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Gesundheitslexikon: Hypothalamus

Hypothalamus: wichtige Steuerzentrale des Körpers

Der Hypothalamus ist ein Teil des Zwischenhirns. Er liegt hinter der Kreuzung der Sehnerven und ist über den sogenannten Hypophysenstiel mit der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) verbunden.

Aufgaben des Hypothalamus

Der Hypothalamus gleicht einer Steuerzentrale. Er bildet Hormone, die Einfluss auf Körpervorgänge haben beziehungsweise andere Drüsen zur Ausschüttung weiterer Hormone anregen. So wird beispielsweise die Hirnanhangsdrüse durch sogenannte ‚Releasing‘-Hormone (englisch; release: freisetzen) dazu veranlasst, wiederum Hormone auszuschütten. Außerdem bildet der Hypothalamus Hormone, die ihrerseits die Ausschüttung anderer Hormone hemmen. Dies sind sogenannte ‚Inhibiting‘-Hormone (englisch; inhibit: hemmen, blockieren). Somit findet eine ständige Regulation statt. Dabei sind die vom Hypothalamus ausgeschütteten Hormone in sehr niedrigen Konzentrationen vorhanden. Diese sind jedoch völlig ausreichend, um z. B. die Hirnanhangsdrüse zu einer Abgabe von großen Hormonmengen anzuregen, die um ein Tausendfaches höher sind. Diese Menge an Hormonen löst wiederum in anderen Organen eine tausendfach höhere Ausschüttung anderer Hormone aus. Dem Hypothalamus sind andere Bereiche des Gehirns übergeordnet. Diese geben Befehle zur Produktion und Ausschüttung von hemmenden oder freisetzenden Hormonen. Beeinflusst werden diese Vorgänge durch emotionalen Stress oder körperliche Belastungen. Manche Hormone obliegen dem Tag-Nacht-Rhythmus.

Releasing-Hormone des Hypothalamus

Das Gonadotropin-Releasing-Hormon (GnRH) führt bei der Frau zur Ausschüttung des Follikel stimulierenden Hormons (FSH) und des luteinisierenden Hormons (LH), welche für die Reifung der Eizellen in den Eierstöcken verantwortlich sind. Beim Mann sind diese Hormone für die Bildung der Spermien ausschlaggebend. Zudem werden durch LH und FSH, sowohl bei Männer als auch bei Frauen, die Geschlechtshormone gebildet.

Das Thyreotropin-Releasing Hormon (TRH) gibt den Befehl an die Hirnanhangsdrüse, das Thyreoidea stimulierende Hormon (TSH) zu bilden. TSH wiederum steuert die Schilddrüse in ihrer Produktion von Schilddrüsenhormonen.

Das Growth-Hormone-Releasing-Hormon (GH-TH) stößt in der Hirnanhangsdrüse die Bildung des Wachstumshormons (Growth hormone = Somatotropin = STH) an. STH regt Wachstumsvorgänge im Körper an und wirkt auf die Leber.

Das Corticotropin-Releasing-Hormon (CRH) wirkt in der Hirnanhangsdrüse anregend auf die Produktion des adrenocorticotropen Hormons (ACTH). Dieses regt die Nebennierenrinde an, Hormone wie Kortison, Aldosteron und Androgyne zu bilden.

Inhibiting-Hormone des Hypothalamus

Zu den Inhibiting-Hormonen zählen beispielsweise Somatostatin oder das Prolaktin-inhibiting-Hormon (PIH), auch als Dopamin bekannt. PIH senkt in der Hirnanhangsdrüse die Produktion und Freisetzung von Prolaktin. Prolaktin wiederum ist verantwortlich für das Wachstum der Brustdrüsen und der Milchbildung bei Müttern. Zudem hemmt es den Eisprung. Somatostatin senkt die Bildung und Ausschüttung verschiedener Hormone in der Hirnanhangsdrüse.

Erkrankungen des Hypothalamus

Entzündungen des Gehirns (Enzephalitis) oder der Hirnhäute (Meningitis), Schädigung des Hypothalamus durch Unfälle, sowie gutartige (benigne) oder bösartige (maligne) Tumore, können die Hormonproduktion aus dem Gleichgewicht bringen. Tumore sind in der Lage, das Gewebe in der Funktion zu schädigen, jedoch können sie auch Hormongewebe ‚nachahmen‘ und somit zu einem krankhaften Anstieg der Hormonproduktion führen. Hormone sind im Blut messbar, was eine entsprechende Diagnostik erleichtert.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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