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Gesundheitslexikon: Jod

Jod: unverzichtbar für unsere Schilddrüse

Jod (alternative Schreibweise: Iod) ist ein chemisches Element mit der Ordnungszahl 53. Für unseren Körper ist es zur Hormonproduktion essenziell, kann aber nicht selbst gebildet und muss daher durch die Nahrung aufgenommen werden.

Eigenschaften von Jod

Iod ist ein Feststoff und hat seinen Schmelzpunkt bei 113,70 Grad Celsius. Ab dieser Temperatur wird der Stoff zu einer braunen Flüssigkeit. Ab einem Siedepunkt von 184,2 Grad Celsius bildet der Mineralstoff violetten Dampf aus I2-Molekülen. Schon bei Raumtemperatur sondert der Feststoff in Form von Sublimation violette Dämpfe mit charakteristischem Geruch ab. Die Reaktion von Wasserstoff und Iod ergibt Jodwasserstoff. Der Mineralstoff kann Polyiodidverbindungen eingehen, die sich in Stärke-Helices einlagern und eine Blaufärbung hervorrufen.

Vorkommen von Iod

Jod ist ein eher seltenes Halogen, das in der Natur vorwiegend in Form von Jodverbindungen verbreitet ist. In gewissen Maß ist Iod außerdem in Böden und anderen Gesteinen enthalten. Als Iodwasserstoff kommt Iod außerdem in vulkanischen Gasen vor. Bei der Verwitterung von Gestein werden Iodverbindungen freigesetzt und erreichen das Grundwasser oder die Meere. Damit enthalten auch Mineralquellen das Element. Außerdem sitzt Jod in seinen Verbindungen in vielen Algenfeldern der Küsten, so vor allem im tropischen Atlantik. Jodhaltige Lebensmittel stammen vorwiegend aus dem Meer. Meeresfische, Meeresalge und Meeresfrüchte sind beispielsweise gute Jodlieferanten.

Jod im menschlichen Körper

Im menschlichen Organismus ist Iod an der Bildung der Schildrüsenhormone beteiligt. Bis zu 30 Milligramm Iod sind in unserer Schilddrüse gespeichert. Das Enzym Peroxidase oxidiert das Jod in der Gegenwart von Wasserstoffperoxid zu elementarem Jod. Danach wird das Spurenelement mit der Aminosäure Tyrosin zu Trijodthyronin und Thyroxin verstoffwechselt. Die so entstehenden Hormone sind am sogenannten ‚Thyreotroper Regelkreis‘ beteiligt. Sie dienen unserem Organismus zur Steigerung des Grundumsatzes, erhöhen den Sauerstoffverbrauch der Gewebe und greifen so in den Glucose-Stoffwechsel ein. In Form von Hormonen steigert Jod die Fettverbrennung und übernimmt wichtige Aufgaben als wachstumsfördernder Faktor. Drüber hinaus trägt der Mineralstoff in unserem Körper zur Empfänglichkeit der Adrenalinrezeptoren bei und lässt unser wichtigstes Stresshormon Adrenalin besser wirken.

Was passiert bei Jodmangel und Jodvergiftung?

Unser Körper kann Jod nicht selbstständig herstellen. Daher sollte unsere tägliche Jodaufnahme mindesten 200 μg betragen. Jodmangel führt zu einer Schilddrüsenunterfunktion mit Symptomen wie trockener Haut, Kälteempfindlichkeit, Haarausfall, Herzfrequenzstörungen und Fettstoffwechselstörungen. Jodmangel ist innerhalb Deutschlands vor allem in Jodmangelgebieten wie Bayern verbreitet. Elementare Jod und Jodid-Ionen besitzen unter bestimmten Umständen Giftwirkung. Elementares Jod kann zur Inaktivierung von Körperproteinen beitragen und tödlich wirken. Joddämpfe können außerdem Reizungen der Schleimhäute und Augen hervorrufen und Jodschnupfen auslösen. Jod-Ionen können dagegen Jodismus bedingen und mit Juckreiz und Niesreiz oder einer Schilddrüsenüberfunktion einhergehen. Radioaktives Jod kann bei einer Einlagerung in die Schilddrüse Krebs erregen.

Verwendung von Jod

Verwendung findet Jod vor allem in der Lebensmittelindustrie, wo der Mineralstoff in Jodsalzen vorkommt. Darüber hinaus spielt Jod als Strahlenschutz eine Rolle und findet in Form von radioaktiven Iod-Isotopen beim Fallout von Nuklearexplosionen sowie im Reaktor von Kernkraftwerken Anwendung. Auch für die Medizin spielt Jod eine Rolle. Das Element wird desinfizierend und findet in antiseptischen Jodtinkturen Verwendung. Darüber hinaus werden aromatische Jodverbindungen als Röntgenkontrastmittel angewandt. Außerdem beschleunigt das Element den Reaktionsablauf in der medizinischen Forschung. Für Jodmangelpatienten spielt die medizinische Jodsubstitutionstherapie eine gesteigerte Rolle. Bei Schilddrüsenoperationen wird Jod außerdem zur Ausschaltung des Organs verwendet. Radioaktive Iod-Isotope finden wiederum innerhalb der nuklearmedizinischen Diagnostik und Behandlung Einsatz.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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