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Gesundheitslexikon: Kamille

Kamille: elegante Pflanze mit entzündungshemmenden Eigenschaften

Sie duftet angenehm und enthält viele gesundheitsfördernde Stoffe – die Kamille. Die Heilpflanze hat eine lange Tradition in der Volksmedizin und wird von der Schulmedizin zunehmend akzeptiert. Als Tee, Auszug oder Extrakt kann sie Schmerzen lindern, den Heilungsprozess verschiedener Krankheiten vorantreiben und sorgt, als Tee aufgegossen, für einen schmackhaften Genuss.

Was ist die Kamille?

Die echte Kamille (Botanisch: Chamomilla recutita/Matricaria recutita) kann bis zu 50 Zentimeter hoch wachsen und trägt auf filigranen Ästen die auffallend leuchtend gelben Blütenköpfe. Diese werden flankiert von weißen, schmalen Blütenblättern. Die Pflanze gehört zur Gattung der Korbblütler. Auffallend an der Kamille ist ihr typischer Geruch, den selbst die Stängel, das Blattwerk und auch die Wurzeln tragen. Dieses duftende ätherische Öl macht bis zu 1,5 Prozent der gesamten Pflanzenmasse aus. Vor allem die Substanzen Matricin und a-Bisabolol sind enthalten, aber auch Flavonoide und Cumarine.

Vorkommen

Die Pflanze kommt ursprünglich aus Süd- und Osteuropa. Heute ist sie allerdings in ganz Europa, Nordamerika und Australien verbreitet. Die Kamille lässt sich gut anbauen und wird selbst in Deutschland nach wie vor agrarwirtschaftlich eingesetzt, vor allem für biologisch erzeugte Waren. Erntezeit ist im September. Innerhalb von zwei Stunden wird die Kamille dann getrocknet, um so die Inhaltsstoffe zu bewahren.

Verwendung und Wirkung der Kamille als Heilpflanze

Seit der Antike wird die Kamille bei Störungen des Magen-Darm-Traktes, wie Übelkeit, Schmerzen oder Erbrechen, eingesetzt. Heute weiß man, dass die echte Kamille entzündungshemmend, desodorierend, antibakteriell und krampflösend auf den Körper wirkt. Vor allem bei Magen-Darm-Beschwerden, beispielsweise bei Gastritis oder Enteritis, Blähungen und Krämpfen, wird die Kamille nach wie vor gerne eingesetzt, heute auch von der Schulmedizin. Bei Menstruationsbeschwerden soll die krampflösende Wirkung der Kamille auf den Unterleib der Frau positiv entlastend wirken. Gute Heilungserfolge werden aber auch bei Erkrankungen der oberen Atemwege beschrieben, wenn die Kamille im Rahmen einer Inhalation auf die Schleimhäute wirken kann. Insgesamt scheint sich auch ein heilender Effekt auf die Haut ableiten zu lassen. So sollen Bäder und Spülungen bei Unterleibsinfekten oder auch bei Hämorriden oder sonstigen Erkrankungen des Analbereiches sehr lindernd auf die betroffenen Hautareale wirken. Ein abgekühlter Kamillen-Aufguss als Gurgellösung bei Erkrankungen der Mund- und Rachenhöhle verschafft Schmerzlinderung. In einigen Ländern wird Kamillentee auch eine schlaffördernde Wirkung nachgesagt.

Was sollte man bei der Kamille beachten?

Beim Kauf sollte man auf hochwertige und möglichst biologisch erzeugte Produkte mit nachvollziehbarer Herkunftsbezeichnung achten. Wer die Blüten als Tee trinken oder eine Aufguss zur äußerlichen Anwendung machen möchte, der sollte sicher sein, keine mit Schwermetallen belastete Pflanzen aufzugießen.

Besonders das Kamillenöl, welches aus den Blütenköpfen mittels Wasserdampfdestillation gewonnen wird, ist hochkonzentriert angereichert mit den gesundheitsfördernden Stoffen der Heilpflanze. Es hat eine tiefblaue Farbe. Das Öl kann zurückhaltend dosiert werden und sollte nur nach Rücksprache mit einem Arzt unverdünnt aufgetragen werden.

Wer allergisch auf Korbblütler reagiert, sollte mit der Kamille allerdings vorsichtig umgehen. Von Anwendungen am Auge ist mit ätherischen Ölen generell abzuraten.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und ersetzt daher keine Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Heilpflanzen können in falscher Anwendung oder Dosierung schwerwiegende Nebenwirkungen zur Folge haben. Lassen Sie sich deshalb in der Apotheke oder vom Arzt beraten.

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