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Gesundheitslexikon: Keuchhusten (Pertussis)

Ursachen, Symptome und Behandlung von Keuchhusten (Pertussis)

Bei Keuchhusten, auch als Pertussis bezeichnet, handelt es sich um eine akute Atemwegsinfektion. Diese Erkrankung ist sehr ansteckend und zählt weltweit zu den häufigsten Infektionskrankheiten bei Kindern. Da zunehmend auch Jugendliche und Erwachsene betroffen sind, gilt sie mittlerweile nicht mehr als klassische Kinderkrankheit. Keuchhusten tritt unabhängig von der Jahreszeit auf, in Mitteleuropa jedoch überwiegend im Herbst und im Winter. Neugeborene und Säuglinge unterliegen im Falle einer Ansteckung einer besonderen Gefährdung.

Ursachen

Verursacht wird Keuchhusten durch das Bakterium Bordetella pertussis. Die Übertragung erfolgt über die Luft, beispielsweise beim Husten, Niesen, Sprechen oder Küssen. Durch Benutzung desselben Geschirrs wie ein Erkrankter können Sie sich ebenfalls anstecken. Die Keuchhusten-Bakterien sind hoch infektiös. Von einhundert nicht geimpften Personen erkranken achtzig bis neunzig nach dem Kontakt mit einem Infizierten. Die Inkubationszeit beträgt bei Pertussis circa sieben bis zwanzig Tage. Nach Ausbruch der Krankheit ist der Patient für etwa fünf bis sechs Wochen ansteckend.

Symptome

Bei Kindern verläuft die Pertussis für gewöhnlich in drei Phasen. Ein bis knapp drei Wochen nach der Ansteckung treten zunächst untypische Krankheitszeichen wie Schnupfen, leichter Husten und Heiserkeit, zum Teil auch gerötete Bindehäute und leichtes Fieber, auf.

In der zweiten, vier bis sechs Wochen dauernden Phase zeigt sich der charakteristische Keuchhusten, der sich in wiederholten krampfartigen Hustenanfällen bis hin zur Atemnot äußert. Oft dauert die stakkatoartige Hustenattacke minutenlang. Sie endet mit einem juchzenden Einatemgeräusch, das durch einen Kehlkopfkrampf verursacht wird. Meist würgen die Betroffenen anschließend zähen Schleim aus, manchmal erbrechen sie auch.

Während der dritten Phase, die nochmals sechs bis zehn Wochen andauert, nehmen die Hustenanfälle langsam ab. Bis zur vollständigen Ausheilung kann bis zu einem Vierteljahr vergehen.

Säuglinge haben oft nicht die typischen Hustenattacken, sie piepsen nur hilflos. Das Risiko für Atemaussetzer macht eine sofortige stationäre Intensivtherapie erforderlich. Die häufigsten Komplikationen bei Keuchhusten sind Lungenentzündungen und Mittelohrentzündungen.

Diagnose

Bei Kindern deuten bereits die charakteristischen Hustenattacken auf eine Pertussis hin. Als Erwachsener sollten Sie alarmiert sein, wenn Sie unter einem andauernden Reizhusten leiden. Zu Beginn des zweiten Stadiums lässt sich das Bakterium meist durch einen Abstrich aus dem hinteren Nasen-Rachenraum nachweisen. Eine schnellere und zuverlässigere Diagnose ermöglicht die Polymerase-Kettenreaktion, welche die Erbsubstanz von Krankheitserregern sichtbar macht, bevor Antikörper gebildet werden.

Behandlung

Bei der Keuchhustentherapie geht es insbesondere darum, Hustenanfälle abzumildern, die Ansteckungsgefahr zu senken und die Krankheitsdauer zu verkürzen. Hierbei helfen lindernde Maßnahmen und Antibiotika, die über vierzehn Tage eingenommen werden. Säuglinge sollten grundsätzlich ins Krankenhaus, da nur dort eine effektive Möglichkeit besteht, die Atemnot zu lindern, den Schleim abzusaugen und dem Erstickungsrisiko vorzubeugen.

Vorbeugung

Keuchhusten können Sie nur durch eine rechtzeitige Impfung verhindern. Diese gewährleistet allerdings, wie auch die durchgemachte Erkrankung, keinen lebenslangen Schutz und sollte daher regelmäßig wiederholt werden. Die ab dem vollendeten zweiten Lebensmonat beginnende Grundimmunisierung besteht aus vier Impfungen. Eine erste Auffrischungsimpfung wird ab dem fünften bis sechsten Lebensjahr empfohlen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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