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Gesundheitslexikon: Impfkalender

Impfkalender – Schutz für Kinder, Jugendliche und Erwachsene

Die ‚Ständige Impfkommission‘ (STIKO) des ‚Robert-Koch-Instituts‘ gibt einmal jährlich ihre Impfempfehlungen bekannt. Der Impfkalender für Säuglinge, Jugendliche und Erwachsene ist Teil dieser Empfehlungen und soll einen schnellen Überblick über die empfohlenen Impfungen geben. Es gibt weitere Impfempfehlungen für verschiedene Risikogruppen, Berufsgruppen, für Reisende und auch für Frauen im gebärfähigen Alter. Diese werden jedoch nicht im Impfkalender aufgeführt.

Basis- und Auffrischungsimpfungen

Im Kalender wird zwischen Basisimpfungen beziehungsweise Grundimmunisierungen und Auffrischungsimpfungen unterschieden. Für die Grundimmunisierung verabreicht der Arzt ein- bis viermal den entsprechenden Impfstoff in bestimmten Abständen. Die Grundimmunisierung sollte in der Regel innerhalb der ersten zwei Lebensjahre erfolgen.

Je nach Impfung sind einige Jahre nach der Grundimmunisierung Auffrischungsimpfungen erforderlich. Dazu wird der Impfstoff bis zu dreimal erneut verabreicht. Die Zweitreaktion, die durch die Auffrischungsimpfung hervorgerufen wird, wird auch als Booster-Effekt bezeichnet. Dem Körper werden hierbei geringe Mengen der Antigene verabreicht. Durch die Gedächtniszellen, die sich nach der ersten Impfung gebildet haben, kommt es in der Folge zu einer sehr starken Produktion von Antikörpern.

Die ‚Ständige Impfkommission‘ (STIKO)

Die Mitglieder der STIKO werden alle drei Jahre vom Bundesministerium für Gesundheit berufen. Die Kommission besteht aus zwölf bis 18 Mitgliedern und beschäftigt sich in Treffen, die zweimal jährlich stattfinden, mit Schutzimpfungen und Infektionskrankheiten und gibt dementsprechend ihre Impfempfehlungen heraus. Alle Impfungen, die die STIKO empfiehlt, müssen von den Krankenkassen bezahlt werden.

Welche Impfungen empfiehlt die STIKO?

Unmittelbar nach der Geburt sollen Kinder mit Müttern, die an Hepatitis B erkrankt sind, eine Impfung gegen Hepatitis B erhalten. Kinder mit gesunden Müttern erhalten diese Impfung erst im Alter von zwei Monaten. In diesem Alter wird auch gegen Tetanus, Diphterie, Keuchhusten, Haemophilus influenzae Typ B, Pneumokokken, Rotavirus und Kinderlähmung (Polio) geimpft. Die weiteren Grundimmunisierungen für Tetanus, Diphterie, Keuchhusten, Haemophilus influenzae Typ B, Polio, Hepatitis B und Rotaviren werden zudem im Alter von drei, vier und elf bis 14 Monaten durchgeführt. Impfungen gegen Masern, Mumps und Röteln erfolgen erstmalig im Alter von elf bis 14 Monaten. Hier erfolgt die zweite Grundimmunisierung mit 15 bis 23 Monaten. Sollte die Grundimmunisierung dieser Impfungen nicht abgeschlossen sein, werden die Impfungen bei Zwei- bis Vierjährigen durchgeführt. Durchgeimpfte Kinder zwischen fünf und sechs Jahren benötigen Auffrischungsimpfungen gegen Tetanus, Diphterie und Keuchhusten. Diese werden im Alter von neun bis 14 Jahren und zwischen 15 und 17 Jahren erneut wiederholt. Die Impfungen gegen Tetanus und Diphterie werden auch bei Erwachsenen jeweils 10 Jahre nach der letzten vorangegangen Impfung aufgefrischt.

Die Impfung gegen Humane Papillomaviren (HPV), die bei Mädchen im Alter von neun bis 14 Jahren vor dem ersten Geschlechtsverkehr durchgeführt wird, ist noch recht neu im Impfkalender. Sie schützt vor Gebärmutterhalskrebs.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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