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Gesundheitslexikon: Kinesiologie (Medizin)

Kinesiologie: Weiß der Körper wirklich, was gut für ihn ist?

Bei Profisportlern sind die farbigen und auf der Haut auffällig verklebten Pflaster allgegenwärtig. Die sogenannten 'Tapes' sollen Schmerzen nehmen oder Gelenke stabilisieren. Dass es sich hierbei um eine kinesiologische Behandlungsform handelt, dürfte den wenigsten Anwendern bewusst sein. Die Kinesiologie muss sich vielen Skeptikern stellen. Wer jedoch von ihr überzeugt ist, sieht auch Vorteile in dieser Behandlungsart.

Was ist die Kinesiologie?

Die Kinesiologie ist eine ganzheitliche Behandlungsform, welche der Alternativmedizin zugeordnet wird. Mit ihr sollen sich körperliche Beschwerden sowie auch psychische Leiden behandeln lassen. Man geht davon aus, dass der Körper zunächst einmal selbst weiß, was gut oder eben auch schlecht für ihn ist. Diese einfache Feststellung wird von einem Kinesiologen am Patienten mittels des sogenannten Muskeltests (Muskel- oder Bio-Feedback-System) abgefragt. Zeigt der Körper eine Reaktion, so handelt es sich um eine Blockade, welche es zu beheben gilt. Üblicherweise weist der Körper eine Kombination mehrerer Blockaden auf, welche in den Organen, den Körperenergien oder der Psyche begründet sein können.

Wie läuft eine kinesiologische Behandlung ab?

Der Patient liegt bekleidet auf einer Liege. Der Therapeut steht neben ihm und übt einen gewissen Druck auf den nach vorne gestreckten Arm des Patienten aus. Dabei werden verschiedenste Themen abgefragt. Reagiert der Arm des Patienten auf den Druck, so kann darüber eine Blockade, also ein Problem, diagnostiziert werden. Der Therapeut sieht sich so in der Lage, ein Problem, eine Störung oder eine Erkrankung einzukreisen und zu benennen. Anschließend stehen dem Therapeuten verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl, mit dieser Blockade umzugehen und sie zu behandeln.

Welche verschiedenen Arten der Kinesiologie gibt es?

Kinesiologen können sich auf ganz unterschiedliche Gebiete spezialisieren. Sie können im Bereich der Allergieberatung oder zum Zwecke der Selbstentfaltung tätig sein. Häufig sind sie auch therapeutisch aufgestellt, um bei Patienten alte Traumata, Ängste oder weit zurückliegende Probleme zu behandeln. Auch in der Suchtberatung können Kinesiologen tätig sein. Da die Kinesiologie mit den Energiebahnen des Körpers arbeitet, können Therapeuten auch gebietsübergreifend in der Physiotherapie, der Akupressur, der chinesischen Akupunktur oder der Chiropraktik arbeiten. Deshalb sind die anschließenden Behandlungsarten auch sehr unterschiedlich. Während der eine Kinesiologe dem Patienten ein Ausleitungsverfahren anrät, kann ein anderer Therapeut eine manuelle Therapie in Form von Krankengymnastik vorschlagen.

Was sollte man bei der Kinesiologie beachten?

Die Berufsbezeichnung ist nicht geschützt und verlangt keine staatliche Überprüfung der Fähigkeiten. Die meisten Kinesiologen sind in einem Dachverband organisiert, welcher die Ausbildungsstandards und das vorgeschlagene Behandlungsspektrum festgelegt hat. Die Kosten einer Behandlung werden nicht von den Kassen übernommen.

Der Kinesiologe sieht die Blockaden des Körpers nicht autark, sondern geht in den meisten Fällen von einer Wechselwirkung aus. So können verschiedenste Störfelder zwar im Sinne der Kinesiologie erkannt werden, doch müssen nicht immer alle auch behandelt werden. Der Kinesiologe kann davon ausgehen, dass es auch ausreichen könnte, nur bestimmte Störungen zu beseitigen, um über die Anregung der Selbstheilungskräfte den Organismus insgesamt wieder zu aktivieren.

Zwar erkennt der Patient bei dem Muskeltest die Reaktion seines Körpers, doch lässt sich für ihn daraus keine Interpretation zu. Auch der anschließende Behandlungsplan ist für den Patienten meist nicht nachvollziehbar, insofern er sich beispielsweise auf die Energiebahnen des Körpers bezieht.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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