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Gesundheitslexikon: Hydrotherapie

Hydrotherapie: mit Wasser heilen

Zur Vorbeugung von Krankheiten, zur Abhärtung des Immunsystems oder als therapeutische Maßnahme im Rahmen einer Rehabilitation kann eine Hydrotherapie verordnet werden. Der wohl bekannteste Verbreiter dieser Therapieform ist Pfarrer Kneipp, der sich durch seine Wasseranwendungen ein Denkmal geschaffen hat.

Woher stammt die Hydrotherapie?

Die Badekultur gilt bereits seit vielen Jahrtausenden als Möglichkeit zur Entspannung. Antonius Musa, ein römischer Bürger, soll 23. vor Christus einen Kaiser mit Hilfe kalter Bäder geheilt haben. Als Begründer jedoch gelten die Ärzte Siegmund Hahn sowie dessen Sohn. Letzterer verfasste ein Buch zur Wassertherapie, welches hundert Jahre später dem Studenten Kneipp in die Hände fiel. Anhand der Beschreibungen entwickelte er eigene Wege, um Wasser in eine Therapie miteinzubeziehen. Die Kneipp-Anwendungen sind auch heute noch in fast jeder Klinik Teil der Genesungsprozedur.

Welche Formen gibt es und wie wirkt die Wassertherapie?

Es gibt verschiedene Arten, um Beschwerden durch Wasser zu lindern. Die Wirkungsweise ist dabei recht simpel. Kaltes Wasser verursacht eine Gefäßverengung der ausgesetzten Körperzone, so dass im Anschluss eine natürliche Erwärmung stattfindet. Bekannte Therapieformen sind:

- Wassertreten

- Güsse

- Druckstrahlgüsse

- Wickel

- Abreibungen

- Bewegungsbäder

- Teilbäder

- Dauerbrause

- Wasserdampf

Für wen eignet sich die Hydrotherapie?

Wasser als Therapie zu nutzen, kann bei vielen Krankheitsbildern Linderung schaffen. Auch im Vorfeld, also prophylaktisch, eignen sich die Maßnahmen, um den Organismus abzuhärten. Wer beispielsweise an einer Erkältung leidet, kann sich die Wirkweise der Wechselbäder zu Nutze machen. Bakterien und Viren werden durch die Temperaturreize von heiß und kalt ‚abgeschreckt‘. Der Körper bildet aufgrund des stetigen Temperaturwechsels mehr Abwehrzellen. Die Anwendungen mit Wasser eignen sich grundsätzlich um das Immunsystem anzuregen, die Durchblutung zu fördern, den Blutdruck zu senken, Stress abzubauen, die Muskulatur zu entspannen sowie Beschwerden der Gelenke und Muskeln zu lindern.

Sind Risiken zu erwarten?

Die Heilbehandlungen mit Wasser sind Hilfen aus der Natur, was im ersten Moment für eine risikofreie Methode spricht. Komplikationen sind eher selten zu erwarten, weil das Wasser selbst keine Nebenwirkungen birgt. Die meisten Menschen reagieren jedoch empfindlich, wenn sie mit kaltem Wasser in Berührung kommen. Der Schreckmoment ist aber nur anfangs gegeben und wird mit der Zeit geringer. Die Wiederbewärmung nach den Aktivitäten entschuldigt anfängliche Schwierigkeiten durch ein wohliges Gefühl innerer Wärme.

Wo finden Sie geeignete Therapieorte?

In der Regel sind Kurkliniken weltweit mit einer großflächigen Bäderabteilung ausgestattet, um die Hydrotherapie anbieten zu können. Im Rahmen eines Kur- oder Rehaaufenthalts gehört diese Form der Behandlung unabdingbar dazu, um neue Körperstärke aufzubauen. Viele Schwimmbäder und Thermen bieten eine Sauna, Dampfbäder und Anlagen zum Wassertreten an. Meist wissen die Touristikzentren vor Ort, wo eine geeignete Institution zu finden ist.

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