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Gesundheitslexikon: Hypercholesterinämie

Hypercholesterinämie - erhöhte Cholesterinwerte im Blut

Bei einer Hypercholesterinämie finden sich im Blut erhöhte Cholesterinwerte. Als erhöht sind Werte von über 230 Milligramm pro Deziliter anzusehen. Gesondert wird das LDL-Cholesterin betrachtet. Hier sollten die Werte 160 Milligramm pro Deziliter nicht überschreiten. LDL-Cholesterin wird auch als schlechtes Cholesterin bezeichnet, weil erhöhte Werte schnell zu Ablagerungen von arteriosklerotischen Plaques führen. So wird auch bei einem normalen Gesamtcholesteringehalt ein ungünstiges Verhältnis von LDL- zu HDL-Cholesterin als Hypercholesterinämie bezeichnet.

Ursachen

Grundsätzlich unterscheidet man in primäre und sekundäre Formen der Hypercholesterinämie. Diese Einteilung lässt sich über die jeweiligen Ursachen begründen.

Die primäre Hypercholesterinämie ist genetisch bedingt. Durch eine Mutation bilden sich weniger oder gar keine Rezeptoren für LDL-Lipid-Protein-Komplexe. Die Komplexe aus Lipoproteinen und Lipiden sammeln sich im Blut an und bilden Verkalkungen an den Blutgefäßen. Dabei entsteht Arteriosklerose. Die homozygote familiäre Hypercholesterinämie ist eine schwere Erkrankung, die bereits im Kindesalter zu Arteriosklerose, Schlaganfällen oder Herzinfarkten führen kann. Die sekundäre Hypercholesterinämie kann durch verschiedene Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Adipositas, Pankreatitis, nephrotisches Syndrom oder Schilddrüsenunterfunktion hervorgerufen werden. Zusätzliche Risikofaktoren sind Rauchen, Alkoholismus, die Einnahme von bestimmten Medikamenten sowie fettreicher Ernährung und wenig Bewegung. Meist handelt es sich um eine Kombination von genetischen Ursachen und Lebensweise.

Symptome

In der Regel entwickelt sich Hypercholesterinämie zunächst unbemerkt. Lediglich bei schweren primären Formen bilden sich bei betroffenen Kindern bereits frühzeitig Herz-Kreislauf-Beschwerden, die auch zu Herzinfarkten oder Schlaganfällen im Kindesalter führen können. Bei den meisten anderen Betroffenen können sich als erste Symptome sogenannte Xanthome oder Xanthelasmen zeigen. Xanthelasmen sind gelbliche Cholesterin- oder Lipidanlagerungen an den Augenlidern. Xanthome stellen gelborangefarbene Knoten an Händen, Armen, Beinen oder Gesäß dar. Später kommt es zu Gefühlen der Brustenge (Angina Pectoris), Schwindelgefühl, Sehstörungen oder gar Bewusstseinsstörungen. Bei einer ausgebildeten Arteriosklerose besteht die Gefahr des Gefäßverschlusses mit der Folge von Herzinfarkt, Schlaganfall oder Embolie.

Diagnose

Die Diagnose der Hypercholesterinämie erfolgt durch Blutuntersuchungen. Dabei werden LDL- und HDL-Cholesterin sowie das Gesamtcholesterin und die Triglyceride bestimmt. Um herauszufinden, ob die bestehende Hypercholesterinämie erblich bedingt ist, wird zudem eine intensive Familienanamnese durchgeführt.

Behandlung

In den meisten Fällen kann die Hypercholesterinämie durch Veränderung der Lebensweise in Richtung gesunder fettarmer Ernährung und viel Bewegung behandelt werden. Wenn trotz dieser Maßnahmen die Cholesterinwerte nicht sinken, müssen Medikamente eingenommen werden. Dabei handelt es sich in der Regel um Statine, die die Bildung von LDL-Cholesterin in der Leber hemmen. Die vorhandenen LDL-Komplexe im Blut werden von den Zellen über Rezeptoren aufgenommen. Der Cholesteringehalt sinkt. In den seltenen Fällen von primärer Hypercholesterinämie fehlen entsprechende Rezeptoren. Dann muss eine wöchentliche Blutwäsche oder gar eine Lebertransplantation durchgeführt werden.

Vorbeugung

Einer Hypercholesterinämie kann meist durch eine ausgewogene Ernährung, viel Bewegung und Verzicht auf Rauchen und Alkohol vorgebeugt werden.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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