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Gesundheitslexikon: Hydrocephalus (Wasserkopf)

Hydrocephalus: alles über den Wasserkopf

Das Gehirn ernährt sich von Hirnwasser, das im Zentralnervensystem aus Blut produziert und täglich in einer gewissen Menge wieder ins Blut zurückgeleitet wird. Ein Wasserkopf oder Hydrocephalus entsteht durch die krankhafte Ansammlung von Hirnwasser in den Hirnwasserräumen.

Ursachen

Verschiedene Phänomene können einen Wasserkopf zur Folge haben. Die Medizin unterscheidet angeborene und erworbene Formen des Hydrocephalus. In der angeborenen Form ist der Wasserkopf meist ein Teil von Fehlbildungssyndromen wie dem Dandy-Walker-Syndrom. Einen erworbenen Hydrocephalus können neben ursächlichen Thrombosen im Kopfbereich auch Traumata, Hirntumore, Hirnblutungen, Gehirnentzündungen oder Infektionen mit Toxoplasma gondii begünstigen. Grundsätzlich wird in Sachen Ursache zwischen Abflussstörungen des Hirnwassers und Überproduktionen an Hirnwasser unterschieden. Hirntumore können beispielsweise den Abfluss von Hirnwasser ins Blut behindern. Da täglich eine gewisse Menge nachproduziert wird, entsteht bei gestörtem Abfluss ein Wasserkopf. Zugleich können gutartige Tumore wie das Plexuspappilom auch eine Überproduktion des Hirnwassers begünstigen. Obwohl der Liquor in diesem Fall noch immer ins Blut abfließen kann, entsteht auch auf diese Weise ein Hydrocephalus.

Symptome

Als Leitsymptom eines Hydrocephalus gelten Kopfschmerzen. Darüber hinaus erbrechen sich Patienten mit Wasserkopf oft schwallartig und halten die Augen in abwärts geneigtem Blick. Häufig ist ihre Sicht durch die Wasseransammlungen beeinträchtigt. In den meisten Fällen manifestieren sich diese Beeinträchtigungen in Form von Doppelbildern. Epileptische Episoden sind ebenso denkbare Symptome von Wasseransammlungen im Gehirn. Bei Säuglingen sind die Schädelnähte noch weich. Daher kann die Wasseransammlung bei ihnen eine Verformung des Schädels nach sich ziehen: der typische ‚Wasserkopf‘ entsteht. Der Körper will mit der Formveränderung den Hirndruck senken. Nach dem Verschluss der Fontanelle und der Erhärtung der Schädelnähte ist das nicht mehr möglich. Daher steigt bei Erwachsenen mit Wasserkopf meist der Hirndruck an. Teile des Gehirns können sich dadurch in Richtung des Hinterhauptsloches verlagern, wo sie eingeklemmt werden können. Sobald lebenswichtige Anteile des Gehirns eingeklemmt werden, treten Kreislauf- und Atembeschwerden auf. Unbehandelt kann eine Flüssigkeitsansammlung im Gehirn zum Tod führen.

Diagnose

Die Diagnose eines Hydrocephalus wird durch bildgebende Verfahren gestellt. Neben der Ultraschall-Bildgebung kommen meist MRT und CT zum Einsatz. In Einzelfällen sammelt der Arzt mittels Lumbalpunktion Informationen. Bei der Lumbalpunktion wird der äußere Hirnwasserraum punktiert bis Hirnwasser daraus abfließt. Falls dieses Verfahren eine Besserung der Beschwerden zur Folge hat, liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Hydrocephalus vor. An Feten kann mittels Feinultraschall eine Verdachtsdiagnose auf einen Wasserkopf gestellt werden.

Behandlung

Falls der Hirndruck bei einem Hydrocephalus erhöht ist, muss eine sofortige Entlastung des Gehirns erfolgen. Diese Entlastung wird oft mittels Drainage erreicht. Das Hirnwasser wird über einen Shunt in die Strukturen wie die Bauchhöhle abgeleitet. Falls ein Abflusshindernis die Ursache für die Wasseransammlung ist, kann abhängig von der Lage des Hindernisses auch eine Ventrikulostomie erfolgen. Dabei handelt es sich um eine Operation zur Durchstoßung des dritten Hirnventrikel-Bodens. Das Hirnwasser kann danach in die basalen Zisternen fließen. In Ausnahmefällen finden an Feten vorgeburtliche Eingriffe zur Entlastung des Gehirns statt.

Vorbeugung

Für verschiedene Ursachen des Hydrocephalus stehen präventive Maßnahmen zur Verfügung, so zum Beispiel Impfungen gegen Meningitis. Für die erblichen Ursachen eines Hydrocephalus spielt präventiv vor allem genetische Beratung in der Phase der Familienplanung eine Rolle.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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