Gesundheitslexikon Gesundheitslexikon

Gesundheitslexikon: Jetlag

Was ist ein Jetlag?

Jetlag ist ein Phänomen, welches bei Flugreisenden auftritt, wenn sie mehrere Zeitzonen überqueren und äußert sich als Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus sowie des Biorhythmus beim Menschen. Dazu zählen Körpertemperatur, Blutdruck und Hormonhaushalt. Der Jetlag wird umso stärker, je mehr Zeitzonen überflogen werden. Während sich am Zielort der Tag-Nacht-Wechsel im Gegensatz zum Ursprungsland deutlich verschiebt, funktionieren die inneren Rhythmen des Menschen noch wie zu Hause. Es kann davon ausgegangen werden, dass der Körper pro übersprungene Zeitzone etwa einen Tag braucht, um diese auszugleichen. Je weiter weg man sich also von seinem Ursprungsland befindet, umso länger dauert die Anpassung. Wie schnell sich der Körper an die Zeitverschiebung anpasst, hängt auch vom individuellen Gesundheitszustand ab. Es konnte außerdem nachgewiesen werden, dass jüngere Menschen flexibler auf die Veränderungen reagieren als ältere Menschen.

Wie äußern sich die Beschwerden?

Bei Zeitverschiebungen um bis zu zwei Stunden treten kaum Veränderungen beim Menschen auf. Überfliegt der Mensch jedoch mehr als zwei Zeitzonen, können typische Symptome auftreten, deren Auswirkungsgrad individuell verschieden sein kann. Die Hauptanzeichen sind Müdigkeit, Abgeschlagenheit, allgemeine Erschöpfung und Stimmungsschwankungen. Am Zielort kämpfen Betroffene häufig mit Schlaf-Wach-Störungen. Sie können schlecht einschlafen und wachen eher oder sehr spät auf. Das Durchschlafen fällt schwer. Weiterhin äußert sich ein Jetlag in Form von Kopfschmerzen, Schwindel oder Magen-Darm-Irritationen. Einige Betroffene leiden an Verstopfung oder häufigerem Stuhldrang sowie Hungergefühl zu untypischen Zeiten oder Appetitlosigkeit. Diese Beschwerden klingen in der Regel nach nur wenigen Tagen ab. Allerdings kann die Regulierung der Körpertemperatur, der Verdauung oder des Blutdrucks noch ein bis zwei Wochen länger dauern, während sich der Schlaf-Wach-Rhythmus sehr schnell einpendelt. Bei Frauen kann beispielsweise die Periode zeitversetzt einsetzen.

Einfluss der Flugrichtung auf den Jetlag

Die Flugrichtung ist ausschlaggebend für die Dauer und Intensität des Jetlags. Fliegt ein Reisender von seinem Ursprungsland aus nach Osten, wird sein Tag verkürzt. Fliegt er hingegen nach Westen, wird sein Tag länger. Ein Flug nach Westen ist für den Reisenden besser verträglich. Ein Jetlag nach einem Flug nach Osten hingegen wird als schlimmer empfunden. Das liegt daran, dass es den meisten Menschen leichter fällt, abends länger wach zu bleiben, als morgens eher aufzustehen.

Tipps gegen den Jetlag

Die Auswirkungen eines Jetlags können Sie mit ein paar einfachen Maßnahmen mildern.

- Stellen Sie beispielsweise bereits im Flugzeug die Uhrzeit des Ziellandes auf Ihrer Uhr ein.

- Sie können sich im Ursprungsland bereits auf die neue Zeitzone vorbereiten, indem Sie etwas eher oder später zu Bett gehen beziehungsweise aufstehen.

- Lassen Sie sich am Zielort dann ausreichend Zeit zum Ausruhen.

- Verzichten Sie unbedingt auf Schlafmittel und Alkohol.

- Lassen Sie sich von einem Reisemediziner beraten, wenn Sie Medikamente wie Insulinpräparate oder die Pille einnehmen.

- Trinken Sie viel Flüssigkeit und essen Sie nur eine Kleinigkeit, wenn Sie Hunger zu untypischen Zeiten bekommen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

Anzeige