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Gesundheitslexikon: hypertensive Krise

Hypertensive Krise - alles zum massiven Blutdruckanstieg

Eine hypertensive Krise liegt dann vor, wenn der Blutdruck auf Werte über 230/120 mmHg ansteigt. Im Gegensatz zum hypertensiven Notfall liegt bei der hypertensiven Krise noch keine Schädigung der Organe vor. Anders als die hypertensive Entgleisung geht die hypertensive Krise jedoch mit Symptomen einher.

Ursachen

Häufig ist die hypertensive Krise selbst verschuldet. Wenn Patienten mit Bluthochdruck vergessen ihre blutdrucksenkenden Medikamente einzunehmen oder die Medikamente nicht wie verordnet zu sich nehmen, kann eine hypertensive Krise entstehen. Weitere Ursachen für eine solche Blutdruckentgleisung sind Panikattacken oder Angststörungen. Seltener liegt der hypertensiven Krise eine Verengung der Nierenarterien (Nierenarterienstenose) zugrunde. Bei einer Nierenarterienstenose werden die Nieren nicht mehr richtig durchblutet. In der Folge schütten die Organe das Hormon Renin aus, das zu einer Blutdrucksteigerung führt. Auch weitere akute Nierenerkrankungen sowie eine Schädigung des sogenannten Angiotensin Converting Enzyms können zu starken Blutdruckerhöhungen führen. Ferner ist zu beachten, dass eine hypertensive Krise auch durch die Aufnahme tyraminreicher Nahrung (z. B. Käse, Wein oder Sauerkraut) in Kombination mit der Einnahme von MAO-Hemmern entstehen kann. MAO-Hemmer werden zur Therapie von Depressionen eingesetzt.

Symptome

Kopfschmerzen, Nasenbluten, Zittern und Schwindel sind typische Symptome für eine hypertensive Krise. Auch Sehstörungen und Atemnot können auftreten. Einige Patienten sind verwirrt oder in ihrem Bewusstsein gestört. Im Extremfall können die Betroffenen ins Koma fallen. Ferner kann die normale tägliche Urinmenge unterschritten werden. Eventuell versagt die Harnausscheidung sogar komplett. Viele Patienten klagen während der hypertensiven Krise über Angina pectoris-Symptome. Dazu gehört neben Schweregefühl in der Brust, Brennen und Erstickungsgefühlen auch ein dumpfer Schmerz im Bereich des Brustbeins.

Diagnose

Die Diagnose kann anhand der Blutdruckwerte gestellt werden. Bei einer hypertensiven Krise liegen systolische Blutdruckwerte über 230/120 mmHG vor. Allerdings ist der Begriff der hypertensiven Krise nicht immer einheitlich definiert. So muss laut der ‚European Society of Hypertension‘ und der ‚European Society of Cardiology‘ die Diagnose hypertensive Krise schon bei Blutdruckwerten ab 180/120 mmHg gestellt werden.

Behandlung

Patienten mit einer hypertensiven Krise müssen sofort Ruhe einhalten. Dann muss der Blutdruck erneut kontrolliert werden. Ist der Blutdruck immer noch so hoch, verabreicht der behandelnde Arzt orale Antihypertensiva. Antihypertensiva sind Arzneimittel gegen Bluthochdruck. Wenn der Blutdruck auch nach der Gabe der Arzneimittel nicht auf ein normales Maß absinkt, kommen weitere Hypertensiva zum Einsatz. Gängige Mittel sind Nitrendipin, Urapidil, Clonidin und Nitroglycerin. Der Blutdruck sollte unter keinen Umständen zu schnell abgesenkt werden, da sonst vor allem bei einer Vorschädigung der Gefäße im Gehirn die Gefahr einer Unterversorgung besteht. Ferner muss bei der Therapie beachtet werden, dass bei Schlaganfall-Patienten eine Blutdruckerhöhung in der akuten Phase symptomatisch ist. Der Blutdruck darf hier nicht abgesenkt werden, da sich sonst schwere neurologische Symptome aufgrund einer Sauerstoffunterversorgung entwickeln können.

Vorbeugung

Um einer hypertensiven Krise vorzubeugen, sollten Patienten mit Bluthochdruck ihre Medikamente regelmäßig und entsprechend der Verordnung einnehmen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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