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Gesundheitslexikon: Ibuprofen

Ibuprofen gegen Schmerz, Fieber und Entzündungen

Ibuprofen ist ein Wirkstoff in Arzneimitteln, der überwiegend zur Behandlung von leichten bis mittelstarken Schmerzen, zur Bekämpfung von Fieber und Entzündungen eingesetzt wird. Ursprünglich zur Behandlung von Rheuma entwickelt, wird Ibuprofen seit Ende der 1960er-Jahre in Europa eingesetzt. Zur oralen Einnahme wird es in Tablettenform, als Lösung bzw. in Form von Granulat verabreicht. Es gibt aber auch Lösungen für Injektionen und Salben oder Gels für eine äußerliche Anwendung. Weltweit ist es das am meisten konsumierte Mittel gegen Schmerzen.

Wirkung und Nebenwirkungen

Der Wirkstoff Ibuprofen gehört, wie die Acetylsalicylsäure, die etwa in Aspirin enthalten ist, zu den nicht steroidalen Antirheumatika und löst somit keine Sucht aus. Seine Wirkung besteht darin, dass er Cyclooxygenasen hemmt. Diese Cyclooxygenasen sind Enzyme, die an der Bildung von Prostaglandinen im Körper beteiligt sind. Die Prostaglandine wiederum sind Gewebshormone, die Entzündungen im Körper vermitteln und dadurch Fieber und Schmerzen entstehen lassen. Durch den Wirkstoff Ibuprofen werden Entzündungen demzufolge gehemmt, das Fieber gesenkt und die Schmerzen gelindert. Dieser Effekt kann bis zu sechs Stunden anhalten. Anschließend wird der Wirkstoff über die Nieren ausgeschieden und von der Leber abgebaut. Als häufige Nebenwirkungen bei der Einnahme von Ibuprofen wurden Durchfall, Magenprobleme, Übelkeit und Schwindel bis hin zu Kopfschmerzen beobachtet. Ibuprofen hat eine Blut verdünnende Eigenschaft und sollte daher nicht zusammen mit Medikamenten zur Hemmung der Blutgerinnung eingenommen werden.

Anwendungsgebiete

Seine schmerzstillenden Eigenschaften werden bei Schmerzen in Gelenken, Rücken, Sehnen und Bändern oder im Kopf, bei Problemen während der Periode sowie bei Zahnweh eingesetzt. Zudem wird es bei Fieber, aufgrund seiner Temperatur senkenden Eigenschaften während einer Grippe oder bei Erkältungen angewendet. Auch bei Schmerzen nach Verletzungen kann die Einnahme von Ibuprofen vorübergehend Linderung schaffen. Zur äußerlichen Anwendung kommt es in Form von Gel oder Salben bei Muskelzerrungen oder Schmerzen des Bewegungsapparates, etwa bei Sportlern. Für Kinder gibt es entsprechend Zäpfchen bzw. Saft mit dem Wirkstoff. Seit den 1990er-Jahren sind Medikamente mit Ibuprofen bis zu einer Dosis von 400 Milligramm rezeptfrei in Apotheken erhältlich.

Wichtige Hinweise

Eine Selbstmedikation mit Ibuprofen sollte nur bis zu maximal drei Tagen erfolgen. Bei Entzündungen im Magen-Darm-Bereich, Magengeschwüren sowie chronischen Darmerkrankungen sollte Ibuprofen gar nicht eingenommen werden. Weiterhin sollte auf eine Behandlung bei eingeschränkter Funktion von Leber und Nieren sowie Asthma oder chronischen Atemwegserkrankungen verzichtet werden. Schwangeren wird geraten, Medikamente mit Ibuprofen nur nach Absprache mit dem Arzt anzuwenden, da die Schwangerschaft durch den Wirkstoff ungewollt verlängert werden könnte. Eine Studie der Universität von Dallas in Texas hat gezeigt, dass die Einnahme von Ibuprofen langfristig Hautprobleme und Magen-Darm-Beschwerden verursacht sowie Leber bzw. Nieren schädigt.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und Hinweise über Arzneimittel, hat jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt daher nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Da die Medizin sich ständig weiterentwickelt, sollten Sie immer die aktuelle Gebrauchsinformation zu Ihrem Arzneimittel sorgfältig durchlesen und Ihren Arzt oder Apotheker zurate ziehen.

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