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Gesundheitslexikon: Klistier (Einlauf)

Keine Angst vor dem Darm – so lässt sich ein Klistier (Einlauf) selbst verabreichen

Rund um den Darm gibt es viele Tabus. Die mechanische Reinigung des Darms ist auch nicht immer angenehm, kann aber beispielsweise bei einer Verstopfung eine wahre Erleichterung verschaffen. In jedem Fall sorgt ein Einlauf aber für frischen Schwung im Verdauungsorgan.

Was ist ein Klistier?

Als Klistier oder Einlauf bezeichnet man das rektale Einfüllen von Flüssigkeit in den Dickdarm. Dabei wird ein schmales Röhrchen mit Ventil durch den Anus geschoben, welches mit einem Schlauch und einem Behälter verbunden ist. So wird die Flüssigkeit in den Enddarm eingeleitet. Oft leitet man dabei eine ausreichend große Menge Flüssigkeit von rund einem Liter ein, um den Darmbereich zu entleeren und gründlich zu spülen.

Je nach Indikation können dabei ganz unterschiedliche Flüssigkeiten zum Einsatz kommen. Sie können lauwarmes Wasser verwenden, aber ebenso Sole oder Glyzerin. Auch Flüssigkeiten wie Tee, Kaffee oder mit Lactulose angereichertes Wasser sind möglich.

Wann wendet man ein Klistier an?

Die meisten Klistiere werden in Krankenhäusern verabreicht, wenn bei einem Patienten zur Vorbereitung eines medizinischen Eingriffs die Reinigung des Enddarmbereiches stattfinden soll. Dies ist zumeist vor einer Koloskopie oder eine Operation der Fall. Doch auch Patienten, die unter einer sich wiederholenden oder schmerzhaften Verstopfung leiden, können mit einem Einlauf Erleichterung erfahren. Ein Klistier kann aber genauso dazu genutzt werden, wenn bestimmte Wirkstoffe in den Enddarm eingebracht werden sollen. Auch vor der Geburt können kleine Einläufe vorgenommen werden. Im Bereich der Alternativmedizin wird die Praxis des Einlaufes zunehmend wiederentdeckt. Hier wird dem Patienten empfohlen, den Darmeinlauf nicht nur zur Reinigung, sondern auch zur Vorbereitung einer Fastenkur zu absolvieren. Dann sollen mit Hilfe eines Einlaufs auch Giftstoffe und Ablagerungen entfernt werden.

Wie wendet man ein Klistier korrekt an?

In medizinischen Bereichen ist das Setzen eines Klistiers eine Routinemaßnahme. Wer zuhause den Einlauf vornehmen möchte, sollte auf absolute Hygiene achten. Es ist zudem von Vorteil, wenn die Atmosphäre entspannt ist. Die verabreichte Flüssigkeit sollte vorher abgekocht werden und Körpertemperatur haben. Der Analbereich muss mit Vaseline oder Öl betupft werden. Dann führen Sie das Klistierröhrchen vorsichtig ein und die Wasserzufuhr kann beginnen. Es ist dabei hilfreich, wenn eine Position im Vierfüßlerstand eingenommen wird. Der Einlauf kann aber auch auf der linken Seite liegend erfolgen. Wenn die Flüssigkeit ganz eingelaufen ist, sollte sie möglichst mehrere Minuten im Körper verbleiben. Dabei können wiegende Bewegungen hilfreich sein, um den Druck zu verringern. Manche Menschen empfinden auch eine sanfte Bauchmassage im Uhrzeigersinn als hilfreich. Nach erfolgter Entleerung können Sie den Vorgang mehrmals wiederholen.

Was muss man über einen Einlauf wissen

In der Naturheilkunde werden regelmäßige Einläufe zur Gesunderhaltung empfohlen. Nur übertreiben sollten Sie es nicht. Da die Mineralstoffaufnahme des Körpers zum großen Teil im Mastdarm vollzogen wird, sollte der Darm nicht häufiger als einmal die Woche gespült werden. Sonst könnte es langfristig zu einer Unterversorgung mit Mineralien kommen. Nur im Rahmen einer saisonalen Reinigung oder während einer Darmsanierung können Einläufe auch täglich praktiziert werden. Dies sollte jedoch nicht länger als zehn Tage am Stück und nicht öfter als einmal im Jahr wiederholt werden.

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