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Gesundheitslexikon: Hypokaliämie (Kaliummangel)

Hypokaliämie: bei falscher Ernährung kann es zu Kaliummangel kommen

Wer viel Cola trinkt, bemerkt eine steigende Herzfrequenz. Der erhöhte Herzschlag kann aber nicht nur, wie oft vermutet, von dem enthaltenen Koffein ausgelöst werden. Auch eine durch solche Softdrinks verursachte Elektrolyte-Störung in Form von Hypokaliämie, einem Kaliummangel, kann das Herz heftig pumpen lassen. Kalium ist für den menschlichen Körper ein elementarer Mineralstoff. Er muss immer ausreichend verfügbar sein, weil er in viele Stoffwechsel- und Zellprozesse eingebunden ist. Das Mineral ist in den Zellmembranen der Nervenzellen eingegliedert und sorgt dort für den Austausch von Nervenreizen. Auch das Herz wird über die Kaliumkanäle gesteuert. Ferner reguliert Kalium das Zellwachstum, ist an der Bildung von Hormonen beteiligt und wirkt auf den Blutdruck. Kommt es nun zu einer unzureichenden Versorgung mit Kalium, sprechen Ärzte von Hypokaliämie.

Ursachen

Es gibt verschiedene Ursachen für Kaliummangel, einer davon ist falsche Ernährung. Wer sich kaliumarm ernährt, riskiert ein Absinken des Kaliumspiegels im Körper. Kaliumreiche Nahrungsmittel sind vor allem Kartoffeln, Avocados, Spinat, Tomaten, getrocknete Früchte, Fleisch, Milch, Bohnen, Vollkornprodukte und Pilze. Diese Produkte sollten im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung regelmäßig auf dem Speiseplan stehen. Eine Hypokaliämie kann aber auch durch eine äußerst hohe Ausscheidung von Kalium entstehen. Leidet ein Patient beispielsweise lange Zeit unter extremen Durchfällen, leeren sich die Elektrolyte-Speicher des Körpers. Auch einige Medikamente beschleunigen den Abbau von Kalium, insbesondere Mittel zur Entwässerung des Gewebes, sogenannte Schleifendiuretika. Ebenso führen Abführmittel zu einer beschleunigten Mineralienausfuhr. Eine Hypokaliämie kann aber auch durch eine Vergiftung mit Barium ausgelöst werden. Viele Menschen wissen nicht, dass ein übermäßiger Konsum (zwei bis drei Liter am Tag) von Cola ebenfalls zu einer Hypokaliämie führen kann.

Symptome

Ein Symptom sind Lähmungserscheinungen der glatten Muskulatur (Hypokaliämische Lähmung). Auch Herzrhythmusstörungen oder Tachykardie, Vorhofflimmern und Kammerflimmern können durch Kaliummangel ausgelöst werden. Unbehandelt kann eine Hypokaliämie demnach zum Tode führen.

Diagnose

Eine sichere Diagnose wird mittels Elektrokardiogramm und den Laborwerten des Blutes erstellt.

Behandlung

Bei einer Hypokaliämie muss dem Patienten umgehend Kalium zugeführt werden. Dies geschieht im Akutfall mit einer kaliumhaltigen Infusion. Da Medikamente (Diuretika oder Abführmittel) die Ursache sein können, muss auch eine Überprüfung der allgemeinen Medikation vorgenommen und gegebenenfalls Medikamente abgesetzt werden. Bei einer Hypokaliämie, die durch den Konsum von Cola verursacht wurde, geht der Mangel für gewöhnlich nach dem Verzicht auf dieses Getränk selbstständig wieder zurück. Sollte dies nicht der Fall sein, so muss auch hier das Mineral intravenös supplementiert werden.

Vorbeugen

Für jeden Menschen ist es wichtig, den Elektrolyte-Haushalt entsprechend zu pflegen. Dies geschieht am einfachsten über eine ausgewogene Ernährung. Wer sich mit frischen und vollwertigen Lebensmitteln versorgt, hat ein äußerst geringes Risiko, an Hypokaliämie zu erkranken. Sollten jedoch starkwirkende Diuretika langfristig eingenommen werden, ist unter Umständen eine begleitende Supplementierung des Minerals sinnvoll.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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