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Gesundheitslexikon: isotonisch (isotonische Getränke)

Was bedeutet isotonisch?

Der aus dem Griechischen entlehnte Begriff ‚isoton‘ oder ‚isotonisch‘ bedeutet wörtlich übersetzt ‚von gleicher Spannung‘. Das Wort kommt zum Beispiel in isotonischen Kochsalzlösungen oder isotonischen Getränken vor und bezieht sich auf den osmotischen Druck im Vergleich zum Blutplasma. Isotonische Flüssigkeiten haben dieselbe Tonizität wie unser Blut, das heißt, sie enthalten denselben Anteil von osmotisch aktiven Bestandteilen oder Nährstoffen.

Tonizität und Osmolarität

Isotonische Flüssigkeiten weisen denselben osmotischen Druck wie ein bestimmtes Vergleichsmedium auf. Die Tonizität ist ein qualitatives Maß für den Druckunterschied zweier Flüssigkeiten. Damit besitzen isotonische Flüssigkeiten außerdem die gleiche Tonizität und somit das gleiche Maß an Osmolarität. Isotonizität liegt zwischen ihnen vor. In der Medizin spielt die Isotonizität beim Vergleich von Flüssigkeiten eine Rolle. Darüber hinaus kann sich der Begriff isotonisch innerhalb des medizinischen Sprachgebrauchs auf Zellen beziehen. Zuweilen werden auch Muskelkontraktionen als isotonisch bezeichnet, solange sie mit konstanter Spannung ablaufen.

Isotonizität bei Zellen und Flüssigkeiten

Bezogen auf Zellen bedeutet Isoton, dass das Zytoplasma und damit das Medium innerhalb der Zelle denselben osmotischen Druck besitzt wie das umgebende Medium, so zum Beispiel eine extrazelluläre Flüssigkeit. Die Isotonizität spielt außerdem bezogen auf Flüssigkeiten wie die isotonische Kochsalzlösung eine Rolle. Kochsalzlösungen besitzen dieselbe Osmolarität wie das Blutplasma. Um diese Tonizität zu erreichen, wird destilliertem Wasser Natriumchlorid zugegeben. Isotone Kochsalzlösungen lassen sich wegen desselben osmotischen Drucks als Volumenersatz bei Blutverlusten verwenden und werden dem Patienten als Infusion zur Verfügung gestellt.

Isotonische Getränke

Isotonische Getränke besitzen dasselbe Verhältnis von Nährstoffen zu Flüssigkeit wie das menschliche Blut. Der osmotische Wert liegt in isotonischen Getränken also in derselben Tonizität vor wie in unserem Plasma. Das hat zur Folge, dass wir isotone Getränke schneller verdauen können. Für Leistungssportler sind isotonische Getränke besonders interessant, da sie den Flüssigkeitsbedarf decken und zur selben Zeit eine hohe Energiezufuhr bereitstellen. Die Zusammensetzung von Nährstoffen wie Kohlenhydraten und Natrium lässt das Getränk möglichst zügig den Magen passieren, sodass die Nährstoffe im Darm schneller ins Blut aufgenommen werden.

Wer benötigt isotonische Getränke?

Freizeitsportler sind in aller Regel nicht auf den Konsum isotonischer Getränke angewiesen. Sie verlieren im Vergleich zu Leistungssportlern deutlich weniger Mineralien und Kohlenhydrate. Die ‚Deutsche Gesellschaft für Ernährung‘ sieht den Nutzen von isotonischen Getränken vor allem für Menschen gegeben, die ausgiebigen Ausdauersport betreiben und zum Beispiel regelmäßig mehr als zwei Stunden am Stück Dauerlauf betreiben. Bei einem Training mit einer Dauer von weniger als 45 Minuten wird dem Sportler eher zum Konsum von Wasser mit hohem Natriumgehalt geraten. Wenn die Aktivität eine Stunde überschreitet, raten Stellen wie der ‚Deutsche Sportbund ‘ zum Konsum von kohlenhydratreichen Getränken wie Apfelschorle. Mittlerweile bewirbt die Industrie isotonische Spezial-Erfrischungsgetränke mit unzähligen Vorteilen für sportlich aktive Menschen. Der letztliche Nutzen von Spezialgetränken hält sich außerhalb des Leistungssports aber in Grenzen und wird von Experten angezweifelt.

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