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Gesundheitslexikon: Körpertemperatur

Körpertemperatur: So regulieren wir uns selbst

Die Körpertemperatur des Menschen beträgt im Normalzustand 36,3 bis 37,4 Grad Celsius. Liegt sie darüber, spricht man von Fieber, befindet sie sich darunter, von Unterkühlung. Fieber erfüllt eine wichtige Funktion bei der Bewältigung von Krankheiten. Steigt die Temperatur jedoch zu sehr an, kann dies lebensgefährlich werden. Die Körpertemperatur wird über das Wärmeregulationszentrum gesteuert, das im Hypothalamus beheimatet ist.

Wie der Körper die Temperatur reguliert

Prinzipiell ist mit der Körpertemperatur jene im Körperinneren gemeint. Gemessen wird sie meist oral, rektal oder in der Achselhöhle. Der Körperinnentemperatur am nächsten kommt dabei die rektale Messart.

Die Körpertemperatur ist beim Menschen durchaus variabel – zu aktiven Zeiten liegt die Temperatur um bis zu zwei Grad höher als im Tiefschlaf, während dem die Temperatur am niedrigsten ist. Bei Frauen schwankt die Körpertemperatur noch dazu im monatlichen Zyklus um ungefähr ein halbes Grad.

Um die Solltemperatur aufrecht zu halten, muss der Körper sich ständig auf die Umweltbedingungen einstellen. Wenn Unterkühlung droht, reduziert er die Durchblutung der Extremitäten und der Haut. Auch Zittern ist eine Maßnahme, die vor Auskühlung schützt – es erhöht den Energieverbrauch, wodurch die Temperatur steigt. Auch gegen Überhitzung wappnet sich der Körper – deshalb beginnen wir zu schwitzen.

Fieber als Abwehrmechanismus

Steigt unsere Körpertemperatur über 37,4 Grad, herrscht im Körper Ausnahmezustand – wir haben Fieber. Es handelt sich dabei um einen Abwehrmechanismus gegen Krankheiten – nicht um eine Krankheit im eigentlichen Sinne. Deshalb ist es in den meisten Fällen nicht sinnvoll, Fieber zu senken, denn im Grunde verzögert man damit nur den Selbstheilungsprozess des Körpers. Dabei steigt die Temperatur nur sehr selten über 41 Grad – wir haben also einen inneren Mechanismus, der verhindert, dass Fieber uns selbst schadet. Falls dieser Selbstschutz nicht wirkt, wird es richtig gefährlich: Ab 42 Grad Körpertemperatur versagt unser Kreislaufsystem. Ab 44 Grad beginnen sich körpereigene Proteine und Eiweiße strukturell zu verändern, was in den meisten Fällen zum Tode führt.

Unterkühlung

Von Unterkühlung oder Hypothermie spricht man, wenn die Körpertemperatur sich aufgrund von äußerer Kälteeinwirkungen über einen längeren Zeitraum unter den Normalwert senkt. Geschieht dies nur lokal, kann es zu Erfrierungen kommen. Bis 32 Grad spricht man von milder Hypothermie. Zittern tritt auf und Apathie kann eintreten. Bis 28 Grad, der mittelgradigen Hypothermie, stoppt das Zittern wieder und die Urteilsfähigkeit ist stark eingeschränkt. Unter 28 Grad wird es lebensgefährlich. Die Pupillen werden starr, der Kreislauf versagt – schließlich setzt Atemstillstand ein.

Eine Unterkühlung kann auch aus medizinischen Gründen künstlich herbeigeführt werden. Dies wird bei größeren chirurgischen Eingriffen oder bei Komapatienten angewendet, um ihr Gehirn zu schonen.

Was tun bei Fieber?

Fieber kann durch Medikamente wie Paracetamol oder Acetylsalicylsäure gesenkt werden. Aber auch Hausmittel wie Eukalyptustee, Essigsocken oder Wadenwickel können helfen. Grundsätzlich besteht bei Fieber jedoch kein Grund zur Sorge – ab 39 Grad sollten Sie jedoch einen Arzt aufsuchen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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