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Gesundheitslexikon: Kehlkopfkrebs (Larynxkarzinom)

Kehlkopfkrebs: Rauchen und hoher Alkoholkonsum gelten als Hauptursachen

Der Kehlkopfkrebs, auch Larynxkarzinom genannt, ist eine maligne Entartung der Plattenepithel-Zellen im Kehlkopf. In der Medizin werden drei Arten unterschieden: Während das Glottis-Karzinom die Stimmritzen selbst befällt und als häufigste Form des Larynxtumors vorkommt, finden sich supraglottische und subglottische Karzinome ober- bzw. unterhalb der Stimmritze und stellen eine Randgruppe der Kehlkopfkarzinome dar.

Ursachen

Als hinlänglich bekannte Ursache des Kehlkopfkrebses ist der Nikotinkonsum zu sehen, insbesondere wenn er in Verbindung mit einem Alkoholabusus einhergeht. Geht dieser Lebenswandel über Jahre, so kommt es zu einer Fehlprogrammierung bei der Zellerneuerung im Kehlkopf. Diese falschen Zellen werden vom Körper nicht als solche erkannt und können sich ungehindert ausbreiten. Kehlkopfkrebs entsteht.

Symptome

Die Symptome des Kehlkopfkrebses differieren sehr stark und sind abhängig vom Sitz des Tumors.

So führen glottische und subglottische Karzinome bereits im Frühstadium zu Heiserkeit, Atemnot und einem inspiratorischen Stridor. Hingegen erkennen Ärzte supraglottische Tumore oft erst im fortgeschrittenen Stadium an Schluckbeschwerden, kloßiger Sprache, Ohrenschmerzen und blutigem Auswurf.

Größte Komplikationen sind die Infiltration von Stimmbändern und Muskeln sowie lymphogene oder ferne Metastasen.

Diagnose

Bemerken Betroffene oben genannte Symptome, so ist der Gang zum Arzt unumgänglich. Dieser wird per Sonografie oder Computertomografie die Lage und Ausbreitung eines Larynxtumors ermitteln. Zum Ausschluss einer Infiltration und zur Gewinnung von histologischen Proben ist die Laryngoskopie obligat.

Behandlung

Die Therapie eines Tumors ist stets individuell und von vielen Faktoren wie beispielsweise Alter, Allgemeinzustand oder Heilungsperspektive abhängig.

Daher können operativ die Chordektomie, eine Teilresektion, eine Laryngektomie oder eine komplette Neck dissection in Frage kommen. Medikamentös stehen verschiedenste Zytostatika zur Verfügung, die beispielsweise präoperativ verabreicht werden, um den Tumor zu verkleinern und anschließend operativ möglichst wenig Gewebe entfernen zu müssen. Auch die Möglichkeit einer postoperativen Zytostatika-Therapie ist möglich, insbesondere um etwaige Restzellen zu eliminieren. Unterstützend kann auch eine Radiotherapie angeboten werden, welche zu fast jedem Zeitpunkt durchgeführt werden kann.

Vorbeugung

Prinzipiell sind Tumore nur bedingt vorzubeugen, denn die Disposition, ob sich eine Neoplasie in Krebs verwandelt, ist nicht beeinflussbar. Dennoch kann man Karzinogene umgehen und im Falle eines Kehlkopfkrebses auf Nikotin und Alkohol weitestgehend verzichten.

Dies ist vor allem deshalb interessant, da der Larynxtumor eine Krebsart mit hohem Leidensfaktor ist. So sind Betroffene nach einer Operation meist auf eine Atmung durch ein Tracheostoma angewiesen und können daher nicht oder kaum mehr sprechen. Durch diese Beeinträchtigung ist es ebenfalls nicht mehr möglich, zu riechen und zu schmecken. Des Weiteren sind alle Hygienemaßnahmen mit Wasser wie Duschen, Baden, Schwimmen oder Rasieren den Betroffenen aufgrund der hohen Infektionsgefahr untersagt. All diese Einschränkungen können letztlich zu Isolation und Depression führen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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