeepflanze hergestellt, die mit Wasser aufgekocht werden. Die Kaffeepflanze stammt der Legende nach ursprünglich aus dem Königreich Kaffa im heutigen Äthiopien. Inzwischen wird Kaffee weltweit in tropischen Regionen angebaut.

Auch Tee enthält Koffein. Tee wird seit fast zweitausend Jahren kultiviert – das Ursprungsland ist China. Gewonnen wird er aus den Blättern der Teepflanze. Da vor allem grüner Tee einige Stoffe enthält, die der Gesundheit sehr zuträglich sind, ist er eine überaus empfehlenswerte Koffeinquelle.

Eine weitere, in den letzten Jahren sehr populär gewordene Koffeinquelle sind Energydrinks. Diese enthalten jedoch in den meisten Fällen sehr viel Zucker und sollten daher nach Möglichkeit eher gemieden werden.

Weniger bekannte Koffeinquellen sind Kakao und Schokolade. Deren Gehalt an Koffein ist allerdings relativ gering.

Wie Koffein im Körper wirkt

Der wissenschaftliche Name von Koffein ist 1,3,7-Trimethyl-2,6-purindion. Es handelt sich um ein Alkaloid aus der Stoffgruppe der Xanthine. Die eigentliche Wirkung von Koffein verdanken wir seiner chemischen Ähnlichkeit mit dem Gehirn-Botenstoff Adenosin. Dieser Botenstoff sorgt dafür, dass das Gehirn vor Überanstrengung geschützt wird, indem es die Reaktionsfähigkeit zwischen Nervenzellen verringert. Koffein setzt nun an denselben Rezeptoren an, ohne einen solchen Effekt. Die Folge ist, dass die Nerven auch bei hoher Beanspruchung weiter uneingeschränkt interagieren können. Die Effekte dieser Funktionsweise sind erhöhte Konzentrationsfähigkeit und allgemeine Anregung des Zentralnervensystems. Aktuelle Studien legen außerdem nahe, dass sich durch Koffein nicht nur die Geschwindigkeit der Denkprozesse, sondern auch das Langzeitgedächtnis verbessern lassen.

Auf motorischer Ebene sorgt Koffein für eine Anregung des Herz-Kreislaufsystems, allerdings erst bei höherem Koffeinkonsum. Auf motorischer Ebene lassen sich eine Erhöhung der Kontraktionskraft des Herzens, Pulssteigerung und Bronchialerweiterung feststellen. Dies ist auch der Grund, weshalb Koffein im Spitzensport immer wieder auf den Dopinglisten auftaucht.

Wenn Sie regelmäßig viel Koffein konsumieren, profitieren Sie nicht unbedingt mehr von dessen leistungssteigernden Effekten. Eine Toleranzentwicklung sorgt dafür, dass sich umso mehr Adenosin-Rezeptoren im Gehirn bilden, je mehr Koffein Sie zu sich nehmen. Dies hat zur Folge, dass Sie immer mehr Koffein benötigen, um dieselben Effekte zu erzielen.

Negative Effekte von Koffein

Wer häufig Kaffee zu sich nimmt, hat sicherlich schon seine harntreibende Wirkung bemerkt. Was jedoch in einem Experiment widerlegt wurde, ist die entwässernde Wirkung von Kaffee. Des Weiteren lässt sich unter Einfluss von Koffein eine geringe Erhöhung des Blutdrucks nachweisen. Wenn Sie Koffein nach häufigem Konsum plötzlich absetzen, können Entzugserscheinungen auftreten: Kopfschmerzen, Energieverlust, Konzentrationsstörungen und Reizbarkeit wären die Folge. Diese Symptome können bis zu neun Tage anhalten.

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